Monate: April 2015

Kaukasusvergissmeinnicht - Brunnera macrophylla 'Jack Frost'

Gedenken, nicht vergessen – Romantik in himmelblau

In seinem Heinrich von Ofterdingen beschrieb Novalis Ende des 18. Jahrhunderts die Sehnsucht eines Jünglings nach der blauen Blume. Der verlor sich in süßen Phantasien und träumte von fernen, unbekannten Gegenden. Er wanderte über Meere mit unbegreiflicher Leichtigkeit, wunderliche Tiere sah er, neue, nie gesehene Bilder entstanden… (Wenn du Lust auf eine sehr eigene Art der Sprache hast, seien dir die Romantiker zur Lektüre empfohlen, da kommt die Germanistin in mir durch.) Die blaue Blume wurde zum zentralen Symbol der Romantik, für Sehnsucht und Liebe und für das metaphysische Streben nach Unendlichkeit. Bei uns in den Gärten gibt es sie nun zuhauf, die blauen Blumen. Gedenkemein, Vergissmeinnicht – wie hübsch allein die Namen klingen. Sie erfreuen unsere Herzen und lassen uns lächeln. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es sich anfühlte, einen großen Strauß Vergissmeinnicht für die Mami zu pflücken, die pelzigen Stiele wurden in der heißen Kinderhand schon leicht schlapp, als ich sie endlich überreichen konnte. Es wäre doch eine hübsche Idee, auch jetzt als Erwachsene meiner Mutter mal wieder so ein …

Himmelsschlüsselchen

Blühende Teppiche – Frühling XXL

Hier kann man Kindern beibringen, was Millionen, Milliarden, ach was, Billionen sind. Und sie müssen dafür einfach auf den Boden schauen. Denn im Botanischen Garten blühen jetzt die bodendeckenden Frühlingsblumen in atemberaubender Fülle. Meistens bin ich zufrieden mit meinem kleinen Garten. Wenn ich von der Gestaltung toller neuer Pflanzkombinationen träume oder von einem romantischen Hängematten-Plätzchen unter einem großen Baum halluziniere, hole ich mich mit vernünftigen Argumenten in Bezug auf Zeit, Geld, Machbarkeit in der Regel schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Und trotzdem bleibt die Sehnsucht nach mehr als immer nur den Dreier- oder Fünfer-Grüppchen an Pflanzen. Den Blumen mal richtig Auslauf lassen. Das wär’s. Ein bisschen mehr Natur. Ganze Matten an Himmelsschlüsselchen müssten es sein. Teppiche von Buschwindröschen. Ich habe nur einen Läufer. Mehr als ein bisschen mehr gibt es im Botanischen Garten. Er ist mein Sehnsuchtsstiller, hier kann ich den Blick in die Ferne schweifen lassen und Frühling genießen, so weit das Auge reicht. Mich berauschen an zarten Farben, süßen Düften, schönem Licht. Ich hab dir ein paar Bilder mitgebracht.

Kartoffeln und Bärlauch

Frühlingslecker: Kartoffel-Bärlauch-Salat

Es ist Bärlauch-Zeit! Der muss geerntet werden, bevor er blüht. Es ist angegrillt! Was gehört unbedingt dazu? Genau: ein Kartoffelsalat.   Meiner geht so und reicht für drei bis vier Personen: 12 mittelgroße festkochende Kartoffeln 1 große Handvoll frischer Bärlauchblätter 1 rote Chili 100 ml kräftige Brühe 3 EL Essig 6 EL Olivenöl 1 TL mittelscharfer Senf, Salz, Pfeffer, Zucker Kartoffeln waschen, noch heiß schälen und in Scheiben schneiden. Mit heißer Brühe übergießen und gut vermengen.  Bärlauchblätter waschen, trocken tupfen, in feine Streifen schneiden. Aus Essig, Öl, Senf und Gewürzen eine Vinaigrette aufschlagen und ebenfalls gut untermengen. Zum Schluss Chili nach Belieben. Nicht wundern, wenn der Salat ziemlich schwimmt, nach dem Durchziehen hat sich das in der Regel gegeben. Wenn nicht: auch egal. Die Essig&Öl-Salate dürfen ruhig etwas feuchter sein. Dazu passt Lamm besonders gut, aber auch gegrillter Schafskäse. Lass es dir schmecken und genieß den Frühling in vollen Zügen!

