Jahr: 2017

Kleingärten Oeynhausen: Bau der Hochhäuser hat begonnen. Und Blick zurück auf stolze Gärten

Auf dem ehemaligen Gelände der Kleingartenanlage Oeynhausen in Berlin-Wilmersdorf sind jetzt die Bagger aktiv, der Verkauf der Wohnungen hat begonnen. Aber was meint der Investor wohl mit seinen Werbeslogans? Sehen er und ich unterschiedliche Dinge? „Mama, was ist Zynismus?“ – diese Frage kann ich meiner Tochter mithilfe eines realen Beispiels beantworten. Leider. Da, wo letztes Jahr 150 Schrebergärten weichen mussten, preisen nun an einem Verkaufscontainer die Plakate die neu zu bauenden Häuser als Leben inmitten der Natur und Idyll zum Entspannen an. Rund 50.000 qm Fläche, als Kleingartenland für einen Spottpreis erworben (6,45 € pro Quadratmeter), werden nun mit bis zu achtgeschossigen Häusern bebaut. Das ist mehr als alles, was anfänglich ausgehandelt war, und höher als alle anderen Gebäude in der Umgebung. Hier entsteht eine Hochhaussiedlung, die das grüne Schmargendorf deutlich zum Nachteil verändern wird. Fast 1.000 Wohnungen an der Zahl und nur 65 mietpreisgebunden. Idyll? Für die neuen Eigentümer der Wohnungen wird vielleicht das Motto sein: Ich sehe das Hochhaus nicht, wenn ich drin bin und rausgucke. Und wenn man ganz realitätsleugnend ist, kann man das …

Echinaea Bistorta

Ein starker Typ: ‚Magnus‘ – der Purpursonnenhut

Magnus ist der Hingucker im Hochsommerbeet. Schau dir dieses Prachtstück von Purpursonnenhut an. Es gibt da einen Typen im Garten, der stiehlt grad allen anderen die Schau. ‚Magnus‘ ist ein Beau – groß, kräftig, gut gebaut und mit einem umwerfenden Teint. Umschwärmt wird er, als gäbe es keine anderen Kerle. Aber er reckt seine Körbchen-Pracht auch so ungeniert in die Höhe wie so mancher Sportstar seinen Bizeps auf Instagram. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: ‚Magnus‘ ist äußerst sympathisch. Für mich sogar der tollste der Purpursonnenhüte Echinacea purpurea und geradezu zum Liebhaben. Er ist auch deutlich genügsamer, als man es von Jungs seiner Attraktivität gewohnt ist. Ein bisschen Kraftfutter hätte er gern in Form eines nährstoffreichen Bodens. Aber das ist auch schon alles. Echinaceen kommen aus trockenen Lebensräumen wie den Prärien Nordamerikas. Ohne zu murren überstehen sie heiße Sommer und lange Trockenperioden und eignen sich damit hervorragend für sonnige Standorte. Nasse Füße sind das einzige, was sie sauer macht und letztendlich vertreibt. ‚Magnus‘ eignet sich übrigens hervorragend zum Schnitt – und durch die igeligen Samenstände …

Herbstanemone

Ein Blick in meinen Hochsommergarten

Juli/August: Freud und Leid des Gartenjahres. Von ausgefallenen Ernten, frischem Phlox und meinem derzeitigen Lieblingskraut Bronzefenchel. Die Pfirsiche bekommen rote Bäckchen, die ersten Physalis schmecken köstlich, der Staudenknöterich ruft aus allen Beeten: „Ich bin der Schönste!“ und hat recht damit. Aber zur ganzen Wahrheit gehören auch die nahezu aus-, da abgefallene Klarapfelernte, das Fünffingerkraut, das deutlich vitaler ist, als ich mit meinem Unkrautstecher, sowie das August-Gespenst „Blühloch“. „berlingarten. Glück auf Grün“ hat derzeit für meinen Geschmack viel zu wenige andere Farben zu bieten. Die Geduld bis zur Dahlienblüte wird auf eine harte Probe gestellt. Auswirkungen der Wetterkapriolen. Wir sind sehr trocken ins Jahr gestartet. Bis Ende Juni zeigten die Stauden regelrechten Kümmerwuchs. Immerhin waren die Rosen alle wunderbar gesund – kein Sternrußtau nirgends. Dann wendete sich das Blatt und Berlin wurde von allen Unwettern als Ziel entdeckt. Und wenn Weltuntergang ist, kann schließlich auch keine Himbeere überleben – der üppige Fruchtansatz verkam innerhalb weniger Tage zu schimmeliger Matsche. Immerhin klappt es jetzt großartig mit dem entspitzten Phlox, er steht zwar erst jetzt in voller Knospe, ist …

