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Urlaub im Lesachtal – Entspannung, wandern, schönste Flora

Impressionen Lesachtal

Gartenblog und Bergurlaub – geht denn das zusammen? Unbedingt, wenn es ins österreichische Lesachtal geht, das für seine Blumen berühmt ist.

Einmal im Jahr mache ich einen Urlaub, um Neues kennenzulernen – in der Regel tolle Städte -, einmal brauche ich Tiefenentspannung durch Naturerlebnis.

Dafür fahre ich seit knapp 30 Jahren immer wieder ins österreichische Lesachtal. Dort schätze ich das Gegenteil von Berlin: grandiose Natur, Ruhe und Freundlichkeit. (Nichts für ungut, liebe Heimatstadt, nu sei mal nicht beleidigt, deine Stärken liegen eben woanders.)

Eins mit der Natur des Lesachtals

Eins mit der Natur des Lesachtals

Das ursprüngliche Tal ist der optimale Urlaubsort für mich, da ich authentische Alpenkultur, körperliche Betätigung beim Wandern (meine Familie auch beim Klettern, Mountainbiking und Rafting) und erholsame Ruhe abseits vom Megatourismus suche. Und die erwiesenermaßen aufregendste Flora, die man sich im Hochgebirge vorstellen kann.

Alle Fotos dieses Artikels vergrößern sich durch anklicken.

Es gibt bei diesem schmalen Tal einen Kärntner und einen Osttiroler Teil, die sich Lesachtal und Osttiroler Gailtal nennen, was für uns Gäste, die Berge und die Blumenwelt aber herzlich wurscht ist. Es erstreckt sich in West-Ost-Richtung parallel zur italienischen Grenze. Auf der anderen Seite der bis zu knapp 2.800 m hohen Berge der Karnischen Alpen liegen Friaul und Venezien; Südtirol ist nah.

Mehr muss ich aus touristischer Sicht gar nicht sagen, ich verlinke einfach zum Tourismusverein, weil du vielleicht Lust auf einen Besuch bekommen wirst. Wir wohnen übrigens immer im Ort Tscheltsch, einer natürlichen Aussichtsterrasse mit herrlichem Sonnenlicht den ganzen Tag – und ganz besonders herzlichen Gastgebern.

Paradies für Blumen und Blumenliebhaber

Im Lesachtal gibt es für Pflanzenfreaks viel zu entdecken: kleine Bauern- und Kräutergärten, einen beeindruckenden Klostergarten sowie wunderschöne Zusammenstellungen von Mutter Natur. Zu Ersteren werde ich noch zwei weitere Artikel schreiben, in die Berge nehme ich dich jetzt hier mit. Lass uns ein paar Höhenmeter machen, teilweise auf der Erde herumkriechen, um ein paar besondere Blümchen zu fotografieren und ein paar Umwege gehen, denn da hinten am Hang leuchtet es doch so schön.

Das Blumen-Highlight der Karnischen Alpen

Im Lesachtal gibt es den Bergstock “Auf der Mussen”, der unter Botanikern aus aller Welt eine Reise wert ist. Das über der Waldgrenze liegende Almwiesengelände ist durch die Art ihrer Vegetation, ihren Artenreichtum und die Seltenheit einiger Arten überaus spannend.

Gründe dafür gibt es viele. Die Mussen liegen so, dass südliche Pflanzen ungehindert nach Norden einwandern konnten, es vermischen sich die Flora der Süd- und Nordalpen. Außerdem hat der Mensch seinen Anteil daran: Hier wurde zur Gewinnung von Heu für die Winterfütterung regelmäßig gemäht, Weidevieh gab es jedoch mangels Wasser keines. Und das ist in dieser Kombination ungewöhnlich und hat zu dieser Vielzahl an Pflanzen geführt. Mehr als 500 Arten gedeihen auf der Mussen, ein besonderes Highlight ist die weiße Paradieslilie, die man hier im Juni in großen Mengen antrifft. Es sollen auch über 1.000 Tierarten nachgewiesen worden sein – wenn du Rast auf einer der Wiesen machst, siehst du es flattern, hörst du es brummen.

Und nun weiter „Fotoalbum auf“: rauf auf den Berg, guten Appetit auf Alm und im Top-Restaurant und eine Tour durch Wiesen und Wälder.

