Alle Artikel in: Meinung

Hier geht’s zur Sache. Alles, was die Gärtnerin so umtreibt.

Kindheitserinnerungen an den Hochsommer

Die Luft flirrt, wir sitzen noch stundenlang im Garten. Irgendwann ist das letzte Teelicht verglimmt und wir gehen schlafen, matt vom heißen Tag. Mehr als ein Leinenlaken zum Zudecken brauchen wir nicht. Am nächsten Morgen reicht ein Stücke Wassermelone als ganzes Frühstück. Der Hochsommer mit seinen heißen Temperaturen verändert unser nordeuropäisches Leben, macht es träger, schöner und ruft bei mir die Erinnerung an die Kindheit hervor. Hochsommer: Sommerferien oder Hitzefrei. Die Tage waren unendlich lang, meine Freundinnen und ich stromerten den lieben langen Tag umher, bekleidet mit Bikini, einem Sommerkleid darüber, Badelatschen. Stets bereit, mit dem Fahrrad rasch ans Meer zu fahren und ins kühle Nass zu hüpfen. Eine Kindheit an der Ostsee. An den Feldern pflückten wir Sträuße aus Wilder Möhre und stromerten durch Omis Garten, um vielleicht noch eine übersehene Johannisbeere zu naschen. Schön war auch, ihr beim Palen der Erbsen zu helfen. Wenn es dann hieß, den Hühnerstall auszumisten, waren wir längst wieder Richtung Wasser unterwegs, den Fahrtwind im Haar, den Duft der Heckenrosen in der Nase. Wie sind deine Kindheitserinnerungen an …

Kleingärten sind nicht zum Wohnungsbau da – ein Ruf zurück

  Bei “Piepgras” hätte ich bis vor Kurzem noch an unsere tirilierenden Amseln gedacht, wie sie durch die Wiese hopsen. Nun weiß ich, dass es einen Immobilienentwickler mit Hang zum Offenen Brief dieses Namens gibt. Herr Piepgras veröffentlichte vor wenigen Wochen eine Anzeige im Berliner Tagesspiegel, in der er von Bausenatorin Lompscher den “Tabubruch” forderte, nun endlich die innerstäditischen Kleingärten für den Wohnungsbau zu schleifen. Gestern legt er nun nach mit einem weiteren “Zwischenruf” an die Senatorin. “Zusammen!” lautet die Überschrift eines Briefes, in dem er abermals die Bebauung der Kleingärten – und übrigens auch des Tempelhofer Feldes – fordert. Nach seinem großen Echo im Netz und in den Medien geriert sich der Zehlendorfer diesmal deutlich sozialer, bringt die Buzzwords “Schulen”, “Kitas”, “günstige Wohnungen (sei es zum Kauf, sei es zur Miete)” und gipfelt in der rhetorischen Frage: “…wäre dann nicht auch ein Großteil der Kleingärtner bereit, auf ihre Privilegien zu Gunsten der Allgemeinheit zu verzichten?” Man werfe mir als Kleingärtnerin bitte keine Voreingenommenheit vor, dass ich darauf antworten möchte. Meine kleinen 350 Quadratmeter Unterpachtland …

Weihnachtsgeschenke von berlingarten: Verlosung von Gartenbüchern und -CDs

Weihnachtsfest 2017: Zeit, um Bücher zu lesen – und um Bücher zu verschenken. Ich freue mich über ruhige Stunden und dass ich meine Nase in ein paar Rezensionsbücher stecken kann, die ich hier verlosen möchte. Da sind drei zum Selbstlesen und zwei Hörbücher. Die „Philosophie des Gärtnerns“ aus dem Mairisch Verlag (Herausgeberin Blanka Stolz) ist ein sehr schönes Lesebuch, das zahlreiche Fragen zu Papier bringt, die einem so oder ähnlich auch schon mal durch den Kopf geschwirrt sind: Warum sind Gärten eigentlich Orte der Entspannung und Kontemplation? Warum hat Gartengestaltung die Wendung der modernen Kunst zum Hässlichen nicht mitvollzogen? Oder: Ist das heutige Werk Piet Oudolfs mit seinen „guten Stauden” tatsächlich besser, als die Teppichbeete des 19. Jahrhunderts? Woher die Überheblichkeit nehmen? Manche Themen sind auch sehr praxisnah und handfest, zum Beispiel, wenn es um die Ethik der Verwendung von F1-Hybriden geht, wenn die Grundsätze von Permakultur diskutiert werden oder ein Beitrag über Schrebergärten laut auflachen lässt. Lars Weigelt will mit dem Paperback „Knallbunte Beete“ (BLV) unsere Vorstellung von klassisch gemischten Beeten auf den Kopf …

