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Insider-Tipps Finnland: Reisen für Natur- und Design-Liebhaber

Calendula Frantsila

Hast du Lust auf eine kleine Reise an ein ungewöhnliches und absolut sehenswertes Ziel? Dann sind diese Anregungen der besonderen Art von meiner Bloggerreise nach Helsinki und Tampere genau das Richtige für dich.

Stell dir vor, du gewinnst eine Reise und sie ist gespickt mit Insider-Tipps. Dann würdest du die wohl auch an deine Liebsten weitergeben, oder? Genau! Hier kommt mein Bericht über den Trip nach Finnland, den wir Bloggerinnen beim Garden & Home Blog Award als Siegerinnen verschiedener Kategorien gewonnen hatten – ich doch tatsächlich für den besten Gartenblog.

Bloggerreise Finnland

Die ganze Truppe vlnr.: Karina, Cené von VisitFinland, Anastasia, ich, Claudetta, Anna von Frantsila, Julia, Elena, Lisa, Sarah

Von Helsinki nach Tampere.

Ausgangspunkt unserer Tour ist Helsinki. Die finnische Hauptstadt erreicht man entspannt mit dem Flieger – zum Beispiel in 1,5 Stunden von Berlin. Von dort aus lässt sich der Süden des Landes super erkunden. Für uns geht es gleich weiter nach Tampere, der drittgrößten Stadt des Landes. Wer easy übernachten will, wählt das dezente Dream Hostel in purem skandinavischem Design und investiert lieber in einen besonderen Restaurantbesuch im C. Dort kommt in ungewöhnlichen Kreationen die eigene Ernte auf den mit finnischem Porzellan und Glas gedeckten Tisch. Das Erdbeersorbet mit Sellerie zum Beispiel ist ein Traum: eigentlich bekannte Aromen völlig neu gemischt und aufregend.

Sonst noch in Tampere.

In Tampere gibt es einen Berg. Richtiger müsste man sagen: mit 150 Metern den höchsten eiszeitlichen längsverlaufenden Landrücken der Welt. Dort erhältst du einen Überblick über die ganze Stadt und bekommst einen Eindruck von dem, was am typischsten ist für Finnland: Seen und Wälder. Annähernd das ganze Land ist damit bedeckt. Vom Pyynikki Observation Tower ist der Eindruck noch grandioser. Im dazugehörigen Café gibt es mit Kardamom gewürzte Doghnuts – lecker. Das Gewürz ist mir häufig auf unserem Trip begegnet, ich habe mir fest vorgenommen, es beim Backen auch häufiger einzusetzen.

Ein großer Spaß ist das Moomin Museum. Obwohl ich die nostalgischen Mumin-Figuren gar nicht kannte, ist der Besuch der Ausstellung ein Genuss:  Museumpädagogik at its best.

Alle Fotos vergrößern sich durch anklicken.

Raus aufs Land: Frantsila.

Ein Highlight für Garten- und Blumeninteressierte ist Frantsila – ungefähr zwei Autostunden nordwestlich  von Tampere entfernt. Wir machen Halt im so genannten Well Being Centre: einem ganzheitlich ökologisch ausgerichteten Zentrum, das vor 30 Jahren von „Happy Yoga People“ gegründet wurde, die ihren Sohn Jupiter genannt haben, wie dieser – heute Chef des Unternehmens – schmunzelnd erzählt. Ein echter Tipp ist ein Mittagessen samt Shopping im Kehäkukka, einem alten Schulgebäude, in dem heute ein vegetarisches Restaurant mit schlichter, aber guter Küche samt Laden untergebracht ist – ein Ausflug in eine andere Zeit, wie die Fotos zeigen. Was hätte ich darum gegeben, hier bei Sonnenschein auf der Terrasse am Wasser sitzen zu können. Aber Regen den ganzen Tag, du siehst es auch am Kräutergarten: überall „dekorative Tropfen“. Beim nächsten Mal komme ich im Juli wieder.

Hauptsächlich  ist Frantsila jedoch ein bekannter finnischer Produzent von Naturkosmetik, Kräuterextrakten, Bade- und Saunakräutern, Massageölen und Kräutertees, die auch in Deutschland vertrieben werden. Alle Pflanzeninhaltsstoffe, die hier in Glas und Tiegel kommen, sind vor Ort gewachsen und weiterverarbeitet, bio und vermutlich bester Schwingungen. Wir konnten uns selbst ein Bild davon machen, durften auf dem Gelände wohnen, waren in den Feldern (siehe die Eingangsfotos zu diesem Beitrag) und haben in einem Workshop selbst Calendula-, Schafgarben- und Spitzwegerichöle hergestellt. Ich habe jedenfalls lange keine so friedvolle und entspannte Atmosphäre genossen. All das liegt an den herzlichen Gastgebern, den traditionellen, mit Blumen hübsch geschmückten Häusern, der vegetarischen Kost, dem morgendlichen Yoga und dem abendlichen Saunabesuch. Ein Well Being Centre eben.

