Monate: Juni 2016

Vorbild für Gartenplaner bis heute - Mrs Winthrop's Garden

Ein Besuch im Hidcote Manor Garden

Ich möchte dir heute mit Hidcote Manor einen der sicherlich schönsten Gärten der Welt vorstellen – auf jeden Fall meinen Lieblingsgarten. Von Hidcote Manor Garden geht ein besonderer Zauber aus. Er ist perfekt. Ein ganz besonderes Gartenbaudenkmal, das in der Liste der Parks und Gärten von English Heritage die Bewertung ‚Grade I‘ führt, also von allen Profis höchst anerkannt ist. Gleichzeitig öffnet das Anwesen auch dem Privatbesucher das Herz. Ich habe mich hier im Paradies angekommen gefühlt. Klingt komisch? Fühlte sich auch komisch an – und sehr sehr gut natürlich. Hidcote ist in seinem Abwechslungsreichtum und seiner Schönheit das gärtnerische Ultimum für mich. Woran könnte das liegen? Ich glaube daran, dass sich ein besonderes Karma des Gärtners auf den Garten überträgt. Hidcote wurde ab 1907 von Lawrence Johnston gestaltet, einem Amerikaner, der mit seiner Mutter zusammen hierher kam. Die Familie war überaus wohlhabend, sehr gebildet, lange Zeit durch Amerika und Europa gependelt und wollte nun sesshaft werden. Johnston war zu dem Zeitpunkt Mitte dreißig – ein typisches Alter, um in Gartenthemen einzusteigen. Inspiration durch Arts …

Wiese mit Mohn und Margeriten

Mohn und Wiese: Gibt es sie noch?

Jeden Sommer bin ich auf Mohnblumen-Jagd. Nicht um sie zu schneiden, sondern um sie zu fotografieren. Das werden immer so herrliche Heile-Welt-Motive – die gehören zu meinem Juni wie Spaghetti-Eis und der Duft von Sonnencreme auf warmer Haut. Ich hole am späten Nachmittag mein Fahrrad aus dem Keller, setze mir meinen Foto-Rucksack auf und mache mich auf die Pirsch. Als Kind hatte ich nicht weit zu radeln und war schnell am Ziel. Zahlreiche Wiesen gab es. Felder auch – sehr zur Freude meiner Mutter, die Kornblumen liebte. Was mir damals als Überfluss erschien, wurde von den Großeltern jedoch mit: „Das ist doch gar nichts, da hättest du mal die Blumen unserer Kindheit sehen sollen“, kommentiert. Kaum noch Wiesen in Berlin. Ausnahme: die Cornelsenwiese. Alles ist relativ. Das merke ich auch jetzt, wenn ich Ausschau nach roten Flecken halte. Ich lebe in Berlin. Einer Stadt, die im internationalen Vergleich zwar grün, aber gerade dabei ist, ihre letzten Fleckchen Natürlichkeit zu verramschen. Entsprechend lange radle ich, bis ich die ersten Mohnblüten ausmache. Und ich finde sie auch …

Rittersporn gehört in den Frühsommergarten

Interview Christel: So klappt es mit dem Rittersporn

Probleme mit Rittersporn? Hat sie nicht. „Rittersporn muss man einfach selbst aussähen, dann sind die wüchsig und schön“, Kleingärtnerin Christel weiß, wie es geht, und verrät uns ihre Tricks. Manche Menschen haben einen grünen Daumen. Christel hat überdies einen knackeblauen. Ihre Rittersporne in der Berliner Kleingartenanlage Friedrichshall sind wahre Sehenswürdigkeiten. Spaziergänger bleiben stehen und erfreuen sich an den mächtigen Kerls am Eingang des Gemüsegartens. Viele Jahre habe auch ich die blauen Prachtstauden Delphinium still bewundert und mich immer wieder ein wenig neidisch gefragt, wieso sie dort ungestüm wachsen und bei mir nur kümmerlich bleiben – und das, obwohl ich bei Foerster Stauden in Potsdam die berühmten Züchtungen des Staudenpapstes als kräftige und entsprechend kostspielige Containerware erstanden hatte. Inzwischen habe ich die Gärtnerin dahinter kennenlernen und interviewen dürfen. Christel Geier ist nämlich die Grand Dame des Wilmersdorfer Kampfes um den Erhalt von Grünflächen. „Nur ein bisschen“ oder „man müsste mal“ gibt es bei ihr nicht. Ob für Gärten und jetzt auch für Flüchtlinge: Christel geht hin, macht, hilft. Die quirlige wie streitbare Aktivistin wird im September …

