Monate: November 2015

Farbenfroher Winterjasmin

Die Kleingärten Oeynhausen – reine Wehmut

Soll man einen Garten winterfest machen, der den Baggern geweiht ist? Packe ich Pflanzen mollig warm ein, die den nächsten Frühling nicht erleben werden? Einfach weitermachen, als wäre nichts? Inwieweit kann man sich selbst überlisten? Mir kamen heute die Tränen, als ich Fotos von jedem Quadratmeter meines Gärtchens machte. Damit ich noch weiß, wo was in der Erde schlummert, wenn ich vor dem Kahlschlag zum letzten Treffen lade, an dem sich Pflanzenfreunde meine Schätze aus dem Boden buddeln dürfen. Mir war so weh ums Herz, als ich beobachten konnte, wie die Nachbarin Vlies um die zartesten Gewächse legte und „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ murmelte. Aber Recht hat sie. Auch ich gärtnere noch, ernte unseren lila Grünkohl, sehe den Meisen beim Naschen am Vogelhäuschen zu. Seufze, wenn ich auf die Knie gehe, um die Christrosenblüten zu fotografieren. Und ich spaziere – wie all die Anwohner – noch immer durch die Gärten. Es kann doch nicht sein, dass ich innerlich den Garten schon aufgebe, bevor es wirklich zu Ende ist. Luft! Ich brauche Luft. Bewegung! Ich brauche …

Detail Adventsgesteck

Wie beim Floristen: DIY-Adventsgesteck

Es braucht nicht viel für ein Adventsgesteck, das es vom Look mit denen vom Nobelfloristen aufnehmen kann. So geht’s. Ein letzter Gang durch den herbstlichen Garten, ein paar Hortensienblüten hier geschnitten, ein paar Mini-Hagebutten da. Dazu die Ausbeute des Waldspaziergangs vom Wochenende: ein solides Gerüst für ein prächtiges Adventsgesteck mit Garten-Charme. Dazu kommen noch ein Bund Kiefern, ein paar Zweige mit interessanten Beeren, wie sie jetzt jeder Florist anbietet, und rosa Pfefferbeeren. Soweit die Software. An Hardware habe ich mich heuer gegen einen Kranz und für eine längliche Anordnung der Kerzen entschieden und dafür einen Holzuntersetzer gewählt. Diese Form passt trotz 50 cm Breite wunderbar auf ein Sideboard, nimmt aber auch auf dem Esstisch nicht so viel Platz weg, dass die Familie zu meckern anfinge. Meine Kerzen müssen immer groß sein, damit die Feuergefahr bei all dem trockenen Material nicht zu hoch wird. Und was hermachen soll das Gesteck natürlich auch. Think big: Wenn ich schon loslege, verursacht ein größeres Gesteck schließlich auch nicht mehr Arbeit und Kosten als ein kleines. An Steckmasse habe ich …

Traumhaftes Chrysanthemenbeet

Späte Liebe: Chrysanthemen

Grauer November, Nebel, es ist unwirtlich und trist draußen. Wären da nicht die lockeren Chrysanthemenwolken, die noch Farbe in den Garten bringen. Ein Plädoyer für eine unterschätze Staude. Meine Großmutter liebte Chrysanthemen in der Vase, mir waren sie suspekt. Obwohl ich wusste, von welcher Pflanze der Strauß geschnitten worden war, kam es mir als Kind immer so vor, als seien diese Blumen gar nicht echt. Sie standen ab Oktober in der Vase auf dem kleinen Wohnzimmertisch und räumten ihren Platz erst für das Adventsgesteck. Außerdem waren sie etwas sperrig im Wuchs und hatten diesen würzigen Duft, der einem als Kind unheimlich-animalisch vorkommen kann. Es hat lange gedauert, bis ich Chrysanthemen etwas abgewinnen konnte. Heute verstehe ich, was meine Großmutter an ihnen schätzte: ihre Robustheit und Langlebigkeit. Wochenlange Haltbarkeit in der Vase. Und was für schöne Farbkleckse im spätherbstlichen Garten! Jetzt Mitte November sind sie über und über mit ihren kleinen margeritenähnlichen oder Pomponblütchen überzogen. November-Durchstarter. Dass sie so spät unterwegs sind, hat damit zu tun, dass sie zu den so genannten Kurztagspflanzen gehören und ihre …

Herbststrauß

Serie Vasen: Herbststrauß mit Fetthenne als Steckhilfe

Mit der Fetten Henne als Steckhilfe gelingen wunderbare Sträuße. In einer breiten Vase finden sie den optimalen Halt. Große, prächtige Sträuße, die die Lobby eines Luxushotels schmücken. Buketts, in die Princess Mary ihr bezauberndes Näschen steckt. Wie schön wäre es, solche Sträuße binden zu können. Und das Kleingeld dafür zu haben. Die Realität sieht ein wenig anders aus, sodass ich stets auf der Suche nach Grandezza zum Wohlfeil-Tarif bei zwei linken Händen bin. Die Lösung: eine schöne Vase mit breiter Öffnung und Fette Henne. Was so unelegant klingt, kann von floristischen Analphabeten wie mir gar nicht genug gepriesen werden. Es handelt sich bei der Fetthenne Sedum Herbstfreude um eine Staude, die auf jedem Boden wächst, bei Bienen ähnlich beliebt ist wie bei mir und gerade im Herbst und Winter großartig aussieht. Und die sich obendrein perfekt als Steckhilfe eignet. Willst du nämlich aus den letzten Gartenblüten noch einen wirklich ansehnlichen Strauß gestalten, kannst du sie als Halt für alle möglichen Einzelblüten nutzen. Als Vasenform bevorzuge ich breite Formen, die sich außerordentlich gut füllen lassen. Mit …