Monate: August 2017

Hörbuch-Rezension: Sissinghurst – eine Passion von Vita und Harold. Mit Verlosung

Der Garten Sissinghurst ist weltberühmt. In einem schönen Hörbuch werden auch die Gärtner dahinter, Vita Sackville-West und Harold Nicolson lebendig. Das hört sich im wahrsten Sinne des Wortes gut an: Urlaub zu haben, zu entspannen, ein Buch zu lesen. Oder, wie ich es jetzt gemacht habe, mir im südlichsten Süden von Englands Gartenkultur erzählen zu lassen. Aber selbst wenn man daheim im Großstadt-Feierabendstau steht, entschleunigt dieses Hörbuch bestimmt. Sissinghurst heißt das erfolgreiche Hörbuch aus dem Verlag Der Diwan. Erwartet hatte ich bei dem Titel hauptsächlich Informationen zu Gartengestaltung und Pflanzkonzepten. Hier wird aber vor allem durch eine Collage aus Briefen, Tagebucheinträgen und Zitaten das Ehepaar Vita Sackville-West und Harold Nicolson in seiner Beziehung zueinander und zum Garten lebendig. Marit Beyer liest so eindrücklich, dass ich mit meinem Kopfhörer völlig eintaucht bin in die Gefühlswelt des Paares – vom gewagten Kauf des Gartens über die Wirren des Krieges, der Entwicklung des Gartens zum Superstar bis zu Vitas und schließlich Harolds Tod. Ein sinnlicher Genuss und ein aufschlussreicher dazu. Vorlage ist ein Buch von Julia Bachstein, das …

Xenia mit den Titeln von Mein schöner Garten

berlingarten in zwei Titeln von Mein schöner Garten

Digitales im Gedruckten und die klassischen Printmedien im Internet: zwei Welten treffen sich. Und die Überschrift zu einem der Beiträge über berlingarten heißt auch so treffend „Ein Schrebergarten geht online“. Ich freue mich sehr über zwei Beiträge in aktuellen Gartenmagazinen – im absoluten Klassiker der Gartenzeitschriften Mein schöner Garten (September-Ausgabe) und  Mein schöner Garten Spezial „Die besten Ideen unserer Leser“. Im Frühjahr war ich ja wiederum mit einem Beitrag bei MSG online zu Gast. Spannende Zeiten, in denen sich analog und digital nahekommen und gegenseitig bereichern. Übrigens werden im Spezial-Heft neben vielen traumhaften Lesergärten auch zwei weitere Blogs vorgestellt, die ich dir sehr ans Herz legen kann. Da ist einmal Heidi Trauts Blog Heidis grüne Ecke. Wahrscheinlich bist du ihr auch hier in den Kommentaren schon begegnet. Sie ist eine Seele von Mensch mit nicht nur grüner Ecke, sondern zehn grünen Daumen. Als weiteres Blog wird Kathrinsgarten portraitiert. Bei Kathrin kommt zu einem wunderbaren Garten auch noch jede Menge Dekoration dazu: Sie fertigt tolle Keramiken. Viele Tipps und Anregungen gibt es bei beiden. Alle Fotos …

Kleingärten Oeynhausen: Bau der Hochhäuser hat begonnen. Und Blick zurück auf stolze Gärten

Auf dem ehemaligen Gelände der Kleingartenanlage Oeynhausen in Berlin-Wilmersdorf sind jetzt die Bagger aktiv, der Verkauf der Wohnungen hat begonnen. Aber was meint der Investor wohl mit seinen Werbeslogans? Sehen er und ich unterschiedliche Dinge? „Mama, was ist Zynismus?“ – diese Frage kann ich meiner Tochter mithilfe eines realen Beispiels beantworten. Leider. Da, wo letztes Jahr 150 Schrebergärten weichen mussten, preisen nun an einem Verkaufscontainer die Plakate die neu zu bauenden Häuser als Leben inmitten der Natur und Idyll zum Entspannen an. Rund 50.000 qm Fläche, als Kleingartenland für einen Spottpreis erworben (6,45 € pro Quadratmeter), werden nun mit bis zu achtgeschossigen Häusern bebaut. Das ist mehr als alles, was anfänglich ausgehandelt war, und höher als alle anderen Gebäude in der Umgebung. Hier entsteht eine Hochhaussiedlung, die das grüne Schmargendorf deutlich zum Nachteil verändern wird. Fast 1.000 Wohnungen an der Zahl und nur 65 mietpreisgebunden. Idyll? Für die neuen Eigentümer der Wohnungen wird vielleicht das Motto sein: Ich sehe das Hochhaus nicht, wenn ich drin bin und rausgucke. Und wenn man ganz realitätsleugnend ist, kann man das …