Sensationell: Magnolien in der Vase

Ich bin ein Spätzünder, die Magnolie ist es zum Glück nicht. Vor ein paar Jahren sah ich zum ersten Mal Magnolienzweige beim Floristen. Magnolien in der Vase? Ob diese spitzen, flaumigen Knospen wohl aufblühen würden? Ich konnte es mir nicht vorstellen. Und sie sind ja auch nicht ganz billig, für ein schnelles Wagnis war mir das dann doch zu kostspielig. Und überhaupt: Irgendwie kam mir das kommerzielle „Ernten“ dieser königlichen Bäume und Großsträucher, die Schnittmaßnahmen gar nicht gern haben, geradezu frevelhaft vor. Aber irgendwie juckte es mich dann doch. Wie wäre es mit nur drei kleinen Zweiglein der vom Nachbarn über unseren Zaun hängenden Sternmagnolie in schickem Fuchsia? Keinem würde es auffallen, dem Nachbarn bestimmt nicht, der guckt ja von der anderen Seite. Außerdem ist der Strauch gewaltig. (Dies ist der Test, ob der Gute hier mitliest *lach*) Ich würde also endlich mal ausprobieren können, ob das überhaupt funktioniert: eine Magnolie als Schnittblume. Und wie das funktioniert! Die Knospen haben sich innerhalb von zwei Tagen zu den typisch großen, wie Seide glänzenden, bei der Sternmagnolie …

Fantin Latour

Rosenrausch: der Trick mit der Waagerechten

Träume nicht dein Leben, lebe deinen Rosentraum. Und damit es wirklich himmlisch wird, ist jetzt die Zeit für Hege und Pflege. Und ein kleines Schönheitsgeheimnis. Dafür, dass sie Königinnen sind, empfinde ich sie als ganz schön genügsam, meine Rosen. Aber ein Grundmaß an Aufmerksamkeit gebe ich ihnen natürlich schon: Jetzt, zur Zeit der Forsythienblüte, gibt es den ersten flotten Schnitt, gehaltvoll zu speisen und ein wenig Belüftung. Das ist die Pflicht. Als Kür folgt dann das Drapieren der Triebe. Volle Pracht durch waagerechte Triebe. Gehölze wie Rosen treiben an ihren Stielen aus den so genannten Augen aus. Das kennst du vom Rosenschnitt: Da setzt du die Schere über einem nach außen zeigenden Auge an und schon entwickelt sich aus dem Auge der Trieb. Der Strauch entwickelt seine von dir gewollte ansprechende Form. Bringst du den gesamten Stiel in die Waagerechte oder von unten zickzack in Schräglage, bilden sich aus allen Augen an der Waagerechten neue Triebe. Dadurch kannst du verhindern, dass die unteren Stellen verkahlen. Wer kennt den tristen Anblick nicht: In höchster Höhe sprießen …

berlingarten bei STADTLANDFLAIR

berlingarten zieht Kreise – der Garten mit seiner Geschichte, mit dem Damoklesschwert der Räumung und Planierung, und auch das Blog. Beides freut mich sehr. Ich bin fest davon überzeugt, dass es nur gut und richtig sein kann, gegen die unwiederbringliche Vernichtung von Grünflächen in unseren Städten anzuschreiben und eine Öffentlichkeit zu schaffen – heute auf dem Portal STADTLANDFLAIR. Denn Schrebergärten und andere Formen von Urban Gardening sind längst kein Nischenthema mehr. Die Wartelisten sind lang, zigtausend Bewerber – insbesondere von jungen Familien mit Kindern – sind es derzeit allein in Berlin. Wir wollen im Kontakt mit der Natur, mit frischem Obst und Gemüse und guter Luft leben. Wir wollen Bienen, Vögeln und anderen Wildtieren Lebensraum bieten. Das sind keine Partikularinteressen mehr. Das ist ein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, das Allgemeingut geworden ist. Und dass sich das Blog berlingarten entwickelt, erfüllt mich natürlich ganz besonders. Wenn ich spüre: Da sind Menschen, die teilen meine Interessen, denen kann ich etwas geben mit meiner Gartenleidenschaft und meinem Wissen. Da bist du und liest diesen Artikel. Danke dafür!

