Monate: November 2016

Besonderer Buchtipp: Herbstzauber

Ein Buchtipp der besonderen Art: Herbstzauber – eine überzeugend gelungene Mischung aus Bildband, Gartenratgeber und Blick in großartige Gärten. Spätherbst – Inzwischen bin ich häufiger auf dem Sofa als im Garten anzutreffen. Aber wenn ich draußen bin, soll das Auge doch noch was zu erleben haben. Für beide Situationen ist das neue Werk von Kathrin Hochmeister ideal: Es ist opulente Lektüre für ein paar gemütliche Stündchen im Warmen und liefert gleichzeitig profundes Wissen für die Anlage eines tollen Herbstgartens. Wie die Autorin schreibt, ist es wohl auch das erste und einzige Herbstbuch im deutschen Garten-Blätterwald – erstaunlich, denn inzwischen nehmen die Gartenratgeber ja ganze Wände in den Buchhandlungen ein. Herbstzauber überzeugt durch einnehmende Texte von Kathrin Hofmeister, deren schönes Päonienbuch ich euch im Frühjahr bereits vorgestellt habe. Sie war auch die Redakteurin des Beitrages in der GartenSpaß über berlingarten. Die exzellenten Fotos kommen von Ursel Borstell, der Grande Dame der deutschen Gartenfotografie. Interessant finde ich das Konzept des Buches: Es werden die Zwiebelblumen und Stauden des Herbstes ebenso thematisiert wie Fruchtstände und Blätter, die den …

Mobiler Adventskranz mit Hortensie und Hagebutte

Mobiler Adventskranz mit Hortensie und Hagebutte

Warum eigentlich nicht ein zweiter Adventskranz in der Küche? Er darf nicht zu voluminös sein. Am besten, er ist mobil, sodass man ihn in seine Einzelteile zerlegen kannst, falls es an Platz fehlt. Und es fehlt doch irgendwie immer an Platz auf dem Frühstückstisch, oder? Meine Idee: vier Kerzen auf Untersetzern plus ein Tablettchen für die Deko. Wenn alles zusammenpasst, umso besser. Und dann ein kurzer Gang in den Garten, die Schere im Anschlag, schnipp bei den Rosen und den Hortensien und fertig ist der Adventskranz Marke alltagstauglich. Als Hingucker auf das Tablett kommen bei mir meine beiden Mädchen dazu, kleine Porzellanengelchen, die ich von meiner Großtante geerbt habe und die ich wahnsinnig liebe. Sie sind von Kaiser, nicht mehr im Programm, aber bei ebay gibt’s ja alles. Bestimmt hast du aber ähnliche im Fundus, die endlich raus an die frische Adventsluft wollen. Wobei: Kugeln sind auch nicht schlecht. Oder Glocken. Oder einfach noch mehr Gartenzeug. Oder eine kleine vorgetriebene Christrose im Topf. Auf geht’s! Alle Fotos vergrößern sich durch anklicken:

Hübsche Details

Adventsgesteck in grün-blau

A quiet style: Limette, Sicheltanne, eine blaue Distel sowie Eukalyptus sind ein tolles grün-blaues Team für ein schlicht-elegantes Adventsgesteck. Magst du dir gern einen Adventskranz oder ein Adventsgesteck selbst basteln, aber draußen im Garten bist du einfach besser als in der Floristik? Dann geht es dir genau wie mir. Ich mache immer alles selbst und finde Deko mit natürlichem Touch schön, fühle mich aber klein und nichtig angesichts Floristen, die – ist ja auch ein anspruchsvoller Lehrberuf – die eindruckvollsten Sachen kreieren. Ich suche dann immer nach Lösungen, wie ich mit meinen bescheidenen Amateurkenntnissen dennoch etwas hinbekomme, das sich sehen lassen kann. Nun habe ich einen Kerzenhalter gefunden (leider ist der Hersteller nicht zu erkennen), der perfekt zu meinen Ambitionen passt und mich in 30 Minuten ein Adventsgesteck zaubern lässt, das mit wenigen Handgriffen und noch weniger Materialien schick und „anders“ aussieht. Ich muss einfach nur binden und stecken. Ich stelle vor: 1 Kerzenhalter in Rostoptik, 4 Kerzen in crème, 1 Zweig Eukalyptus parvifolgia, 2 Zweige Sicheltanne cryptomeria japonica, 1 Distel Eryngium, 1 Limette, Silberdraht. …

