Monate: Mai 2016

Rhabarber mit Zitonenmelisse

Blitzrezept: Rhabarber mit Ingwer und Melisse

Der Countdown bis zum Ende der Rhabarberzeit läuft, jetzt heißt es ernten und verwerten. Ein toller Partner: Ingwer. Jahrelang habe ich meinen  Rhabarber auf den letzten Drücker und alles auf einmal geerntet. Dann war das Stöhnen groß: ich über die viele Arbeit und meine Familie über das geballte Rhabarberessenmüssen. Und die Kühltruhe brummelte: „Bevor du neues bringst, iss mal erst das Zeug vom Vorjahr auf.“ Dieses Jahr bin ich schlauer: Bei einem Aufenthalt in England hatte ich erlebt, dass man sich ab April bei dem Rhabarber  genau wie bei Pflücksalat immer mal eine einzelne Stange herausdrehen kann und diese sofort verwerten. Du wirst wahrscheinlich lachen, aber für mich war das erhellend *grins*. Dann gibt es gar keine plötzliche Eile, wenn bis zum Johannistag am 24. Juni alles geerntet sein sollte. Erntezeit nur bis zum 24. Juni. Die Erntezeit beginnt im April, wenn einzelne Stangen schon nicht mehr gewellt, sondern schön glatt sind, und endet Ende Juni. Ab diesem Zeitpunkt steigt einerseits der Gehalt der Oxalsäure deutlich an, der in hohen Mengen giftig und gesundheitsschädlich ist. …

Töpfe mit Stauden wie Euphorbien und Brunnera

Stauden in Töpfen: Euphorbien & Co.

Ich hab die Töpfe schön. Mit Stauden in gelb-blau, von denen ich hoffentlich noch lange etwas habe. Ist der Garten zu klein, sind vielleicht wenigstens die Töpfe noch frei? Nachdem ich nun beim besten Willen nichts mehr in meinen Beeten unterbringen konnte, habe ich Anfang des Frühjahrs umso lustvoller Pflanzen für zwei hübsche Töpfe ausgesucht. Klar war, dass es möglichst langlebige sein sollten, also eher keine typischen Sommerblumen. Ich hoffe, dass ich es dennoch geschafft habe, langblühende zu finden – bis jetzt, Ende Mai, ist alles top in Form. Ich habe mich für eine meiner aktuellen Lieblingsfarbkombinationen entschieden: hellblau und gelbgrün. Oder sollte ich besser sagen grüngelb? Wie auch immer: Frühlingshaft wirkt die farbliche Mischung aus Sonnenschein und Himmel mit Wölkchen. Zwei Tontöpfe habe ich als Paar bepflanzt, meine Tochter nennt sie despektierlich Dick und Doof. Das ist natürlich eine Frechheit, denn dick sind ja nun beide nicht und über die Intelligenz der Pflanzen wird es in Zukunft sicher noch bahnbrechende Erkenntnisse zu ihren Gunsten geben. Als Basis meiner Ganzjahresbeglückung dienen zwei Wolfsmilchgewächse, für die …

Verschleierte Parteispenden und die Vernichtung von Grünflächen

Bist du Berufspolitiker und in einer Regierung tätig? Nein? Ich auch nicht. Daher antworteten wir wohl auf die Frage, ob Parteienspenden der Einflussname auf den politischen Entscheidungsprozess dienen könnten, mit: „Jau, wär schon möglich.“ Wären wir hingegen zum Beispiel der Stadtentwicklungssenator von Berlin donnerten wir nur ein beherztes „Blödsinn.“ Die Groth-Gruppe und ihre Spenden-Praxis. So geschehen ist das nun in der letzten Woche in unserer hübschen Hauptstadt. Es geht um den dir aus vielen Blogbeiträgen bereits bekannten Bauunternehmer Klaus Groth. Ja genau den, dem auf merkwürdige Weise von der Regierung ermöglicht wurde, 150 Kleingärten platt zu machen, um hier Luxuswohnungen zu bauen. Und der gegebenenfalls noch weitere 150 Gärten über die Klinge springen lässt, wenn nicht alles so läuft, wie er sich das vorstellt. Dessen Spendengebaren kam nun an die Öffentlichkeit. Klaus Groth hat mehrere Wahlkampfspenden an die Regierungsparteien SPD und CDU verteilt. Und nicht etwa öffentlich, sondern säuberlich gestückelt und verschleiert zu jeweils 9.950 Euro – ab 10.000 Euro müssen Spenden transparent gemacht werden. Auch waren verschiedene Unternehmen der Groth-Gruppe die edlen Geber. Wenn …