Aster Mönch

Gar nicht züchtig: Aster Mönch

Ich habe diese Pflanze schon dann und wann nebenbei erwähnt, dabei gehört sie ins Rampenlicht. Mein Staudentipp: Dauerblüher Aster frikartii Mönch. Wenn sich unzählige Bienen lustvoll im Gold der Staubgefäße wälzen, frage ich mich stets, wer diese Aster wohl ‚Mönch‘ genannt hat? Mönch ist so gar nicht asketisch, Mönch ist üppig, frei- und großzügig. Diese Aster frikartii hat unter den Insekten so viele Stammgäste, dass unser Imker statt Blütenhonig wohl auch Asterhonig auf seine Etiketten schreiben könnte. Ich sah Mönch das erste Mal im Foersterschen Garten in Potsdam-Bornim. Und auch um mich war es sofort geschehen. Da blühte er Ende Juli so prächtig, dass es eine Freude war. Und als ich im Oktober wieder in den Garten kam: das gleiche Bild. Gibt es bessere Argumente für eine Gärtnerinnen-Stauden-Liaison? Mit seinen ca. 70 cm Höhe passt er gut in den vorderen bis mittleren Beetbereich, er mag es sonnig und tänzelt dann geradezu im Beet. Etwas wild Uungezügeltes umgibt ihn, ich binde ihn im Laufe der Saison auch etwas zusammen. Sein Blauviolett harmoniert sehr gut mit zarten …

Havellage

Ausstellungstipp: Gartenstar Fürst Pückler im Schloss Babelsberg

Ein Ausflug zum UNESCO-Weltkulturerbe: Schloss Babelsberg strahlt in neuem Glanz, eine Ausstellung über Hermann Fürst von Pückler-Muskau verrät alles über den Park und an der Havel kannst du sonnenbaden, picknicken oder auch einfach nur flanieren. Was will man mehr für einen entspannten Sonntag? Ich kann mir richtig vorstellen, welche Genugtuung Fürst Pückler angesichts dieser Ausstellung im Schloss Babelsberg empfände. 170 Jahre vergangen und er als Gartengestalter immer noch im Gespräch. Nur die Hinweise auf seine überspannten Titels- und Ordensbetteleien an seinen Auftraggeber, Kaiser Wilhelm I., wären ihm vermutlich peinlich. Noch bis zum 15. Oktober findet eine reizvolle Ausstellung über Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) in den noch unsanierten und seit mehreren Jahren erstmals wieder zugänglichen Räumen des Schlosses statt. Sie trägt den Titel „Pückler. Babelsberg – Der grüne Fürst und die Kaiserin“ und gibt die Möglichkeit, dem Gartenkünstler inmitten einer seiner wichtigsten Schöpfungen zu begegnen und auch dem Menschen auf die Spur zu kommen. Ich empfehle, als erstes die Ausstellung zu besuchen und dann einen Spaziergang durch den Garten zu unternehmen (vielleicht mit einem abschließenden …

berlingarten ist abermals bester Gartenblog und verschenkt seinen Gewinn von 125 €

Das war ja cool: Vor einigen Tagen erhielt ich eine Mail des Teichtechnik-Anbieters Manzke, berlingarten sei von ihrer Jury zum besten Gartenblog gekürt worden und ich sei Gewinnerin eines Einkaufsgutscheins über 125 €. Kröten für den Teich sozusagen. Nun habe ich aber leider nur einen Miniteich im Kübel und schätze, dass meine zwei Wasserhyazinthen ganz schön Angst bekämen, wenn ich mit dem Teichsauger anrückte. Mein Geschenk an dich: mein Gewinn über 125 €. Aber du hast ja vielleicht einen Teich? Dann möchte ich dir gern meinen Einkaufsgutschein schenken. Damit ich auch etwas davon habe, nämlich Freude am Anblick deines Teichs, bitte ich dich lediglich, entweder auf dem Facebook-Account von berlingarten (in den Kommentaren) ein Foto deines Teichs zu posten oder mich auf Instagram zu markieren. Dazu postest du auf deinem Account ein Teichfoto und markierst mich im Bild oder in deiner Bildbeschreibung. Natürlich kannst du diesen Artikel und berlingarten aber auch an andere Teichbesitzer weiterempfehlen, wenn du selbst kein Wasserbiotop hast. Das Los wird am 30.07.17 entscheiden, wer das Präsent erhält. Ich drücke dir die …