Einladung zum 1. Gartenstammtisch Berlin-Brandenburg

Samstag, 18. November 2017, 15 Uhr in der Königlichen Gartenakademie Berlin-Dahlem Liebe Gartenbegeisterte, hallo Pflanzenfreak! Persönlicher Austausch, über Gartenthemen plaudern, Tipps und Tricks weitergeben: Ich lade dich herzlich ein, am 1. Gartenstammtisch Berlin-Brandenburg am übernächsten Samstag teilzunehmen. Ich habe im Café der Königlichen Gartenakademie (KGA) in Berlin-Dahlem (Adresse s.u.) einen Tisch reserviert – erst einmal für zehn Personen, ich bin ja ein vorsichtiger Mensch – und würde mich wahnsinnig freuen, dich jenseits der digitalen Welt kennen zu lernen. Plaudern über Gartenthemen und einen tollen Nachmittag genießen. Wie lief es denn diese Woche so? Ist dein Garten gut durch die Saison gekommen? Das war doch wohl ein verregneter Sommer! Hast du Erfahrungen mit Weintrauben? Oder Kiwis? Bei mir blühen die seit Jahren nicht, was mache ich falsch? – Ich freue mich schon sehr auf unsere Gespräche. Überdies ist der Kuchen in der KGA köstlich, der Adventsmarkt schon eröffnet und das Areal der benachbarten Königlichen Gärtnerlehranstalt auch zu unwirtlichen Jahreszeiten sehenswert. Es erwartet uns also ein anregender Nachmittag. Die Idee zu diesem Projekt trage ich schon länger …

Hörbuch-Rezension: Sissinghurst – eine Passion von Vita und Harold. Mit Verlosung

Der Garten Sissinghurst ist weltberühmt. In einem schönen Hörbuch werden auch die Gärtner dahinter, Vita Sackville-West und Harold Nicolson lebendig. Das hört sich im wahrsten Sinne des Wortes gut an: Urlaub zu haben, zu entspannen, ein Buch zu lesen. Oder, wie ich es jetzt gemacht habe, mir im südlichsten Süden von Englands Gartenkultur erzählen zu lassen. Aber selbst wenn man daheim im Großstadt-Feierabendstau steht, entschleunigt dieses Hörbuch bestimmt. Sissinghurst heißt das erfolgreiche Hörbuch aus dem Verlag Der Diwan. Erwartet hatte ich bei dem Titel hauptsächlich Informationen zu Gartengestaltung und Pflanzkonzepten. Hier wird aber vor allem durch eine Collage aus Briefen, Tagebucheinträgen und Zitaten das Ehepaar Vita Sackville-West und Harold Nicolson in seiner Beziehung zueinander und zum Garten lebendig. Marit Beyer liest so eindrücklich, dass ich mit meinem Kopfhörer völlig eintaucht bin in die Gefühlswelt des Paares – vom gewagten Kauf des Gartens über die Wirren des Krieges, der Entwicklung des Gartens zum Superstar bis zu Vitas und schließlich Harolds Tod. Ein sinnlicher Genuss und ein aufschlussreicher dazu. Vorlage ist ein Buch von Julia Bachstein, das …

Kleingärten Oeynhausen: Bau der Hochhäuser hat begonnen. Und Blick zurück auf stolze Gärten

Auf dem ehemaligen Gelände der Kleingartenanlage Oeynhausen in Berlin-Wilmersdorf sind jetzt die Bagger aktiv, der Verkauf der Wohnungen hat begonnen. Aber was meint der Investor wohl mit seinen Werbeslogans? Sehen er und ich unterschiedliche Dinge? “Mama, was ist Zynismus?” – diese Frage kann ich meiner Tochter mithilfe eines realen Beispiels beantworten. Leider. Da, wo letztes Jahr 150 Schrebergärten weichen mussten, preisen nun an einem Verkaufscontainer die Plakate die neu zu bauenden Häuser als Leben inmitten der Natur und Idyll zum Entspannen an. Rund 50.000 qm Fläche, als Kleingartenland für einen Spottpreis erworben (6,45 € pro Quadratmeter), werden nun mit bis zu achtgeschossigen Häusern bebaut. Das ist mehr als alles, was anfänglich ausgehandelt war, und höher als alle anderen Gebäude in der Umgebung. Hier entsteht eine Hochhaussiedlung, die das grüne Schmargendorf deutlich zum Nachteil verändern wird. Fast 1.000 Wohnungen an der Zahl und nur 65 mietpreisgebunden. Idyll? Für die neuen Eigentümer der Wohnungen wird vielleicht das Motto sein: Ich sehe das Hochhaus nicht, wenn ich drin bin und rausgucke. Und wenn man ganz realitätsleugnend ist, kann man das …

berlingarten ist abermals bester Gartenblog und verschenkt seinen Gewinn von 125 €