Rhabarberkuchen

Rezept „verkehrter“ Rhabarberkuchen

Als ich neulich das Rezept für mein Rhabarberkompott vorstellte, meldete sich Pia mit einem Kuchenrezept: köstlicher Biskuit, Haselnüsse, milder Rhabarber. Seitdem hatte ich den „verkehrten“ Rhabarberkuchen im Hinterkopf. Und nun zum Glück auch auf dem Teller – der Gartengemahl hatte ein Einsehen und zauberte aus den Rhabarberstangen, die ich in die Küche geworfen hatte (schließlich ist ja Endspurt für die Ernte), einen sehr leckeren Kuchen. Natürlich gönnte ich mir nach einem Gartentag mit Kompostumsetzen gleich zwei Stücke. Zwischen den Fotos „Teller voll“ und „Nur noch Krümel“ vergingen grad mal fünf Minuten. *Seliges Lächeln* Und damit ist mein Text hier für heute auch schon zu Ende. Wie eine Fußballmoderatorin kann ich nun sagen: „Und damit gebe ich ab zu Pias Blog in das Rhabarber-Backstudio.“ Denn dort gibt es das ganz Rezept samt Backanleitungsfotos. Guten Appetit! Alle Fotos vergrößern sich durch anklicken.    

Zwei Pfingstrosen-Bücher von Hofmeister

Büchertipp: zwei lesenswerte Titel über Pfingstrosen

„Pfingstrosen“ und „Ein ländlicher Garten voller Kostbarkeiten“ – zwei schöne Bücher, die Pfingstrosenzeit zu verlängern. Oder endlich die richtigen Sorten für den eigenen Garten zu finden. Vor einiger Zeit war ich mit einem Artikel über meinen Garten in der Zeitschrift GartenSpaß vertreten. Der Text dazu wurde von Kathrin Hofmeister verfasst, einer Gartenbuchautorin, die schon sehr viele kluge Titel herausgebracht hat. Wir führten mehrere Gespräche und fanden – wie Gartenmenschen meistens – einen guten Draht zueinander. Zum Abschluss unseres Projektes erreichte mich ein wunderhübsches Päckchen mit zwei tollen Büchern von ihr in der Zusammenarbeit mit der Gartenfotografin Christa Brand. Wie habe ich mich über dieses Geschenk gefreut! Und heute möchte ich dir diese beiden Bücher ans Herz legen, da sie sehr gut in die jetzige Zeit passen. Es geht nämlich um Pfingstrosen! Wenn du zu den Glücklichen gehörst und jetzt in optimal wachsenden Päonien schwelgen darfst, kannst du dir mit diesen beiden Büchern die schöne Zeit verlängern. Wenn du mit deinen Pfingstrosen nicht so glücklich warst, dann findest du hier Anregungen für neue oder vielleicht andere …

12tel Blick 31. Mai 2016 im Vergleich

12tel Blick Mai/Juni: Pfingstrosen natürlich. Und die Rose Nevada

Sie waren die Stars im Mai: Pfingstrosen, Parkrose Nevada und duftender Flieder. Ein Rückblick auf den Wonnemonat. Der Mai ist der Monat, in dem der Garten langsam so aussieht, wie er „eigentlich gehört“. Sind bis dahin die Stauden erst wadenhoch, sodass sie den Blick noch freigeben auf letzte Fleckchen braune Erde sowie Tulpen & Co., müssen sich die nun auftrumpfenden Zierlauche schon lang machen, um gesehen zu werden. Redet der Göttergatte über den Garten, läuft das schon alles unter „Grüne Hölle“. Tatsächlich haben sich inzwischen Funkien und Farne ausgerollt und die Baumkronen stecken durch ihre Belaubung die Köpfe zusammen. Gut so, denn es kann ja jetzt auch so warm werden, dass wir uns nach Schatten sehnen. Rose Nevada gehört in jeden romatischen Garten! Unsere früheste Rose heißt Nevada. Ihr Blühen ist so überschwänglich wie das Tanzen der Bienen und Hummeln in ihren geöffneten Schalenblüten. Mich würde so ein Überangebot an duftendem Pollen als Insekt ganz taumelig machen. Wenn ich mich unter (!) ihr Blätterdach setze, kann ich total entspannen. Warum kann nicht immer Flieder-Zeit sein? …

Kleingärten Oeynhausen: bis zu acht Stockwerke

„Darf es noch etwas mehr sein?“, so fragt nicht nur die Dame an der Wursttheke.  So geht es anscheinend auch bei den Entscheidungen rund um die Bebauung des ehemaligen Kleingartenareals Oeynhausen in Berlin-Wilmersdorf zu. Auf einer Informationsveranstaltung unter dem Realsatire-Titel ‚Transparente Kommunikation für Oeynhausen‘ wurde heute nach sechs Monaten „Stillschweigen“ von Slapstickern aller Parteien der Bezirksverordnetenversammlung sowie dem Hauptdarsteller des Investors Groth-Gruppe mitgeteilt, wie sie denn nun aussehen sollen, die Häuserkomplexe auf dem geräumten Areal. Der guten Ordnung halber sei angemerkt, dass auch zwei Statisten auf dem Podium Platz genommen hatten: Siegfried Schlosser, der dort eigentlich nichts zu suchen hatte, da er erklärtermaßen immer gegen eine Bebauung war, und der Vorsitzende des Bezirksverbandes der Kleingärtner. Ich mache es kurz und nicht so spannend: Die meisten der Häuser im Nordbereich werden sechsgeschossig ausfallen, „nur an manchen Stellen“ durch ein siebtes Stockwerk erweitert, der südliche Teil wird Richtung übrig gebliebener Gärten überwiegend achtgeschossig bebaut. Na da haben „die von uns gewählten Volksvertreter“, wie der Akteur der Groth-Gruppe sie so erheiternd nannte, ja ganze Verhandlungsarbeit geleistet.  Und der Investor …

