Monate: September 2014

Wie war mein Sommerwetter?

23. September, Herbstanfang. Eiskalter, aber freundlicher Morgen. Das erste Mal schicke ich meine Tochter mit einer richtigen Draußenjacke zur Schule. Sommer war gestern. Und wie war das Sommerwetter 2014? Das Untrüglichste ist, ich werfe einen Blick auf meine Wetteranzeiger: Regentonne, Rosen, Phlox. Und Anemone japonica. Dann kann ich heute noch sagen, wie die letzten Monate waren: Mein Sommer war deutlich zu trocken und früh sehr warm. Die Tonnen waren nach dem Winter erst am 31. August wieder voll, die Rosen hatten lange keinen Sternrußtau, aber der Phlox – au weia. Mehltau ist wirklich kein schöner Anblick. Und ein noch schrecklicherer ist der der Herbstanemone. Sie lässt sich nämlich von früher Wärme und Sonne blenden und legt umso eher mit der Blüte los. Und ist natürlich auch früher durch und ruft dann laut: Vergänglichkeit! Ich seufze, wenn ich an ihren Samenständen vorübergehe. Was die  Meteorologen hochwissenschaftlich und offiziell zum Sommer sagen, findest du hier. Aber was nützte meinem Phlox der Regen in Westfalen. Wie war dein Sommerwetter? Sternruß- oder Mehltau?  

Rezept Birnen-Schoko-Kuchen

Die ersten Birnen sind reif! Zeit, sie mit so einem Prachtstück von Kuchen auch gebührend zu feiern. Aber selbst wenn du keine eigenen Früchte hast: Dieses Rezept musst du versuchen. Es macht ein bißchen Arbeit, daher backt ihn bei uns nur der Herr des Hauses, aber alle Gäste werden versichern, dass das jetzt ihr Lieblingskuchen ist, dich überaus bewundern und um das Rezept anflehen: Zutaten: 600 g Birnen 4 EL Zitronensaft 3 EL Ahornsirup 100 g Schokolade 160 g Butter 3 Eier 110 g Zucker 1 Pkt. Vanillezucker 15 g Kakaopulver 240 g Mehl ½ Pkt. Backpulver 80 ml Sahne 70 ml Eierlikör 3 EL Aprikosenkonfitüre Zubereitung: Die Birnen schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. In dickere Spalten schneiden. Zitronensaft und Ahornsirup vermischen und über die Birnen geben. Birnen ca. 30 Min. zum Marinieren abgedeckt in den Kühlschrank stellen. Schokolade grob hacken und im Wasserbad bei kleiner Hitze zergehen lassen. In der Zwischenzeit die zimmerwarme Butter mit Zucker und Vanillezucker cremig rühren, die Eier einzeln nach und nach gut einrühren und mit der abgekühlten weichen …

Kartoffelfest auf der Domäne Dahlem

Bullerbü im Berliner Südwesten. Wenn ihr noch nicht hier wart und auch nichts gegen nahezu großstädtischen Trubel trotz aller Landidylle habt, müsst ihr euch das unbedingt mal anschauen. Und wenn ihr, wie wir, dauernd herkommt, könnt ihr das auch immer wieder tun, denn vor allem liebe Gewohnheiten lassen ja in einen Sonntag wie in einen Kuschelpulli schlüpfen. Wie der Name schon sagt, dreht sich beim Kartoffelfest der Domäne Dahlem alles um die schwer in Mode gekommene Knolle – heuer konnten die Besucher z. B. Bamberger Hörnchen oder den Blauen Schweden ernten. Beziehungsweise vom Trecker ausgraben lassen und dann im Gänsemarsch hinterherklauben. Wer dann noch Lust hatte – und das waren wohl alle – erstand Kunsthandwerkliches oder Kürbis & Co und Bio-Limonade. Schöne Welt, artgerecht lebende Tiere, hunderte von niedlichen Kinderaugen. Mich hat dann der Pferdewurst-Stand doch wieder auf den Boden der Tatsachen geholt, und ich habe mich auf den Rückweg in die Stille meines Gartens gemacht. Nächste Veranstaltungen unbedingt vormerken!