Echinaea Bistorta

Ein starker Typ: ‚Magnus‘ – der Purpursonnenhut

Magnus ist der Hingucker im Hochsommerbeet. Schau dir dieses Prachtstück von Purpursonnenhut an. Es gibt da einen Typen im Garten, der stiehlt grad allen anderen die Schau. ‚Magnus‘ ist ein Beau – groß, kräftig, gut gebaut und mit einem umwerfenden Teint. Umschwärmt wird er, als gäbe es keine anderen Kerle. Aber er reckt seine Körbchen-Pracht auch so ungeniert in die Höhe wie so mancher Sportstar seinen Bizeps auf Instagram. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: ‚Magnus‘ ist äußerst sympathisch. Für mich sogar der tollste der Purpursonnenhüte Echinacea purpurea und geradezu zum Liebhaben. Er ist auch deutlich genügsamer, als man es von Jungs seiner Attraktivität gewohnt ist. Ein bisschen Kraftfutter hätte er gern in Form eines nährstoffreichen Bodens. Aber das ist auch schon alles. Echinaceen kommen aus trockenen Lebensräumen wie den Prärien Nordamerikas. Ohne zu murren überstehen sie heiße Sommer und lange Trockenperioden und eignen sich damit hervorragend für sonnige Standorte. Nasse Füße sind das einzige, was sie sauer macht und letztendlich vertreibt. ‚Magnus‘ eignet sich übrigens hervorragend zum Schnitt – und durch die igeligen Samenstände …

Herbstanemone

Ein Blick in meinen Hochsommergarten

Juli/August: Freud und Leid des Gartenjahres. Von ausgefallenen Ernten, frischem Phlox und meinem derzeitigen Lieblingskraut Bronzefenchel. Die Pfirsiche bekommen rote Bäckchen, die ersten Physalis schmecken köstlich, der Staudenknöterich ruft aus allen Beeten: „Ich bin der Schönste!“ und hat recht damit. Aber zur ganzen Wahrheit gehören auch die nahezu aus-, da abgefallene Klarapfelernte, das Fünffingerkraut, das deutlich vitaler ist, als ich mit meinem Unkrautstecher, sowie das August-Gespenst „Blühloch“. „berlingarten. Glück auf Grün“ hat derzeit für meinen Geschmack viel zu wenige andere Farben zu bieten. Die Geduld bis zur Dahlienblüte wird auf eine harte Probe gestellt. Auswirkungen der Wetterkapriolen. Wir sind sehr trocken ins Jahr gestartet. Bis Ende Juni zeigten die Stauden regelrechten Kümmerwuchs. Immerhin waren die Rosen alle wunderbar gesund – kein Sternrußtau nirgends. Dann wendete sich das Blatt und Berlin wurde von allen Unwettern als Ziel entdeckt. Und wenn Weltuntergang ist, kann schließlich auch keine Himbeere überleben – der üppige Fruchtansatz verkam innerhalb weniger Tage zu schimmeliger Matsche. Immerhin klappt es jetzt großartig mit dem entspitzten Phlox, er steht zwar erst jetzt in voller Knospe, ist …

Aster Mönch

Gar nicht züchtig: Aster Mönch

Ich habe diese Pflanze schon dann und wann nebenbei erwähnt, dabei gehört sie ins Rampenlicht. Mein Staudentipp: Dauerblüher Aster frikartii Mönch. Wenn sich unzählige Bienen lustvoll im Gold der Staubgefäße wälzen, frage ich mich stets, wer diese Aster wohl ‚Mönch‘ genannt hat? Mönch ist so gar nicht asketisch, Mönch ist üppig, frei- und großzügig. Diese Aster frikartii hat unter den Insekten so viele Stammgäste, dass unser Imker statt Blütenhonig wohl auch Asterhonig auf seine Etiketten schreiben könnte. Ich sah Mönch das erste Mal im Foersterschen Garten in Potsdam-Bornim. Und auch um mich war es sofort geschehen. Da blühte er Ende Juli so prächtig, dass es eine Freude war. Und als ich im Oktober wieder in den Garten kam: das gleiche Bild. Gibt es bessere Argumente für eine Gärtnerinnen-Stauden-Liaison? Mit seinen ca. 70 cm Höhe passt er gut in den vorderen bis mittleren Beetbereich, er mag es sonnig und tänzelt dann geradezu im Beet. Etwas wild Uungezügeltes umgibt ihn, ich binde ihn im Laufe der Saison auch etwas zusammen. Sein Blauviolett harmoniert sehr gut mit zarten …