Alle Artikel mit dem Schlagwort: 12tel Blick

12tel Blick 30. November 2016

12tel Blick Ende November: Freud und Leid der Schrebergärten

Schrebergärten sind beliebt und begehrt: bei Menschen, die Erholung im Garten suchen und bei der Immobilienwirtschaft. Dazwischen steckt die Politik, die nur allzu oft vergisst, dass sie eine Verantwortung für lebenswerte Städte hat. Mein letzter 12tel Blick durch das Gartenjahr lässt das anstrengende und aufregende Jahr 2016 Revue passieren.   Nun ist mein Jahr im 12tel Blick schon vorüber. Es ist jetzt tatsächlich schon elf Monate her, dass ich noch zwischen Schockstarre und Aktionismus schwankte, als die Nachricht kam, dass unsere Schrebergärten einem Luxusimmobilien-Projekt weichen müssten. Es ist traurige Realität, dass Kleingärten zwar in Mode sind und sich Abertausende nach einem Fleckchen Land sehnen, die Flächen aber gern zu Betongold gemacht werden. Der Rubel will rollen und die Politik hilft tatkräftig mit. Die gute Nachricht: Meinen Garten gibt es noch. Die schlechte: 150 Gärtner mussten im Januar bei Eis und Schnee holterdiepolder ihr Hab und Gut verlassen. In Sachen Bau passierte erstmals nichts, für die verbliebenen Gärten blieben Bangen und Hoffen, ob der Investor nicht auch noch weitere Flächen plattmachen lassen würde. Es folgte ein …

12 tel Blick 31.10.2016

Vom Oktober zum November: noch viel los im Garten

Der Oktober 2016 hat in Berlin dem Monats-Image keine guten Dienste geleistet. Als Marketingberaterin würde ich ihn dringend ermahnen, seinen Markenkern „golden“ nicht so leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Man kann als Herbstfarbenkoryphäe doch nicht 29 Tage (wetterdienstlich festgestellt) lang „grau“ produzieren! Insbesondere die Zielgruppe „Gärtner“ wird verprellt und räumt im wahrsten Sinne des Wortes verschnupft die Gartenmöbel rein. Dass ich dennoch für den 12tel Blick Oktober 2016 ein paar wenige freundliche Fotos machen konnte, wundert mich selbst, freut mich aber insofern, dass ich als markentreue Wetterkonsumentin am Ende doch meinen Frieden mit Oktober finden kann. Just am 30.10., als ich zur 12tel Blick-Tat schritt, strahlte die Sonne golden vom Himmel. Was ist noch hübsch, was überzeugt so spät im Gartenjahr? Gräser gehen immer, oder? Die Kombi aus glitzernden Halmen und gold-rötlich verfärbtem Laub des Pfeifengrases Molinia arundinacea ‚Transparent‘ ist klasse. Dazu kommen blauer Eisenhut Aconitum carmichaelii ‚Arendsii‘ und tiefroter Kerzenknöterich Bistorta amplexicaulis ‚Speciosa‘ – ich mag es, dass die Zusammenstellung farblich noch kraftvoll ist, aber dennoch herbstlich-natürlich für unsere Breiten wirkt.   An anderer Stelle …

12tel Blick 30. September 2016

12tel Blick September: alles nach Plan – Stauden teilen und umsetzen

Der 12tel Blick vom 30. September zeigt: Der Garten kommt zur Ruhe, bald ist Pflanzzeit. Die Planungen für so manche Umpflanzaktion haben begonnen. Dass dafür Apps auf dem Smartphone super sind, zeige ich dir heute. Nun ist auch der September schon wieder vorbei. Puh. Ich gestehe: Viel habe ich seit dem letzten 12tel Blick im Garten nicht getan. Erst war der September der eigentliche Hochsommermonat des Jahres, dann bin ich krank geworden. Beides eindeutig Punkte, die für den Liegestuhl sprechen – erst mit Sonnenschirm, dann mit Kuscheldecke. Allerdings habe ich beobachtet, eine Bestandsaufnahme durchgeführt, Pläne geschmiedet. Mein liebster Partner dafür: das Smartphone. Früher trug ich ein Heftchen bei mir, in das ich hineinschrieb, was ich wie und wo verändern möchte. Manchmal fertigte ich kleine Zeichnungen dazu an. Später bin ich auf die Idee gekommen, Fotos vom ganzen Beet zu machen, denn es ist ja fraglich, ob ich im April noch weiß, wo denn genau die Eisenhüte stehen, die ich dann aufnehmen und teilen muss. Oder an welchen Fleck die Tulpenzwiebeln sollen. Aber umständlich war das trotz Fotoaufnahme schon …