Frühling auf Balkon und Terrasse

Juckt es dich bei dem Wetter auch so, die Blumencenter, -märkte und -läden zu stürmen? Ein bisschen Farbe brauchen jetzt Balkon und Terrasse, um den passenden Hintergrund für die ersten schönen Stunden draußen mit Buch und Kaffee abzugeben. Mein Tipp: Achte bei deinem Kauf darauf, Pflanzen auszuwählen, die du später, wenn keine Fröste mehr drohen und die Sommerbepflanzung ansteht, in den Garten auspflanzen kannst. Oder mit denen du als Urbangardener eine olle Baumscheibe langfristig in einen fröhlichen Anblick verwandelst. Da bieten sich natürlich Stauden an. Ich habe mich für eine Mischung bunter Kissenprimeln Primula juliae und Kuhschellen Pulsatilla entschieden. Sie sind robust, nehmen eventuelle Kälte nicht krumm, sehen wunderbar natürlich aus und werden später noch jahrelang im Garten bei uns wohnen. Der Gedanke gefällt mir: nichts wegschmeissen, nachhaltig gärtnern.

Umwerfendes Solo: Lenzrose in der Vase

Ich will sie nochmal von Nahem genießen: die Lenzrose. In der Vase, auf dem Esstisch, begleitet sie uns zu allen Mahlzeiten und genießt die volle Aufmerksamkeit. Im Garten weiß ich zur Zeit dagegen kaum, wo ich zuerst hinschauen soll. In diesem Frühjahr stehen alle Zeichen auf „üppig“. Zum Glück. Die Lenzrosen Helleborus-Hybriden sind so schön wie lange nicht mehr. Große prächtige Horste sind es geworden. Nach dem zahmen Winter laufen sie zur Höchstform auf. Daher bringe ich es über mich, meine sonstige Knauserigkeit zu überwinden und hie und da eine Lenzrose zu schneiden und intensiv zu betrachten. Wer weiß auch, wie lange das noch geht? Ein paar warme Tage und die Farben werden matter, die Staubgefäße rieseln. Aber warum jetzt schon an das Ende denken. Jetzt ist sie ja noch wunderschön. berlingarten macht mit bei Friday-Flowerday.

Osterstrauß

berlingarten wünscht frohe Ostern

Ostern: höchstes christliches Fest, Frühlingsfest, Familienfest. Ich wünsche dir schöne Stunden und eine herzerwärmende, seelebaumelnde, liebevolle Zeit. Ich hoffe, wir lesen weiterhin viel voneinander, mir macht es großen Spaß, für dich zu fotografieren, zu schreiben, mich auszutauschen. Das echte Gärteln hat durch das virtuelle eine neue, schöne Dimension dazu gewonnen. So viele nette Menschen überall, so viel gleiche Wellenlänge! Herzlich, Xenia

Primel Primula cortusoides

Makrofotografie: der April-Garten ganz groß

Farben, Formen und Texturen von Blüten und Blättern faszinieren uns. Was ist jetzt im April im Beet und in den ersten bepflanzten Schalen aus Ameisen-Perspektive los? Ich habe mich mit der Kamera durch den Garten gerobbt. Was macht den Reiz einer Pflanze aus? Was ist typisch für sie? Was macht ihre Blüte sexy für Insekten? Ist sie glatt oder behaart, durchscheinend oder ledrig? Mit dem Makroobjektiv lässt sich so manche Besonderheit entdecken. Wir gucken genauer hin. Durch ein Foto sehen wir oft mehr als im täglichen Tag, da der Blick auf ein Detail fokussiert wird und jegliche Ablenkung wegfällt. Denn in der Makrofotografie gibt es nur einen ganz kleinen Schärfebereich – oft nur einen Schärfepunkt -, da der Abstand zwischen Kamera und Aufnahmeobjekt extrem gering ist. Mit dem Autofokus lässt sich nicht arbeiten, man stellt manuell die Schärfe ein. Manchmal habe ich Glück und es entstehen Portraits, die der Schönheit der Blume gerecht werden. Ich hoffe, hier ist etwas dabei, das du magst und das du jetzt im April-Garten auch mal genauer unter die Lupe …