Rezept für ein Calendula-Öl gegen trockene und rissige Haut:

Ringelblumenblüten an einem möglichst sonnigen Tag sammeln, die Blütenblättchen abzupfen und in ein sauberes Glas geben
Das Glas mit gutem Sonnenblumenöl füllen, bis die Blüten bedeckt sind
Das Glas verschließen und ans Fenster stellen
Ab und zu schütteln
Ca. 3 Wochen warten
Das fertige Ringelblumenöl mit einem Teefilter abfiltern
Optimalerweise in eine dunkle Flasche umfüllen, so hält es sich länger
Beschriftung (Inhalt und Datum) nicht vergessen!

 

Natur und gutes Essen in Helsinki.

Wer ist das: Läuft durch den Wald und sammelt fürs Essen? Nicht Rotkäppchen, sondern Toni Kostian, Chefkoch des Grön – eines der derzeit angesagtesten Restaurants Helsinkis. Wir treffen uns auf dem Weg von Frantsila nach Helsinki mit ihm im Wald. Konzept des Grön ist, ausschließlich mit finnischen Produkten zu kochen. Statt Zitrone kommt dann selbst gesammelter Waldsauerampfer zum Einsatz. Und der will erst einmal gesucht, gefunden und abtransportiert werden. Und so geht es auch mit vielen anderen Zutaten, die uns Toni zeigt und mit denen er uns verblüfft. Ich habe unglaublich Respekt vor Menschen, die ihre Sache konsequent durchziehen und „mal eben“ aus 50 Kilogramm kleiner Waldhagebutten Gelee kochen oder im großen Stil Tee aus verschiedenen Beerenblättern herstellen.

Das Restaurant in Helsinki ist winzig, das Essen großartig – insbesondere, da man ja jetzt einen ganz anderen Blick für die Zutaten hat. Irritiert hat mich allerdings, dass in der offenen Küche genauso viele Menschen werkeln, wie Platz für Gäste ist. Wie soll sich das denn wirtschaftlich rechnen?

Rezept Schwarze Johannisbeerblätter-Tee – zum Leckerschmecken und als aromatische Durchspülungstherapie:

Einen gehäuften Teelöffel getrocknete schwarze Johannisbeerblätter in eine Tasse geben
Mit kochendem Wasser überbrühen
Zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen
Abseihen und genießen

 

Sonst noch in Helsinki.

Stilvoll mit finnischen Designklassikern Quartier nehmen kannst du im Hotel Helka. An der Decke über den Betten hängen Fotografien mit Naturmotiven. Man merkt: Der Finne ist ein Waldbewohner.

Einen guten Überblick über finnisches Design vermittelt eine designorientierte Stadtführung.   Du erfährst eine Menge über den noch an vielen Stellen gut erhaltenen Jugendstil in Helsinki. Berühmt ist Finnland überdies für sein Glas- und Keramikdesign. Allen voran Iittala ist weltberühmt, das Museum für Vasen-Freaks wie mich absolut sehenswert, meine Mitbringsel sind tägliche Freude. Fiskars kennen wir Gärtner natürlich auch gut, es ist das älteste westeuropäische Unternehmen und heimst noch immer Designpreise ein. Nicht widerstehen konnte ich bei den Kissenbezügen von Marimekko, die Klamotten waren mir für schnell geschoppt zu kostspielig.

Was ich aber aus Finnland mitnehme, ist die Erkenntnis, dass es auch gar nicht teuer sein muss, um Auge und Herz zu schmeicheln: Es braucht nur ein Weidenherz an einer roten Holzwand, ein Blümchen auf einem Vintage-Tisch oder einen schlichten weißen Leinenbeutel, der mit schwarzen Lettern zum It Piece wird. Es muss nur das richtige draufstehen: I whish I was in Finland.

 

Danke an die bezaubernde Cené Ferjani von Visit Finland, die diese tolle Reise organisiert und uns so liebevoll begleitet hat.

6 Kommentare

  1. Ach, was für ein schöner Reisebericht und die Naturfotos sind so schön! Ich fliege in zwei Wochen dienstlich nach Finnland. Im Sommer wäre es mir aber auch lieber gewesen. :-/
    LG Jessica

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo Jessica,

      schön, von dir zu lesen! Ich hoffe, du hast ein wenig Freizeit während deiner Dienstreise, sodass du von Finnland etwas mitbekommst.

      Hast du übrigens am 18.11. Zeit? Ich würde mich so freuen, dich zum Berlin-Brandenburger Gartenstammtisch wiederzusehen!

  2. Steffi sagt

    Deine Reiseeindrücke mit den schönen Aufnahmen machen so richtig Lust auf Finnland!
    Liebe Grüße, Steffi

    • Berlingärtnerin sagt

      Das freut mich, liebe Steffi! Wenn man dich frei wäre und viel Zeit hätte. Aber schon die wenigen Tage waren eine vollwertige Auszeit.

      Beste Grüße!

  3. Eine tolle Reise! Ich kenne Finnland eigentlich gar nicht…
    obwohl eine Bekannte aus Finnland stammt. Vielleicht besteht ja mal die Möglichkeit, mehr über Land und Leute zu erfahren!
    Viele Grüße von
    Margit

    • Berlingärtnerin sagt

      Genau, interviewe deine Bekannte mal. Mir haben die vier Tage Finnland Lust auf mehr gemacht. Aber im Hochsommer!

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