Alle Artikel mit dem Schlagwort: Stauden

Perückenstrauch Chinaschilf

Das hat Feuer: Garten-Finale in orange

Mit ihnen ist der Garten auch im November noch lebendig: Pflanzen in orange. Ein Plädoyer für Chrysanthemen, Kapuzinerkresse, Tagetes oder Zieräpfel in der Farbe lodernden Feuers. Ich weiß, ich muss mich richtig anstrengen, dir orange als Farbe schmackhaft zu machen. Orange ist bekanntermaßen für viele ein rotes Tuch. Und auch ich gestehe: Als rosa fände ich orange viel schöner. *grins* Warum eigentlich? Mir geht doch das Herz auf, wenn ich jetzt warm eingepackt in Fließjacke und Wollsocken durch die Gärten streife und mir aus den immer trister werdenden Beeten die letzten Blüten, Blätter und Früchte in orange entgegenleuchten. Und ich denke: Im nächsten Gartenjahr wird alles anders. Dann werde ich auf jeden Fall Kapuzinerkresse, Ringelblume und Tagetes pflanzen. Und vor allem finde ich orange Chrysanthemen reizvoll. Zum Blatt-Feuerwerk meiner Zierkirsche ‚Kazan‘ wird es wunderbar aussehen, wenn darunter orange bzw. orangerote Gartenchrysanthemen wie Chrysanthemum Indicum Bienchen oder Schwabenstolz wachsen. Ich könnte sie mit der Komplementärfarbe blau zusammenbringen und den hohen Herbsteisenhut dahinterpflanzen. Ein Lampenputzergras davor – das wäre doch ein überzeugendes Bild. Und falls mich der …

Eine der bekanntesten ungefüllten Dahlien überhaupt: Dahlie 'Bishop of Llandaff'

Lust auf lila Laub

Lila der beste Versuch – mit dunkellaubigen Pflanzen kommt eine neue Dimension in den Garten, die für Spannung sorgt. Ein Plädoyer für violettes Laub. Was bei Klamotten die schwarze oder dunkelblaue Hose, ist bei einem Beet das Grün des Laubes: die solide, aber auch nicht immer spannende Basis für alles, was sich oben an Farben abspielt. Einen besonderen Look kannst du aber erzielen, wenn du genau da variierst: Probier es doch mal mit violettem oder rotbraunem Laub aus. Es existieren bei Zwiebelblühern, Stauden und auch Gehölzen viele interessante Sorten, aber auch bei Gemüse und Kräutern gibt es tolle Lilatöne. Besonders gut gefällt mir zum Beispiel die Kombination mit der Komplementärfarbe gelb – als Blüten oder, was auch schick sein kann, mit gelben Gräsern.   Ganz berühmt sind die roten Rabatten in Hidcote Manor, wo es nur Pflanzen mit roten und lila Blüten oder rotbraunem Laub gibt. Für weitere Anregungen hab ich dir ein paar Pflanzen aus meinem Bilderfundus zusammengestellt und hoffe, sie machen Lust, an der einen oder anderen Stelle noch mehr mit den Blattfarben …

Echinaea Bistorta

Ein starker Typ: ‚Magnus‘ – der Purpursonnenhut

Magnus ist der Hingucker im Hochsommerbeet. Schau dir dieses Prachtstück von Purpursonnenhut an. Es gibt da einen Typen im Garten, der stiehlt grad allen anderen die Schau. ‚Magnus‘ ist ein Beau – groß, kräftig, gut gebaut und mit einem umwerfenden Teint. Umschwärmt wird er, als gäbe es keine anderen Kerle. Aber er reckt seine Körbchen-Pracht auch so ungeniert in die Höhe wie so mancher Sportstar seinen Bizeps auf Instagram. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: ‚Magnus‘ ist äußerst sympathisch. Für mich sogar der tollste der Purpursonnenhüte Echinacea purpurea und geradezu zum Liebhaben. Er ist auch deutlich genügsamer, als man es von Jungs seiner Attraktivität gewohnt ist. Ein bisschen Kraftfutter hätte er gern in Form eines nährstoffreichen Bodens. Aber das ist auch schon alles. Echinaceen kommen aus trockenen Lebensräumen wie den Prärien Nordamerikas. Ohne zu murren überstehen sie heiße Sommer und lange Trockenperioden und eignen sich damit hervorragend für sonnige Standorte. Nasse Füße sind das einzige, was sie sauer macht und letztendlich vertreibt. ‚Magnus‘ eignet sich übrigens hervorragend zum Schnitt – und durch die igeligen Samenstände …