Flieder, Tulpen, Akeleien: der Traumstrauß

Wenn der Flieder blüht, gibt es das beste Material für große schöne Frühlingssträuße. Und herrliche Anlässe dafür wie Muttertag oder Pfingsten. Mit dem Flieder zieht zum ersten Mal Duft in den Garten ein. Du kennst das: Musste man sich bisher zu den duftenden Blüten hinunterbeugen, zu den Veilchen gar auf alle Viere begeben (Näschen in die Blüte, Pöchen in die Höh), umhüllt uns jetzt das Parfum von Flieder, wenn wir einfach nur im Garten werkeln. Oder ich einfach nur entspannt auf der Terrasse sitze. Flieder = die ersten lauen Frühlingsabende = Muttertags- und Pfingstzeit = Waldmeister für die Bowle pflücken = Rhabarberkuchen mit Schlagsahne in der Sonne = Erinnerungen an die beste Omi der Welt = ich bin unbeschwert und richtig glücklich. Der Flieder fordert natürlich auch geradezu heraus, einen schönen Strauß zu schneiden und die Kaffeetafel zu schmücken. Er freut sich regelrecht darüber. Denn um das Gehölz in Form zu halten, sollte man nach der Blüte sogar alle Rispen herausschneiden. Ich gestehe, dass ich diese herausfordernde Arbeit dem Gartengemahl überlasse, was ihn in seiner …

Tulipan-Schau: zigtausende Tulpen in allen Farben

Tulipan im Britzer Garten

Ein abendlicher Spaziergang zur Tulipan-Zeit im Britzer Garten. Was für ein Genuss. Neulich habe ich hier behauptet, ich könnte in meinem Garten eine Tulipan-Schau veranstalten. Alles sei voll. Nun war ich Sonntag im Britzer Garten und geniere mich ein bisschen. Denn so wie du dich bei Crocodile Dundee vielleicht an die Szene „Das soll ein Messer sein? – Das ist ein Messer“ erinnerst, als Dundee ein kleines Taschenmesser mit seiner 40cm-Monsterklinge konterte, sind meine paar hundert Tulpen im Vergleich zu den Millionen im Britzer Garten ein kleiner, wenngleich hübscher Scherz. Ich hatte eine Weile überlegt, ob es sich überhaupt noch lohnen könnte, mir die Tulipan-Ausstellung anzuschauen. Immerhin ist ja schon bald Mitte Mai. Aber ich bin ehrlich froh, dass ich mich aufgerafft habe! Sogar zwei Anläufe habe ich unternommen: Nachdem mitten am Tage zu Himmelfahrt vor Menschenmassen überhaupt kein Hineinkommen in den Garten möglich war, habe ich mich jetzt richtig entschieden und bin erst nach 17 Uhr dort eingetroffen. Was für ein goldenes Licht! Wie viel Platz und freier Blick auf die Pflanzungen. (Wie schön …

12tel Blick 30. April 2016

12tel Blick April: Tulpen und Baumblüte

Nahm die Natur in den vorigen Monaten Anlauf, ist der Garten jetzt richtig in Fahrt: Zum 12tel Blick 30. April 2016 hat sich noch einmal viel getan. Vorhang auf für Tulpen und Baumblüte! Ende April, Anfang Mai kann ich in unserem Garten eine private Tulipan-Schau veranstalten. Alles ist voll, herrlich! Dabei habe ich gedacht, dass es dieses Frühjahr weniger würde, da wir im letzten Herbst erstmalig keine neuen Zwiebeln gesetzt hatten – zu ungewiss war die Zukunft (mehr dazu lies hier). Aber da ich primär auf altbewährte Sorten baue und von denen dann einfach umso mehr pflanze, ist alles üppig wie immer. Meine absoluten Lieblinge sind die weiße Purissima (März bis Mai) und die im Austrieb manchmal gelb gefärbte, aber später strahlend weiße lilienblütige White Triumphator (April/Mai). Kräftiges Düngen zum Austrieb, bewußt mit Blaukorn, hilft sehr, die Lebensdauer zu erhöhen. Für Farbe sorgen einige knallige Darwintulpen in gelb und rot, die noch von meinen Gartenvorgängern stammen und also mindestens 19 Jahre alt sein müssen. Selbst gesetzt hätte ich sie wohl nicht, sie gelten – wie …

Sommerknotenblume Leucojum in Garten und Vase

Blütenweiß: Leucojum, die Sommerknotenblume

Ich habe eine Schwäche für weiße Blüten. Hell und strahlend sind sie an den oft noch trüben Apriltagen ein Lichtblick im Garten. Vor ein paar Jahren habe ich daher im Herbst Zwiebeln von Leucojum aestivum Gravetye Giant, der Sommerknotenblume gesetzt. Seitdem kann ich mich jedes Jahr von Ende März bis Mai an ihr erfreuen. Inzwischen beginnt sie sogar zu verwildern – ein erstaunlicher Effekt auf unserem trockenen Sandboden, denn in der Natur trifft man sie eher an feuchten Standorten an. Die große Schwester unserer Märzenbecher wirkt elegant und besonders und wächst doch völlig unkompliziert. Auch bringt sie mit rund 40 cm schnell Höhe ins Frühlingsbeet. In der Vase ist sie eine grazile Erscheinung. Einen einzelnen Stiel habe ich mir gegönnt. Das schlicht weiße Gefäß in moderner Formensprache unterstreicht ihren schlanken Wuchs optimal, wie ich finde. Um sie möglichst groß erscheinen zu lassen, hier immerhin 60 cm, habe ich die Leucojum nur rund 10 cm eingesteckt und die Vase bis zum Rand mit Wasser gefüllt. Wie in der Mode: ein bisschen tricksen für die Optik *zwinker*. …