 

Weitere Links in der Region:

Gemütlich jausen auf der Alm: Steineckenalm

Top-Restaurant in schönem Landhaus samt großartigem Garten: Sissy Sonnleitner

Shopping muss auch sein: Lienz

16 Kommentare

  1. Wow, was für schöne Bilder! Wir wollen demnächst in Österreich Urlaub machen, und so stiess ich auf eure Seite, die Natur ist ja wirklich wahnsinnig schön da! Aber das ist nur im Frühling so, oder, alles in Blüte? Oder blüht es da das ganze Jahr?

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo! Die Vegetationszeit dauert von Mai bis September. Ganz besonders herrlich und wirklich verschwenderisch ist es von Mitte Juni bis Mitte Juli, die Fotos waren Edelweiß und Co. sind aber jetzt aus dem August gewesen. Wir waren bis einschließlich der dritten Augustwoche da und haben noch schöne Blumen vorgefunden.

  2. Pingback: Interview: Simones Würz- und Heilkräutergarten – berlingarten

  3. Ein toller Bericht! Auch ich bin seit Anfang der 70er zu Gast im Lesachtal, schätze und liebe die Natur und die Menschen dort. Vielen Dank für die wunderschönen Impressionen. Ich fotografiere selbst und finde es immer unglaublich spannend, mein geliebtes Lesachtal aus anderen Blickwinkeln zu sehen.

    • Berlingärtnerin sagt

      Das freut mich, Nicola! Dann gehörst du dort ja schon fast zu den Einheimischen (wie mein Liebster, der ebenfalls Anfang der 70er als kleiner Junge das erste Mal dort war).

      Schöne Grüße!!

  4. Danke für die Lobeshymne an das Lesachtal- aber auch vielen Dank an unsere lieben Gäste. Schön, dass wir solche treuen Gäste in unserem Hause haben dürfen. Liebe Grüße aus Tscheltsch…..
    Familie Ortner vom Jakoberhof

  5. Bei den Fotos, liebe Xenia, – ich habe mir alle vergrößert angeschaut und mach das gleich noch mal – bekommt man wirklich Lust auf einen Urlaub in den Bergen. Es ist schon toll, was Du da fotografiert hast: eine Bilderbuchlandschaft, Flora zum Niederknien und zum Schmunzeln gibt’s auch noch was. Das Bett mit dem Nachtschränkchen ist einfach zauberhaft und das geschmückte Holzhaus und die kleine Kirche inmitten dieser wunderbaren Landschaft. Danke fürs Mitnehmen. Ein schönes Wochenende und liebe Grüße von Edith

    • Berlingärtnerin sagt

      Dir wünsche ich auch ein schönes Wochenende, liebe Edith! (Werde gleich mal schauen, welche Blumen du dir heute gegönnt hast.)

      Und ich freu mich sehr, dass dir das Blättern im Urlaubsalbum gefällt. <3

  6. Elisabeth sagt

    Hallo Xenia, auch Berlin ist toll und sehenswert. Töchterchen besuchte vorige Woche ein Konzert und war tief beeindruckt von dieser Stadt und deren Geschichte.
    Liebe Grüße Elisabeth

    • Berlingärtnerin sagt

      Und det stimmt ooch, liebe Elisabeth! Ich freu mich sehr, dass es deinem Töchterlein gut gefallen hat – so soll es sein.

      Wenn du immer hier bist, genießt du es allerdings, wenn die Reizüberflutung auch mal stoppt und Stille herrscht.

      Ich glaube, das gefällt mir auch so gut am Gärtnern: das Konzentrieren auf wenig und Versinken im Augenblick.

      Hab’s schön, herzliche Grüße!

  7. Steffi sagt

    Ein ganz wunderbarer Einblick in eine besondere Natur- und Kulturlandschaft. Da bekomme ich echt gleich Lust die Wanderschuhe zu schnüren.
    Liebe Grüße,Steffi

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebste Steffi,

      du hast doch grad erstmal eine sächsische Tour vor dir. Aber für die nächsten Ferien…

      Hab einen tollen (hoffentlich nicht letzten) Sommerabend!

  8. Hallo Xenia!
    Das freut mich sehr, dass du schon seit sooo vielen Jahren hier bei uns Urlaub machst 🙂
    Deine Bilder sind top wie immer….da bekomme sogar ich wieder mal Lust aufs Bergeln.
    GlG
    Sabine

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