Alle Artikel mit dem Schlagwort: Schrebergarten

Kleingärten Oeynhausen: Bau der Hochhäuser hat begonnen. Und Blick zurück auf stolze Gärten

Auf dem ehemaligen Gelände der Kleingartenanlage Oeynhausen in Berlin-Wilmersdorf sind jetzt die Bagger aktiv, der Verkauf der Wohnungen hat begonnen. Aber was meint der Investor wohl mit seinen Werbeslogans? Sehen er und ich unterschiedliche Dinge? „Mama, was ist Zynismus?“ – diese Frage kann ich meiner Tochter mithilfe eines realen Beispiels beantworten. Leider. Da, wo letztes Jahr 150 Schrebergärten weichen mussten, preisen nun an einem Verkaufscontainer die Plakate die neu zu bauenden Häuser als Leben inmitten der Natur und Idyll zum Entspannen an. Rund 50.000 qm Fläche, als Kleingartenland für einen Spottpreis erworben (6,45 € pro Quadratmeter), werden nun mit bis zu achtgeschossigen Häusern bebaut. Das ist mehr als alles, was anfänglich ausgehandelt war, und höher als alle anderen Gebäude in der Umgebung. Hier entsteht eine Hochhaussiedlung, die das grüne Schmargendorf deutlich zum Nachteil verändern wird. Fast 1.000 Wohnungen an der Zahl und nur 65 mietpreisgebunden. Idyll? Für die neuen Eigentümer der Wohnungen wird vielleicht das Motto sein: Ich sehe das Hochhaus nicht, wenn ich drin bin und rausgucke. Und wenn man ganz realitätsleugnend ist, kann man das …

12tel Blick 30. November 2016

12tel Blick Ende November: Freud und Leid der Schrebergärten

Schrebergärten sind beliebt und begehrt: bei Menschen, die Erholung im Garten suchen und bei der Immobilienwirtschaft. Dazwischen steckt die Politik, die nur allzu oft vergisst, dass sie eine Verantwortung für lebenswerte Städte hat. Mein letzter 12tel Blick durch das Gartenjahr lässt das anstrengende und aufregende Jahr 2016 Revue passieren.   Nun ist mein Jahr im 12tel Blick schon vorüber. Es ist jetzt tatsächlich schon elf Monate her, dass ich noch zwischen Schockstarre und Aktionismus schwankte, als die Nachricht kam, dass unsere Schrebergärten einem Luxusimmobilien-Projekt weichen müssten. Es ist traurige Realität, dass Kleingärten zwar in Mode sind und sich Abertausende nach einem Fleckchen Land sehnen, die Flächen aber gern zu Betongold gemacht werden. Der Rubel will rollen und die Politik hilft tatkräftig mit. Die gute Nachricht: Meinen Garten gibt es noch. Die schlechte: 150 Gärtner mussten im Januar bei Eis und Schnee holterdiepolder ihr Hab und Gut verlassen. In Sachen Bau passierte erstmals nichts, für die verbliebenen Gärten blieben Bangen und Hoffen, ob der Investor nicht auch noch weitere Flächen plattmachen lassen würde. Es folgte ein …

Bunter Sommergarten

Schauen und genießen: Spaziergang durch die Gärten

Wenn mal wieder zu viel Stadt ist, gehe ich los. Spazieren durch die Kolonie. Den Kopf, die Lungen und die Seele frei bekommen. berlingarten ist ein Schrebergarten. Ein schönes Fleckchen Erde in der Großstadt. Mein Personal Trainer, Sauerstoffzelt, Gemüseabteilung, der stets zuverlässige Blumen- und Wohlgefühl-Lieferant. Oeynhausen heißt die Gartenanlage, zu der er gehört. Die von Bebauung bedroht ist, für die viele Enthusiasten um den Erhalt kämpfen und die jetzt vielleicht tatsächlich überleben kann. Jedenfalls standen die Zeichen in den letzten zwei Jahren noch nie so gut wie jetzt. Meine Hoffnung geht mit spazieren. Über 400 Gärten sind es, die gerade jetzt zu frischer Luft in der heißen Stadt beitragen. Bunte Blüten stehen nicht nur bei Insekten hoch im Kurs. Die Vogelhäuschen von heute sind echte Kreativmodelle. Rosenduft liegt in der Luft. Man hört Plantschgeräusche und Kinderlachen. Die Gemüsebeete zeigen Gärtners ganzen Stolz. Oeynhausen, dein Tisch ist reich gedeckt. Wer hier spazieren geht, alle Wege sind offen und öffentlich, spürt die Liebe, mit der hier gewerkelt wird. „Schmuck“ ist ein schönes Wort dafür. „Schmuckstücke“ viele Lauben, …

berlingarten bei STADTLANDFLAIR

berlingarten zieht Kreise – der Garten mit seiner Geschichte, mit dem Damoklesschwert der Räumung und Planierung, und auch das Blog. Beides freut mich sehr. Ich bin fest davon überzeugt, dass es nur gut und richtig sein kann, gegen die unwiederbringliche Vernichtung von Grünflächen in unseren Städten anzuschreiben und eine Öffentlichkeit zu schaffen – heute auf dem Portal STADTLANDFLAIR. Denn Schrebergärten und andere Formen von Urban Gardening sind längst kein Nischenthema mehr. Die Wartelisten sind lang, zigtausend Bewerber – insbesondere von jungen Familien mit Kindern – sind es derzeit allein in Berlin. Wir wollen im Kontakt mit der Natur, mit frischem Obst und Gemüse und guter Luft leben. Wir wollen Bienen, Vögeln und anderen Wildtieren Lebensraum bieten. Das sind keine Partikularinteressen mehr. Das ist ein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, das Allgemeingut geworden ist. Und dass sich das Blog berlingarten entwickelt, erfüllt mich natürlich ganz besonders. Wenn ich spüre: Da sind Menschen, die teilen meine Interessen, denen kann ich etwas geben mit meiner Gartenleidenschaft und meinem Wissen. Da bist du und liest diesen Artikel. Danke dafür!