Wunderschöne Lüneburger Heide

Rhododendren in der Lüneburger Heide

Ein Ausflug in die Lüneburger Heide. In dieser Jahreszeit hat die Region zwischen Hamburg und Hannover viel zu bieten. Denn für die jetzt blühenden Rhododendren sind die Bedingungen durch die sauren Böden optimal. Einmal im Jahr ist bei uns ein verlängertes Mädels-Wochenende angesagt.  Mit einer Freundin und meiner Tochter genieße ich ein paar schöne freie Tage.  Was die Location betrifft, sind recht unterschiedliche Interessenslagen zu berücksichtigen.  Das Kind will Spaß und Sport,  die Freundin Shopping und Kultur und ich – natürlich! – Gärten.  Eine passende Wahl war jüngst die Lüneburger Heide. Waldidyll im Center Parc. Quartier nahmen wir im Center Parc in Bispingen.  Das ist eine Ferienhaussiedlung mitten im Wald.  Alles ist dort perfekt durchorganisiert und insbesondere Familien lieben diese Art von Urlaub mit Kindern. Es gibt ein umfangreiches Aktivitäten- und Wellness-Programm,  was so gar nicht meins ist, aber wie gesagt: Wenn drei Personen verreisen, sind viele Wünsche unter einen Hut zu bringen. Sehr angenehm fand ich, dass trotz der vollen Belegung das Gefühl von Idylle aufkam. Die vielen Häuser konnte man vor lauter Wald kaum sehen, …

Wunderhübsche Medusa

Serie Vasen: ein weißer Strauß aus Rosen, Päonien und Jasmin

Die wunderschöne Vase Versace Gorgona von Rosenthal mit der goldenen Medusa habe ich von meiner Großmutter geerbt. Sie liebte das Edle, die Eleganz. Ich liebte meine Großmutter, ich liebe alles, was mich an sie erinnert. Diese Vase habe ich bei ihr im Regal immer sehr bewundert. Gradlinige Vasen brauchen lässige Partner. Als ich sie dann aber mein Eigen nennen konnte, merkte ich: Das gute Stück ist schwierig. 18 cm hoch, trotz der Taillierung etwas steif und vor allem in der Farbkombination weiß-gold zu wenigen Sträußen passend. Vielleicht ginge es mit roten Rosen? Als ich wunderschöne von meinem Liebsten geschenkt bekam, stellten sich die geraden, ebenfalls staksigen Blumen als irgendwie gezwungen in diesem Traum von Versace heraus. Und so kam ich zu der Erkenntnis: Solch eine Vasenform braucht ungestüme Partner mit wilder Wuchsform, dann kann sie in ihrer Klarheit den nötigen Konterpart geben. Als jetzt die ersten Rosen erblühten, dachte ich sofort an meine unterkühlte Schöne aus Porzellan. Und wie findest du nun meinen Strauß aus Rose (Ghislaine de Feligonde), Pfingstrose (Paeonia Festiva Maxima), Bauernjasmin (Philadelphus …

Smoothie Himbeer Banane

Ran ans Eingemachte: Smoothie aus eigenen Früchten

Über Smoothies, die unkomplizierteste und wahrscheinlich leckerste Art, deine Früchte zu verwerten. Für ein gesundes Frühstück zum Beispiel. Die neue Ernte steht in den Startlöchern und wir schlemmen uns jetzt aktiv durch die Tiefkühltruhe und verwerten alles Obst vom Vorjahr. Das ist Platz schaffen auf die angenehme Art. Neben dem Backen haben wir unsere Liebe zu Smoothies aus eigenen Zutaten entdeckt. Zum Frühstück sind sie eine super Alternative zu Brot & Co. Ich mache mich damit bei meiner Tochter beliebt und arbeite an der Auszeichnung „beste Mama der Welt“. Ich kann dich nur ermutigen, locker vom Hocker zu improvisieren. Auch mit überreifem Obst, Grünzeugs und Kräutern. Als Flüssigkeitsbasis taugen Mineralwasser oder natürlich Säfte; Kokosmilch, Joghurt oder normale Milch finde ich zum Ergänzen auch passend – aber in geringerer Menge, sonst wird’s schon ein Milchshake. – Auch lecker, aber was anderes. Eiswürfel sind wegen des frischen Geschmacks nicht verkehrt, müssen aber nicht unbedingt sein, wenn ja das Obst zum Teil aus der Kühlung kommt. Zum Süßen mag ich Ahornsirup oder braunen Zucker sehr. Honig hat mir …