IGA Berlin 2017

IGA Berlin 2017: hundert Gartenreisen in einem Besuch

Dieses Jahr war ich nicht auf Gartenreise im Ausland. Bitter für mich. Dieses Jahr habe ich die Internationale Gartenausstellung in der Stadt. Mehr als ein Trost. Mein erstes Resümee nach zwei Besuchen der IGA Berlin 2017. Ich beginne mein Abtauchen in „eine Gartenreise an einem Tag“ in England, wie sollte es anders sein bei mir. Und ich werde nicht enttäuscht. Das, was englische Gärten (jenseits der Landschaftsparks) ausmacht, finde ich hier: rote Ziegelmauern, üppige ‚Borders‘ (Rabatten) mit Stauden in großen ‚Drifts‘ (länglichen Flächen) gepflanzt, Rosen mit Lavendel, einen Küchengarten der Extraklasse samt Kräutern in geometrischen, von Buchs umsäumten Beeten. Alle Fotos dieses Beitrags vergrößern sich durch anklicken.   Und so findet jeder hier seinen Lieblingsgarten: ob Asien, Italien, orientalisch, christlich oder einfach nur formal wie bei Karl Foerster um die Ecke in Potsdam. Dazu kommen die typischen Themengärten einer Gartenschau für Privat- und Balkongärtner, Gartenbaubetriebe zeigen, was sie drauf haben. Du kannst dich zum Beispiel über Trends in der Grabbepflanzung informieren und, kurios, zwischen den Schaugräbern auf großen Sitzsäcken herumlümmeln. An anderer Stelle zeigen Künstler …

Das Spanische Gänseblümchen Eryngium

So süß: Staudenportrait Spanisches Gänseblümchen

Die kleine Staude für trockene Plätze habe ich so richtig ins Herz geschlossen: Heute stelle ich dir das Spanische Gänseblümchen Erigeron karvinskianus vor. Wirklich wahrgenommen habe ich es das erste Mal in England: das Spanische Gänseblümchen Erigeron karvinskianus. Es wächst dort in nahezu allen berühmten Gärten. Ganz besonders ans Herz gewachsen ist es mir, da es stets einen wohltuenden Hauch Anarchie in die strengen Pflanzungen bringen konnte. Wie entzückend sieht es aus, wenn dich als Gegengewicht zu den perfekt gestutzten Rasenkanten an der Mauer die kleinen weißen Köpfchen anlachen. Spanisches Gänseblümchen: Ist das denn überhaupt winterhart, habe ich mich gefragt. Tatsächlich ist es in warmen Lagen und gemäßigten Wintern ausdauernd, sonst ohne Winterschutz eher kurzlebig. Es versamt sich jedoch gut und sichert seinen Fortbestand. Wo es ihm zusagt, bildet es sogar breite Matten. Ursprünglich kommt das Spanische Gänseblümchen aus Mittelamerika, dort wächst es an felsigen Standorten. In England träumt es an den roten Mauern wohl ein wenig von der alten Heimat. Das Spanische Gänseblümchen richtig pflegen. Pflanze das spanische Gänseblümchen an sonnige Treppen, Mauern oder …

Fränkel Gemüsegarten

Ausflugstipp für Gartenbegeisterte: der Landhausgarten Max Fränkel in Berlin-Kladow

Ein Auflug-Tipp für Berlin mit Schiffchenfahrt über den Wannsee, einem Spaziergang oder einer Radtour am Wasser und der Besichtigung des Gartendenkmals Max Fränkel. „Ausflug!“ rufen bei uns alle, wenn es am Wochenende heißt: Was machen wir denn heute? Garten und Blogging muss natürlich auch noch sein, also ist ein Trip nach Berlin-Kladow zum Garten Fränkel, der dich einen guten halben Tag beschäftigt, absolut perfekt. Mit der S-Bahn geht’s nach Wannsee, mit dem selben Ticket kannst du dann gleich noch weiter mit der Fähre bis nach Kladow übersetzen. Wir haben an einem Sonntag mit viel Andrang erlebt, dass 300 Personen und 60 Fahrräder aufs Schiff passen. Also keine Bange: Es lohnt sich noch, sich anzustellen. Vom kleinen Hafen in Kladow mit ein paar Restaurants und Biergärten führt ein hübscher Weg direkt am Wasser entlang Richtung Sakrow, nach rund 20 Minuten Spazierweg erreichst du den Landhausgarten Max Fränkel. Nimmst du dein Fahrrad mit, kannst du den Garten als Stopp auf dem Europaradweg nutzen. Kommst du stilvoll mit deinem eigenen Boot, besteht sogar die Möglichkeit einer direkten Anlandung. …