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	<title>plattmachen Archive &#8211; berlingarten</title>
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	<description>Glück auf Grün</description>
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		<title>Kleingärten: begehrt und bedroht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Berlingärtnerin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2014 15:29:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Kleingärten]]></category>
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		<category><![CDATA[Kolonie Oeynhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über Gärten in der Stadt, ein Herzblut-Thema vieler Menschen, den fehlenden Willen der Politik, diese zu erhalten, und die Hoffnung auf Veränderung. Kleingärten sind schwer angesagt, launige Artikel werden darüber geschrieben und begeistert gelesen, es sind sich alle einig, dass wir in Berlin diese grünen Flächen brauchen, sie zu unserer Tradition dazugehören und für eine  [...]</p>
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<h1><span class="subname">Über Gärten in der Stadt, ein Herzblut-Thema vieler Menschen, den fehlenden Willen der Politik, diese zu erhalten, und die Hoffnung auf Veränderung.</span></h1>
<p class="article-teaser"><strong>Kleingärten sind schwer angesagt</strong>, launige Artikel werden darüber geschrieben und begeistert gelesen, es sind sich alle einig, dass wir in Berlin diese grünen Flächen brauchen, sie zu unserer Tradition dazugehören und für eine lebenswerte Zukunft unabdingbar sind.</p>
<h4 class="article-teaser">Gärten sind erwiesenermaßen erwünscht und für die Natur unerlässlich.</h4>
<p class="article-teaser">Konkret gibt es hier 150.000 Kleingärtner plus vielleich 5 &#8211; 10 Personen drum herum &#8211; Oma, Opa, Freunde, Kinder usw. &#8211; da kommen wir schnell auf<strong> eine Million Menschen </strong>in dieser Stadt, die mit den Gärten in Berührung sind und Erholung aus ihnen schöpfen. Von den vielen Spaziergängern ganz zu schweigen. Zeigt bei einer Einwohnerzahl von rund 3,5 Millionen eine beachtliche Relevanz. Es ist daher kaum verwunderlich, dass der <a title="Zur Website Kleingartenanlage Oeynhausen" href="http://www.kleingaertnerverein-oeynhausen.de/2014/05/26/%C3%BCberw%C3%A4ltigende-mehrheit-in-charlottenburg-wilmersdorf-stimmt-f%C3%BCr-den-erhalt-der-kolonie/">Bürgerentscheid um den Erhalt der Gartenanlage Oeynhausen</a> zu so einem <strong>sensationellen Ergebnis von 77 % oder fast 85.000 Ja-Stimmen</strong> geführt hat. Das sind nicht alles nur Leute, die im direkten Bezug zur Kolonie stehen, die Zustimmung ging durch alle Wahlkreise und alle Schichten &#8211; egal ob Charlottenburg-Nord oder Villenviertel Grunewald. Das ist das Gegenteil vom häufig vorgeworfenen Partikularinteresse.</p>
<p class="article-teaser">Und es geht ja nicht &#8222;nur&#8220; um das nette Gärtnern, die gesunde Feizeitbetätigung, das soziale Moment: Es geht ganz klar um <strong>Natur- und Klimaschutz</strong>. Bleiben wir bei der Kolonie Oeynhausen. Das Areal ist behördlich anerkanntes Kaltluftentstehungsgebiet und von besonderer ökologischer Bedeutung für den Bezirk, grüne Lunge für den Ku&#8217;damm.</p>
<p>Schön und erhellend findet ich den Baum-Vergleich: In Charlottenburg-Wilmersdorf nimmt die Zahl der Straßenbäume stetig ab, neue werden immer weniger nachgepflanzt. Denn da spart die öffentliche Hand. Schließlich kostet ein einziger neuer Baum (Ankauf, Anpflanzen und Pflege in den ersten drei Jahren) etwa 1.200 Euro, sagt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz. Das wären <strong>bei 1.500 ausgemerzten Bäumen der Kolonie Oeynhausen also etwa 1,8 Millionen Euro</strong>, die der Bezirk aufbringen müsste, wenn ihm gute Luft am Herzen läge und er für Ersatz sorgen wollte. (Mal davon abgesehen, wie lange es denn dauern würde, bis Neupflanzungen herangewachsen wären, um einen Ersatz darzustellen&#8230;)</p>
<h4 class="article-teaser">Aber das politische Handeln sagt: plattmachen.</h4>
<p class="article-teaser">Aber was nützt uns das alles? Ich könnte noch stundenlang weiter Argumente auflisten, von denen jedes einzelne zu dem Schluss kommen ließe: Diese Areale müssen erhalten bleiben! (Damit höre ich jetzt aber auf und verlinke zu den klugen Artikeln auf <a title="Zur Website Bäume oder Beton" href="http://www.baeume-oder-beton.de/" target="_blank">Bäume oder Beton</a>. Dort ist auch alles nachzulesen über die &#8222;Causa Oeynhausen&#8220;.)</p>