12tel Blick 30. August 2016

12tel Blick August: gelungen und missglückt

Der 12tel Blick im August soll nicht nur auf die Schokoladenseiten fallen, sondern auch auf die nicht aufgegangenen Konzepte. Ich hoffe, du hast Hinweise für mich, wie ich es besser machen kann. Das Schöne an der Aktion 12tel Blick und meine Auswahl des Blickwinkels ist, dass alles immer tipptopp und wohlgeharkt aussieht. Dazu kommen ansprechende Fotos der monatlichen Highlights. Am Ende kann ich stolz ein ganzes Jahr Perfektion anbieten. Ein Garten voller Schokoladenseiten. Aaaber: Nun ist das hier keine Hochglanzzeitschrift und ich bin bei berlingarten sozusagen zu Hause. Warum also nicht mal ungeschminkt? Ich möchte heute nicht nur mein Freud, sondern auch mein Leid mit dir teilen. Wenn du Tipps und Tricks für mich hast, wie ich meine kleinen Misserfolge noch drehen kann: Hinterlasse bitte einen Kommentar. (Und sonst auch, denn das macht mich Schreiberling einfach glücklich.) Top oder Flop. Unter der Überschrift „gelungen“ würde ich meine Bemühungen, die Farbe gelb stärker im Garten zu integrieren, verbuchen. Ich habe ja schon öfter seufzend angemerkt (hier zum Beispiel), dass der Gartengemahl und ich viele Jahre in …

12tel Blick 31. Juli 2016

12tel Blick 31. Juli: Sommer mit Phloxen

Und wieder ist ein Monat vergangen. Der 12tel Blick zum 31. Juli 2016 steht an. Typisch für den berlingarten im Hochsommer: Duft und Farben der Phloxe. In Berlin hatten wir bisher das, was man klassischerweise einen schönen Sommer nennt: viel Sonne, Wärme, wenig Regen. Für mich zum Glück auch wenig Hitze. Für unseren Garten auch – bisher sind wir trotz des wenigen Regens verlust- und mehltaufrei durch den Sommer gekommen. Die Phloxe sehen toll aus und verzaubern mit ihrem süßen Duft, wenn wir uns abends Tisch und Stühle heranrücken. Zusammen mit den sich von selbst angesiedelten Nachtkerzen ergibt sich Genuss für alle Sinne, denn der Sound der Bienen in den Blüten ist gewaltig. Ich freue mich, dass ich die Sämlinge übersehen habe und nun allabendlich dem Schauspiel in fluoreszierenden Farben – mondgelb die Nachtkerze, lilapink der Phlox – beiwohnen darf. Tagsüber muss ich allerdings mein Ästheten-Auge zudrücken, wenn die Blüten der Nachtkerzen geschlossen sind und schlapp herunterhängen. Rasen: wachsen lassen, Phloxe: wässern. Wie du auf dem Foto sehen kannst, steht der Rasen sehr hoch. Um …

12tel Blick berlingarten Juni

12tel Blick 30. Juni – der Jahreslauf im Video

Der Garten im Wandel der Zeit mit dem 12tel Blick Juni: Ein halbes Jahr ist um und die Atmosphäre wandelt sich von frühlingshaft frisch zu sommerlich kraftvoll. Der 12tel Blick Ende Juni ist deutlich verhaltener als der vorige. Die üppige Rosenzeit endet, die Hochsommerstauden stehen in den Startlöchern, sind aber noch nicht in Blüte. Es ist eine kurze ‚grüne Periode‘. Der Garten wird in den nächsten Wochen von rosa-lila auf sonnengelb-lila umschlagen. Leckeres Obst aus eigener Ernte. Hinter uns liegt die Zeit der Erdbeeren, der Rosen, des Mohns und der Margeriten – die heitere Frühsommerphase. Die Himbeeren tragen immer noch üppig: Seit fast einem Monat schon können wir uns täglich stundenlang die Backen vollstopfen – wir tun das in der Regel direkt am Strauch. Die Nachbarn werden sich an den Anblick gewöhnt haben, dass wir zum Essen nicht am Tisch sitzen, sondern wie eine weidende Herde alle Mann im Beet stehen. Unsere Sorte kann ich sehr empfehlen, es ist die altbewährte ‚Schönemann‘. An Obst reifen darüber hinaus Johannis-, Blau- und Stachelbeeren sowie die Sauerkirsche ‚Schattenmorelle. Zum …

12tel Blick 31. Mai 2016 im Vergleich

12tel Blick Mai/Juni: Pfingstrosen natürlich. Und die Rose Nevada

Sie waren die Stars im Mai: Pfingstrosen, Parkrose Nevada und duftender Flieder. Ein Rückblick auf den Wonnemonat. Der Mai ist der Monat, in dem der Garten langsam so aussieht, wie er „eigentlich gehört“. Sind bis dahin die Stauden erst wadenhoch, sodass sie den Blick noch freigeben auf letzte Fleckchen braune Erde sowie Tulpen & Co., müssen sich die nun auftrumpfenden Zierlauche schon lang machen, um gesehen zu werden. Redet der Göttergatte über den Garten, läuft das schon alles unter „Grüne Hölle“. Tatsächlich haben sich inzwischen Funkien und Farne ausgerollt und die Baumkronen stecken durch ihre Belaubung die Köpfe zusammen. Gut so, denn es kann ja jetzt auch so warm werden, dass wir uns nach Schatten sehnen. Rose Nevada gehört in jeden romatischen Garten! Unsere früheste Rose heißt Nevada. Ihr Blühen ist so überschwänglich wie das Tanzen der Bienen und Hummeln in ihren geöffneten Schalenblüten. Mich würde so ein Überangebot an duftendem Pollen als Insekt ganz taumelig machen. Wenn ich mich unter (!) ihr Blätterdach setze, kann ich total entspannen. Warum kann nicht immer Flieder-Zeit sein? …