Das war ja cool: Vor einigen Tagen erhielt ich eine Mail des Teichtechnik-Anbieters Manzke, berlingarten sei von ihrer Jury zum besten Gartenblog gekürt worden und ich sei Gewinnerin eines Einkaufsgutscheins über 125 €. Kröten für den Teich sozusagen. Nun habe ich aber leider nur einen Miniteich im Kübel und schätze, dass meine zwei Wasserhyazinthen ganz schön Angst bekämen, wenn ich mit dem Teichsauger anrückte. Mein Geschenk an dich: mein Gewinn über 125 €. Aber du hast ja vielleicht einen Teich? Dann möchte ich dir gern meinen Einkaufsgutschein schenken. Damit ich auch etwas davon habe, nämlich Freude am Anblick deines Teichs, bitte ich dich lediglich, entweder auf dem Facebook-Account von berlingarten (in den Kommentaren) ein Foto deines Teichs zu posten oder mich auf Instagram zu markieren. Dazu postest du auf deinem Account ein Teichfoto und markierst mich im Bild oder in deiner Bildbeschreibung. Natürlich kannst du diesen Artikel und berlingarten aber auch an andere Teichbesitzer weiterempfehlen, wenn du selbst kein Wasserbiotop hast. Das Los wird am 30.07.17 entscheiden, wer das Präsent erhält. Ich drücke dir die …

The Winner is… Auslosung AvantGardening

Spot an: The Winner steht fest. Und anders als beim Oskar bin ich auch ganz sicher, wer es ist. Die Gartenbuch-Neuerscheinung AvantGardening von Torsten Matschiess hat seine neue Besitzerin gefunden. Und die kann sich richtig freuen, denn hier verlässt nur echte Qualität das Haus: AvantGardening wurde soeben mit Platz 2 des Deutschen Gartenbuchpreises 2017 in der Kategorie Bestes Pflanzen- und Gartenportrait bedacht – herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle, Torsten! Ausgelost wurde die Nr. 10 der eingehenden Kommentare (die von mir oder Torsten wurden natürlich nicht mitgezählt). Dies war Aqually mit folgendem Kommentar: Hach, da wir ja demnächst anstelle der 300 qm Parzelle, fast 1.300 qm Grundstück unser eigen nennen dürfen (mit angrenzender 10.500 qm Weide zur Pacht) überlege ich schon lange, ob ich mal mit einem richtigen Plan an die neue Garteneroberung gehen sollte. Da wäre dieses prächtige Buch eine wirklich hilfreiche Inspiration. LG Aqually Herzlichen Glückwunsch, liebe Aqually, das Buch scheint genau in deine aktuelle Lebenssituation zu passen. Ich melde mich wegen deiner postalischen Adresse per E-Mail bei dir.

Interview: AvantGardening, das Gartenbuch von Torsten Matschiess

Eine Rezension des Gartenbuchs AvantGardening von Torsten Matschiess samt Interview mit dem Autor – und mein Lesetipp für die Blogparade über Lieblingsgartenbücher. Ich war schon voller Vorfreude. Ein Buch von Torsten Matschiess – super. Endlich. Seit er die Ankündigung für AvantGardening bei Facebook gepostet hatte, war mir klar, dass ich das lesen wollte. Ich sehe nämlich viele Gartenbilder bei Facebook – und ich sehe Torstens Fotos aus seinem Garten. Sie stechen heraus, insbesondere im Herbst und Winter, wenn sich gärtnerisch die Spreu vom Weizen trennt. Torsten ist einer meiner besonderen Digitale-Gartenwelt-Kontakte: Länger als ein Jahr schon verfolge ich in den sozialen Medien, was er im echten Leben so macht: seinen eigenen, über 8.000 qm großen Garten beackern – den inzwischen schon legendären Garten Alst am Niederrhein – und mit diesem Erfahrungsschatz auch andere Gartenbesitzer beraten. Inzwischen ist er in beidem so erfolgreich, dass nicht nur ganze Busladungen an Gartenbesuchern bei ihm vorfahren, sondern er auch beim Ulmer Verlag den Auftakt zu einer Buchreihe über “besondere Highlights aus den Bereichen Gartengestaltung, Pflanzenwissen und -verwendung” bilden darf. …

Silvester – Wünsche zum Jahresende

  Silvester 2016. Ein aufregendes Jahr liegt hinter uns. Für meinen Geschmack ein oft zu aufregendes. Viel Kraft hat es gekostet. Ihr wisst, dass ich mich politisch engagiert habe und dabei am Ende verloren. Ich wollte mein direktes Umfeld ein wenig besser machen, gelungen ist es nicht. Die Nachrichten anschalten dieser Tage – eine echte Herausforderung. Der innere Kampf gegen Resignation und Zynismus. Aber den werde ich gewinnen. Denn ich kann auch sehr dankbar sein für 2016: Ich bin gesund, liebe und werde geliebt und habe einen Job, an dem ich viel Wertschätzung erfahre. Ich kann mich mit dem Luxus beschäftigen, Blumen in edlen Vasen zu arrangieren, während andere Menschen um das Nötigste kämpfen. Ich darf mir Gedanken über Beetgestaltung machen. Meinen Garten habe ich noch. Zum Ausklang des Jahres gilt es daher, nach vorn zu schauen. Viele Wünsche habe ich für dich und mich: Dass wir immer einen Menschen um uns haben, bei dem wir Anker werfen können Dass wir anderen Rastplatz sein dürfen Dass wir uns austauschen, lachen und vertrauen können Dass wir …