Alles fluffig, alles sehr natürlich. Dazwischen: Rosen

Prachtkerze, Verbena und Gräser: Tänzer im Beet

Sie sind Trend: locker-leichte Pflanzen wie Prachtkerze, Patagonisches Eisenkraut oder Gräser. Und sie tanzen die schönsten Szenen. Die zarte, ja fast zerbrechlich wirkende Ballerina schwebt nach links und nach rechts, umtanzt die kräftigeren Nachbarn und zieht sich dann in einer fließenden Bewegung wieder zurück, um mit den Freundinnen die Köpfe zusammenzustecken. Sie sind alle so süß wie das Corp de Ballet in Schwanensee. Oder wie kommen dir zum Beispiel Prachtkerzen vor, die ein schönes Gehölz umgarnen? Wenn du dir etwas Zeit zum Zuschauen nimmst, bist du mittendrin im Blütenballett. Früher war alles irgendwie kompakter im Beet. Die Pflanzen in festen runden Tuffs oder Drifts arrangiert. Heute sind tänzerische Stauden angesagt, die durch das gesamte Beet schwingen. Es begann vor ein paar Jahren mit dem Siegeszug des Patagonischen Eisenkrauts Verbena bonariensis. Es reckte sich plötzlich aus einem Bühnenbild aus Frauenmantel und Storchschnabel hervor und brachte etwas Fließendes in den Garten. Weitere Trendpflanzen wie die Kerzenknöteriche mit hohem, rispenhaften Wuchs folgten, aber auch alte Bekannte wie lilienblütige Tulpen oder Akeleien passen zu diesem Stil. Auch Gräser dürfen …

Trost und Freude: Die Rosen bringen Licht in die triste Jahreszeit

Garten und Blumen: Licht im Dunkel

Auch das ist eine Kunst, ist Gottes Gabe, aus ein paar hellen Tagen sich soviel Licht ins Herz zu tragen, dass, wenn der Sommer längst verweht, das Leuchten immer noch besteht. Johann Wolfgang von Goethe (28.8.1749 – 22.3.1832) Graue Tage waren das. Manchmal läuft es nicht so, wie es soll, da kannst du noch so viel planen, dich auf die Hinterbeine stellen. Manchmal reicht es nicht, zu wollen – insbesondere in der kalten, dunklen Jahreshälfte. Und wenn dann noch die Weltpolitik aus den Fugen gerät, möchte man umso mehr die Decke über den Kopf ziehen. Das Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe habe ich für solche Fälle in meiner Mantra-Sammlung. Es spendet Trost und erinnert mich daran, dass für mich als Gartenmensch und Blumenfrau kurze Gänge durch Garten und Natur eine Möglichkeit sind, wieder Licht ins Herz zu tragen. Oder kleine Sträuße wie dieser, der mir (als sich nicht unterzukriegender Rest eines üppigen Bouquets) eine ganze Woche lang ein stilles Leuchten geschenkt hat.     Ich wünsche dir und deinen Lieben gute Tage. Hab Licht …

12 tel Blick 31.10.2016

Vom Oktober zum November: noch viel los im Garten

Der Oktober 2016 hat in Berlin dem Monats-Image keine guten Dienste geleistet. Als Marketingberaterin würde ich ihn dringend ermahnen, seinen Markenkern „golden“ nicht so leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Man kann als Herbstfarbenkoryphäe doch nicht 29 Tage (wetterdienstlich festgestellt) lang „grau“ produzieren! Insbesondere die Zielgruppe „Gärtner“ wird verprellt und räumt im wahrsten Sinne des Wortes verschnupft die Gartenmöbel rein. Dass ich dennoch für den 12tel Blick Oktober 2016 ein paar wenige freundliche Fotos machen konnte, wundert mich selbst, freut mich aber insofern, dass ich als markentreue Wetterkonsumentin am Ende doch meinen Frieden mit Oktober finden kann. Just am 30.10., als ich zur 12tel Blick-Tat schritt, strahlte die Sonne golden vom Himmel. Was ist noch hübsch, was überzeugt so spät im Gartenjahr? Gräser gehen immer, oder? Die Kombi aus glitzernden Halmen und gold-rötlich verfärbtem Laub des Pfeifengrases Molinia arundinacea ‚Transparent‘ ist klasse. Dazu kommen blauer Eisenhut Aconitum carmichaelii ‚Arendsii‘ und tiefroter Kerzenknöterich Bistorta amplexicaulis ‚Speciosa‘ – ich mag es, dass die Zusammenstellung farblich noch kraftvoll ist, aber dennoch herbstlich-natürlich für unsere Breiten wirkt.   An anderer Stelle …