Garten
Kommentare 5

Rosenrausch: der Trick mit der Waagerechten

Fantin Latour

Träume nicht dein Leben, lebe deinen Rosentraum. Und damit es wirklich himmlisch wird, ist jetzt die Zeit für Hege und Pflege. Und ein kleines Schönheitsgeheimnis.

Dafür, dass sie Königinnen sind, empfinde ich sie als ganz schön genügsam, meine Rosen. Aber ein Grundmaß an Aufmerksamkeit gebe ich ihnen natürlich schon: Jetzt, zur Zeit der Forsythienblüte, gibt es den ersten flotten Schnitt, gehaltvoll zu speisen und ein wenig Belüftung. Das ist die Pflicht. Als Kür folgt dann das Drapieren der Triebe.

Volle Pracht durch waagerechte Triebe.

Gehölze wie Rosen treiben an ihren Stielen aus den so genannten Augen aus. Das kennst du vom Rosenschnitt: Da setzt du die Schere über einem nach außen zeigenden Auge an und schon entwickelt sich aus dem Auge der Trieb. Der Strauch entwickelt seine von dir gewollte ansprechende Form.

Bringst du den gesamten Stiel in die Waagerechte oder von unten zickzack in Schräglage, bilden sich aus allen Augen an der Waagerechten neue Triebe. Dadurch kannst du verhindern, dass die unteren Stellen verkahlen. Wer kennt den tristen Anblick nicht: In höchster Höhe sprießen ein paar Rosenpuschel, ansonsten nur kahle, im Alter dicke, holzige Äste.

Trick aus England.

Bei Kletterrosen bin ich schon immer so verfahren, bei den größeren Strauchrosen halte ich es auch so, seit ich in Englands Prachtgärten war. Dort stecken die Gärtner rund um die Sträucher zum Halbrund gebogene Haselruten in den Boden und fixieren die Rosentriebe daran.

Rosentrick Zweige runterbiegen

Ein Trick, um Rosen üppiger aufzubauen: Zweige runterbiegen!

So viel Platz habe ich in meinem Gärtchen natürlich nicht, aber mit Eisenstangen, die am oberen Ende wie Bischofsstäbe gearbeitet sind, kann ich zumindest einige Zweige herunterbiegen und so die Rose zur Üppigkeit anstacheln.

Keine Makellosigkeit um jeden Preis.

Nicht im Angebot ist bei mir das Spritzen. Im Garten, als einzigem Ort, an dem ich selbst bestimmen kann: Gift oder nicht Gift, habe ich mich für letzteres entschieden. Gleichwohl verteufle ich nicht, wenn es in öffentlichen Anlagen anders zugeht. Dort erwarten die Besucher immer einen „einwandfreien“ Zustand. Bei mir gilt die Devise: Schönes betonen, vom Makel ablenken. Mit Rosen, die so üppig blühen und duften, dass kaum jemand auf die Blätter achtet.

5 Kommentare

  1. Pingback: Fiskars Astscheren im Test: Sie schneiden glanzend ab

  2. Liebe Xenia,
    danke für den tollen Trick, das werde ich beherzigen und gleich mal an unserer Kletterrose ausprobieren. Die bildet nämlich auch immer nur zwei, drei wahnsinnig lange Triebe, die ins Nirgendwo wachsen.
    Viele Grüße
    Eva

    • Berlingärtnerin sagt

      Hi Eva! Ich bin gespannt auf deine Fotos im Blog. Gutes Gelingen und zieh dir lange Handschuhe an 😉

  3. LiSa sagt

    Ich freue mich gerade riesig auf diesen Blog gestoßen zu sein.
    Die Texte sind sind sehr informativ, die Bilder toll und den Tip mit den *Bischofsstäben* werde ich beim nächsten schönen Wetter in die Tat umsetzten.
    Danke.
    LG
    LiSa

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe LiSa,

      dein Kommentar freut mich ganz besonders. Wie schön, dass dich die virtuellen Pfade bis in meinen Garten verschlagen haben. Dann hören/lesen wir bestimmt wieder voneinander!

      Herzliche Grüße
      Xenia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.