Aster Mönch

Gar nicht züchtig: Aster Mönch

Ich habe diese Pflanze schon dann und wann nebenbei erwähnt, dabei gehört sie ins Rampenlicht. Mein Staudentipp: Dauerblüher Aster frikartii Mönch. Wenn sich unzählige Bienen lustvoll im Gold der Staubgefäße wälzen, frage ich mich stets, wer diese Aster wohl ‚Mönch‘ genannt hat? Mönch ist so gar nicht asketisch, Mönch ist üppig, frei- und großzügig. Diese Aster frikartii hat unter den Insekten so viele Stammgäste, dass unser Imker statt Blütenhonig wohl auch Asterhonig auf seine Etiketten schreiben könnte. Ich sah Mönch das erste Mal im Foersterschen Garten in Potsdam-Bornim. Und auch um mich war es sofort geschehen. Da blühte er Ende Juli so prächtig, dass es eine Freude war. Und als ich im Oktober wieder in den Garten kam: das gleiche Bild. Gibt es bessere Argumente für eine Gärtnerinnen-Stauden-Liaison? Mit seinen ca. 70 cm Höhe passt er gut in den vorderen bis mittleren Beetbereich, er mag es sonnig und tänzelt dann geradezu im Beet. Etwas wild Uungezügeltes umgibt ihn, ich binde ihn im Laufe der Saison auch etwas zusammen. Sein Blauviolett harmoniert sehr gut mit zarten …

Das Spanische Gänseblümchen Eryngium

So süß: Staudenportrait Spanisches Gänseblümchen

Die kleine Staude für trockene Plätze habe ich so richtig ins Herz geschlossen: Heute stelle ich dir das Spanische Gänseblümchen Erigeron karvinskianus vor. Wirklich wahrgenommen habe ich es das erste Mal in England: das Spanische Gänseblümchen Erigeron karvinskianus. Es wächst dort in nahezu allen berühmten Gärten. Ganz besonders ans Herz gewachsen ist es mir, da es stets einen wohltuenden Hauch Anarchie in die strengen Pflanzungen bringen konnte. Wie entzückend sieht es aus, wenn dich als Gegengewicht zu den perfekt gestutzten Rasenkanten an der Mauer die kleinen weißen Köpfchen anlachen. Spanisches Gänseblümchen: Ist das denn überhaupt winterhart, habe ich mich gefragt. Tatsächlich ist es in warmen Lagen und gemäßigten Wintern ausdauernd, sonst ohne Winterschutz eher kurzlebig. Es versamt sich jedoch gut und sichert seinen Fortbestand. Wo es ihm zusagt, bildet es sogar breite Matten. Ursprünglich kommt das Spanische Gänseblümchen aus Mittelamerika, dort wächst es an felsigen Standorten. In England träumt es an den roten Mauern wohl ein wenig von der alten Heimat. Das Spanische Gänseblümchen richtig pflegen. Pflanze das spanische Gänseblümchen an sonnige Treppen, Mauern oder …

Neu aufgepflanzt

Verjüngung im Beet oder warum ich meine Pflanzen beneide

Jetzt ist Zeit, deine Stauden und Gräser zu teilen und sie damit zu verjüngen. Ein seufzender und ein klein bisschen neidischer Artikel. Verjüngung? Was für ein magisches Wort. Und während ich mir seufzend die teure Crème auf die Augenpartie schmiere und weiß: „Die Industrie zockt mich hier doch nur ab“, kann ich an anderer Stelle richtig was bewegen. Ich muss nur so krass vorgehen, wie der Schönheitschirurg von Michael Jackson seinerzeit. Oder ist alles irgendwie aus der Form geraten? Dann helfen keine ausgeklügelten Diäten – hol das schwere Gerät aus dem Schuppen. Was deine Beete jetzt brauchen, ist ein ebenso kritischer Blick wie morgens in den Spiegel. Und während wir mit uns milde sein sollten, heißt es im Garten: kein Mitleid. Warum auch? Beherztes Zurückschneiden mancher Gehölze und das Ausgraben und Teilen von zu groß gewordenen oder überalterten Stauden wirkt wahre Wunder! Who wants to live forever? Meine Pflanzungen bestimmt. Jedoch geht das nur mit Fleiß und Schweiß von Gärtner und Gärtnerin, aber es geht! Und das Schöne ist ja: Hält Bewegung nicht jung und …

Interview: AvantGardening, das neue Gartenbuch von Torsten Matschiess

Eine Rezension des neuen Gartenbuchs AvantGardening von Torsten Matschiess samt Interview mit dem Autor. Er lässt uns hinter die Kulissen des Buches und seiner Arbeit als Gartenplaner schauen. Mit Verlosung. Ich war schon voller Vorfreude. Ein Buch von Torsten Matschiess – super. Endlich. Seit er die Ankündigung für AvantGardening bei Facebook gepostet hatte, war mir klar, dass ich das lesen wollte. Ich sehe nämlich viele Gartenbilder bei Facebook – und ich sehe Torstens Fotos aus seinem Garten. Sie stechen heraus, insbesondere im Herbst und Winter, wenn sich gärtnerisch die Spreu vom Weizen trennt. Torsten ist einer meiner besonderen Digitale-Gartenwelt-Kontakte: Länger als ein Jahr schon verfolge ich in den sozialen Medien, was er im echten Leben so macht: seinen eigenen, über 8.000 qm großen Garten beackern – den inzwischen schon legendären Garten Alst am Niederrhein – und mit diesem Erfahrungsschatz auch andere Gartenbesitzer beraten. Inzwischen ist er in beidem so erfolgreich, dass nicht nur ganze Busladungen an Gartenbesuchern bei ihm vorfahren, sondern er auch beim Ulmer Verlag den Auftakt zu einer Buchreihe über „besondere Highlights aus …