Birne Monilia

Die Birnen-Schwemme meistern

Über Birnen, Monilia-Fruchtwelke, Mostereien als Lösung und endlich wieder Freude am eigenen Obst. Ich will mich nicht dabei ertappen, dass ich mich vor unserer heiß ersehnten Obst-Ernte fürchte. Und doch kommt es jedes Jahr wieder so. Birnen sind köstlich aromatisch und auch irgendwie etwas Besonderes, da sie sich nicht lange halten. Aber darin liegt auch die Krux: Kaum sind sie pflückreif, ist die Genussreife auch fast schon überschritten. Wie zeitlich dicht liegen delikate Frische und mehliger Mampf beieinander. Und der schlimmste Feind lauert schon: die Monilia-Fruchtwelke. Sie tritt bei all unseren vier Birnbäumen und bei den beiden Apfelbäumen auf. Durch eine Verletzung der Fruchthaut – bei den Birnen meist durch Wespenbisse, bei den Äpfeln durch das Bohrloch des Apfelwicklers – entsteht ein brauner Fleck, der sich rasch vergrößert, die Frucht beginnt zu faulen. Bald bilden sich kreisförmig angeordnete Sporenpolster. Die Krankheitssymptome werden durch den Pilz Monilia fructigena verursacht. Pingelige Sauberkeit ist also von entscheidender Bedeutung, um die Infektionsquellen zu reduzieren, denn die Pilze überdauern auf vertrockneten Fruchtmumien, die oft über den gesamten Winter im Baum …

Serie Berliner Staudenmarkt: Wenn Garten-Ladies zu Jägerinnen werden.

Der Otternkopf – Neuentdeckung auf dem Berliner Staudenmarkt

Erstes Wochenende im September – fester Termin in meinem Kalender für den Staudenmarkt im Botanischen Garten in Berlin-Dahlem. Meine Entdeckungen: zwei neue Wiesenrauten-Züchtungen und ein Otternkopf. Noch nie gehört? Ich auch nicht. Diese Staude wird bis zu 160 cm hoch und ist absolut winterhart, halbschattenverträglich und genügsam. Und wunderschön mit ihren tiefvioletten und großen Lippenblüten.

Serie Berliner Staudenmarkt: Feels like England

London hat die Chelsea Flower Show, unser gärtnerisches High-light ist der Berliner Staudenmarkt im Botanischen Garten. Und natürlich bin ich wieder dabei und genieße die herrliche Atmosphäre. Toll, wie viele Menschen hier pflanzenbegeistert sind. Das wirkt ja fast wie in England. Mehr als eine viertel Million Besucher soll es in den bisher 25 Veranstaltungen gegeben haben. Zu einer angesehenen Pflanzenbörse hat sich der Markt entwickelt, und ich kann bei meinen Helden Peters und Gaißmayer vorbeischauen, ohne mich weiter als bis Dahlem aufmachen zu müssen. Unbeschwert fachsimpeln und botanische Bezeichnungen verwenden, ohne snobby zu wirken! Wladimir Kaminer, aktueller Schirmherr, braucht dies sowieso nicht zu fürchten. Er möchte sich laut Programmheft „mit den Besuchern und Pflanzenexperten über die Bedeutung des regelmäßigen Gießens austauschen.“ Ah ja, natürlich. Ans Herz möchte ich euch noch dringend legen, auch den Botanischen Garten nicht links liegen zu lassen. Die großartigen Anlagen inspirieren sehr und lassen schon ein paar Meter jenseits des Hypes zur Ruhe und Entspannung kommen. Also: „Ich bin ja so kaputt“ gilt nicht.  

Serie Berliner Staudenmarkt: Austausch auf hohem Niveau

Die Anbieter auf dem Berliner Staudenmarkt im Botanischen Garten bezeichnen laut Veranstalter das Berliner Publikum als „fachkundig“. Wow – das hätte ich jetzt nicht gedacht. Zu selten hört man mal was Nettes über uns Hauptstädter. Eher hätte man erwartet, dass die Züchter und Händler, die ja aus der gesamten Republik kommen, uns als tumbe, übel gelaunte, höchstens an Balkonbepflanzung interessierte Schnäppchenjäger eingeschätzt hätten. Aber nein? Na umso besser. Dann will ich das Kompliment aber auch zurückgeben: Die Auswahl und Qualität an Pflanzen ist wirklich exquisit. Mich begeistern vor allem die nahezu monothematischen Stände, die echten Spezialisten. Funkien, Clematis, Farne, Taglilien, Leberblümchen, Orchideen, um nur einige zu nennen. Da kann man sich gerade als nicht so versierter Kenner einer Gattung wunderbar nach den besten Sorten umsehen. Erst im Vergleich der Pflanzen und mit der professionellen Beratung der Händler, die oftmals auch Züchter sind, weiß ich doch z. B., welche Funkie jetzt die richtige für meinen Garten und meinen Anspruch ist. Funkien, Farne: Wie schön das klingt. Schade, dass ich nicht noch ein hübsches Waldeckchen zum Bepflanzen …