12tel Blick 30. April 2016

12tel Blick April: Tulpen und Baumblüte

Nahm die Natur in den vorigen Monaten Anlauf, ist der Garten jetzt richtig in Fahrt: Zum 12tel Blick 30. April 2016 hat sich noch einmal viel getan. Vorhang auf für Tulpen und Baumblüte! Ende April, Anfang Mai kann ich in unserem Garten eine private Tulipan-Schau veranstalten. Alles ist voll, herrlich! Dabei habe ich gedacht, dass es dieses Frühjahr weniger würde, da wir im letzten Herbst erstmalig keine neuen Zwiebeln gesetzt hatten – zu ungewiss war die Zukunft (mehr dazu lies hier). Aber da ich primär auf altbewährte Sorten baue und von denen dann einfach umso mehr pflanze, ist alles üppig wie immer. Meine absoluten Lieblinge sind die weiße Purissima (März bis Mai) und die im Austrieb manchmal gelb gefärbte, aber später strahlend weiße lilienblütige White Triumphator (April/Mai). Kräftiges Düngen zum Austrieb, bewußt mit Blaukorn, hilft sehr, die Lebensdauer zu erhöhen. Für Farbe sorgen einige knallige Darwintulpen in gelb und rot, die noch von meinen Gartenvorgängern stammen und also mindestens 19 Jahre alt sein müssen. Selbst gesetzt hätte ich sie wohl nicht, sie gelten – wie …

12tel Blick 31. März

12tel Blick März/April: Die Natur nimmt Anlauf

Zum 12tel Blick Ende März/Anfang April kommt die Natur langsam in Schwung. Der März beginnt kalt und ungemütlich, aber zum Ende hin verwöhnt er uns mit ein paar verheißungsvollen warmen Tagen. Das erste Mal im Jahr verwegen sein und die Jacke ausziehen? In der Sonne einen Cappuccino schlürfen? Ein paar warme Tage reichen, um Narzissen und Forsythienblüten hervorzulocken. Und wenn sie einmal unterwegs sind, lässt auch das blaue Fußvolk nicht lange auf sich warten. Was für eine überzeugende Farbkombination! Doch die vorherrschende Farbe ist nun grün im berlingarten. Überall entwickelt sich das Laub, braune Erde ist nur noch da zu sehen, wo Stauden von der Mitte her verkahlen und aufgenommenen und geteilt werden wollen – so bei einigen meiner Phloxe. Als braunrote Einsprengsel lugt das neue Blattwerk der Pfingstrosen dazwischen hervor. Hoppla, die Strauchpäonie hat sogar schon Knospen angesetzt. Attraktiv dazu geben sich die langsam matter werdenden altrosa Lenzrosen und die frisch und jugendlich strahlenden Hohlen Lerchensporne. Hast du davon auch so viele? Bei uns gibt es inzwischen kaum noch ein Plätzchen, an dem sie …

12tel Blick Februar

12tel Blick im Februar: Alles wird bunter

Am 1. März ist meteorologischer Frühlingsanfang. Das lassen sich Schneeglöckchen und Elfenkrokus nicht zweimal sagen und erobern die Beete im Sturm. Ein 12tel Blick, der mir das Herz erfreut. Es ist Bewegung in den Garten gekommen. Nur muss ich den Blick nach unten richten und am besten auch mal in die Hocke gehen, um die Pracht mit allen Sinnen zu erfassen. Die Lenzrosen ragen mit 15 bis 20 cm noch am weitesten in die Höhe. Vermutlich sieht es immer lustig aus, wenn ich versuche, an Schneeglöckchen zu schnuppern, ohne sie abzuschneiden. Meine Teenager-Tochter korrigiert mich: peinlich sei wohl eher das richtige Wort. Während ich jetzt hier betrachtend sitze und den 12tel Blick auf mich wirken lasse, sind meine kleinen Zwiebelblüher auf Achse. Die Schneeglöckchen ziehen durch die Beete, Märzenbecher scheinen sich ebenso wohl zu fühlen, die Elfenkrokusse machen auch vor dem Rasen nicht halt. Ich liebe ihren Sturm und Drang. Seit dem letzten Blick kann ich auch einige Neulinge begrüßen: das Winteralpenveilchen Cyclamen coum, Puschkinien, Iris sowie neue, kräftig gefärbte Krokusse. Bei den Stauden präsentieren …