Madiva mit Gehölzen

Lieblingsstaude 2017: schön, schöner, Schönaster

Nicht, dass ich was gegen die Bergenie, die offizielle Staude des Jahres 2017 hätte. Aber ich möchte noch eine weitere Kandidatin auf den roten Teppich und ins Rampenlicht schicken: die Schönaster Kalimeris. Du musst sie einfach kennenlernen – und zwar schnell. Sonst legst du vielleicht eine Pflanzung neu an und berücksichtigst sie nicht. Nicht auszudenken! Sie heißt Schönaster und ist hoffentlich nicht beleidigt, dass ihr Name sie auf ihr Äußeres reduziert. Denn neben ihren eindeutigen Model-Qualitäten hat die Schönaster noch massig innere Werte zu bieten. Sie hat alles, was eine perfekte Staude mitbringen sollte: Sie ist robust, gesund und dauerblühend. Ehrlich gesagt hielt ich sie mit ihren Korbblütchen ja am Anfang für eine echte Aster. Sie gehört auch zur Familie der Asteraceae, heißt botanisch aber Kalimeris. Beheimatet war sie ursprünglich in Ostasien und wurde bereits 1825 von Alexandre Henri Gabriel de Cassini, einem französischen Botaniker, beschrieben. 190 Jahre später entdeckte ich die Schönaster auf der BUGA 2015 in Brandenburg, auf meiner Expeditionsreise im Hobbygärtnerformat. Ich verliebte mich und startete augenblicklich mit ihrer Ansiedlung auf meiner Scholle. …

Alles fluffig, alles sehr natürlich. Dazwischen: Rosen

Prachtkerze, Verbena und Gräser: Tänzer im Beet

Sie sind Trend: locker-leichte Pflanzen wie Prachtkerze, Patagonisches Eisenkraut oder Gräser. Und sie tanzen die schönsten Szenen. Die zarte, ja fast zerbrechlich wirkende Ballerina schwebt nach links und nach rechts, umtanzt die kräftigeren Nachbarn und zieht sich dann in einer fließenden Bewegung wieder zurück, um mit den Freundinnen die Köpfe zusammenzustecken. Sie sind alle so süß wie das Corp de Ballet in Schwanensee. Oder wie kommen dir zum Beispiel Prachtkerzen vor, die ein schönes Gehölz umgarnen? Wenn du dir etwas Zeit zum Zuschauen nimmst, bist du mittendrin im Blütenballett. Früher war alles irgendwie kompakter im Beet. Die Pflanzen in festen runden Tuffs oder Drifts arrangiert. Heute sind tänzerische Stauden angesagt, die durch das gesamte Beet schwingen. Es begann vor ein paar Jahren mit dem Siegeszug des Patagonischen Eisenkrauts Verbena bonariensis. Es reckte sich plötzlich aus einem Bühnenbild aus Frauenmantel und Storchschnabel hervor und brachte etwas Fließendes in den Garten. Weitere Trendpflanzen wie die Kerzenknöteriche mit hohem, rispenhaften Wuchs folgten, aber auch alte Bekannte wie lilienblütige Tulpen oder Akeleien passen zu diesem Stil. Auch Gräser dürfen …

12 tel Blick 31.10.2016

Vom Oktober zum November: noch viel los im Garten

Der Oktober 2016 hat in Berlin dem Monats-Image keine guten Dienste geleistet. Als Marketingberaterin würde ich ihn dringend ermahnen, seinen Markenkern „golden“ nicht so leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Man kann als Herbstfarbenkoryphäe doch nicht 29 Tage (wetterdienstlich festgestellt) lang „grau“ produzieren! Insbesondere die Zielgruppe „Gärtner“ wird verprellt und räumt im wahrsten Sinne des Wortes verschnupft die Gartenmöbel rein. Dass ich dennoch für den 12tel Blick Oktober 2016 ein paar wenige freundliche Fotos machen konnte, wundert mich selbst, freut mich aber insofern, dass ich als markentreue Wetterkonsumentin am Ende doch meinen Frieden mit Oktober finden kann. Just am 30.10., als ich zur 12tel Blick-Tat schritt, strahlte die Sonne golden vom Himmel. Was ist noch hübsch, was überzeugt so spät im Gartenjahr? Gräser gehen immer, oder? Die Kombi aus glitzernden Halmen und gold-rötlich verfärbtem Laub des Pfeifengrases Molinia arundinacea ‚Transparent‘ ist klasse. Dazu kommen blauer Eisenhut Aconitum carmichaelii ‚Arendsii‘ und tiefroter Kerzenknöterich Bistorta amplexicaulis ‚Speciosa‘ – ich mag es, dass die Zusammenstellung farblich noch kraftvoll ist, aber dennoch herbstlich-natürlich für unsere Breiten wirkt.   An anderer Stelle …