<p class="article-teaser">Fakt ist jedoch: Kleingärten stehen nicht etwa unter besonderem politischen Schutz, sondern sollen dem Wohnungsbau weichen. Und das tun sie auch schon längst: Zwischen 1990 und 2010 wurden nach Angaben des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer in Berlin rund 436 Hektar Kleingartenfläche vernichtet – ein Areal, fast dreimal so groß wie der Tierpark Friedrichsfelde, der größte Landschaftstiergarten Europas. Aktuell werden bis 2025 <strong>49 Kolonien vom Berliner Senat als potenzielle Bebauungsflächen genannt, für weitere 159 laufen in den Jahren danach die Schutzfristen ab</strong>.</p>
<h4 class="article-teaser">Es gibt Alternativen zur Bebauung von Kleingartenarealen.</h4>
<p class="article-teaser">Aber warum das alles, wenn es doch <strong>genügend anderen Raum</strong> gibt, der bebaut werden kann? Ja, wirklich, den gibt es. Das ist offiziell, spätestens seit <span class="userContent">Baustadtrat Carsten Spallek aus Mitte</span> direkt nach dem Volksentscheid Tempelhof und Bürgerentscheid Oeynhausen <span class="userContent">eine <a title="Zur Website des Tagesspiegels" href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnungsbau-berlin-hat-genug-bauflaechen-aber-keinen-plan/9959122.html?mobile=false" target="_blank">Liste mit Freiflächen</a>  veröffentlichte, die <strong>Platz für 16.900 Wohnungen</strong> ausweist, viele davon in Siedlungen landeseigener Wohnungsbaufirmen. Über Mitte hinaus hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Lücken und auf Brachen sogar<strong> Bauflächen für rund 220.000 Wohnungen</strong> identifiziert.<br />
</span></p>
<h4 class="article-teaser">Es profitieren die Investoren, der Wähler scheint machtlos.</h4>
<p>Na, warum also wird die Erschließung von <em>großen</em> Neubauflächen favorisiert? Es bleibt nur eine plausible Erklärung: Weil es <strong>lukrativer für Investoren</strong> ist.</p>
<p>Ich habe übrigens gar nichts gegen Investoren &#8211; dass die ihr Geld Gewinn bringend anlegen wollen, liegt in der Natur der Sache. Mir geht es um die politischen Kräfte, die nur uns als Wählern verpflichtet und unabhängig sein müssten.</p>
<p>Und das ist, was mich wirklich fertig macht, seit ich mich angesichts der Gärtenfrage intensiver mit Politik beschäftige:</p>
<p>Dass trotz besseren Wissens<strong> nicht im Sinne der Wähler_Innen gehandelt</strong> wird. Und dass ich, obwohl als Wählerin Souverän, politische Entscheidungen offensichtlich nicht beeinflussen kann. Dass man an ganz anderer Stelle von Partikularinteresse sprechen muss, nämlich dem der Immobilien- und Bauwirtschaft. Das hat doch alles ein Geschmäckle.</p>
<p>Dass versucht wird, Gärtner und Mieter gegeneinander auszuspielen, was angesichts der gerade beschriebenen Tatsache, dass Platz für alle da ist, absolut schoflig ist. Denn <strong>natürlich braucht Berlin neue Wohnungen</strong>! Und (nicht nur) die neuen Mieter brauchen lebenswerte, sozial und ökologisch gesunde Wohnumfelder.</p>
<p>Und im speziellen Fall von Oeynhausen, dass hier mit allen unschönen Mitteln der Kunst der <strong>Bürgerwille von rund 85.000 Wählern ignoriert wird</strong>, obwohl diese sich &#8211; trotz aller Tricks im Vorfeld &#8211; klar dafür ausgesprochen haben, dass die Kolonie bleiben muss. Koste es selbst astronomische, von den Regierenden zur Abschreckung kommunizierte Phantompreise.</p>
<p>Und das Erstaunliche an der ganzen Sache ist, dass die Treiber im Senat und insbesondere im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ausgerechnet der Partei entstammen, mit der man traditionellerweise Attribute wie Bürgernähe und soziale Gerechtigkeit verknüpft hatte. Die jetzt aber den Markenkern ruinieren und den Titel &#8222;Volkspartei&#8220; endgültig verspielen.</p>
<p>Ich muss leider konstatieren: Ich bin ohnmächtig im wahren Sinne von &#8222;ohne Macht&#8220;. Und manchmal auch ohnmächtig im Sinne von &#8222;es ist zum Heulen&#8220;.</p>
<h4>Die Hoffnung stirbt zuletzt &#8211; und die Gärten hoffentlich nie.</h4>
<p>Was bleibt an Hoffnung? Dass die <strong>Basis der SPD aufwacht</strong>. Dass die Mitglieder im Bezirk Aufklärung verlangen, nachdem sie informativ lange unterversorgt waren. Dass sie berlinweit den Kandidaten zum Regierenden Bürgermeister macht, der sich am stärksten für die Gärten dieser Stadt ausgesprochen hat. &#8211; <strong>Sie stünden doch im Wort, Herr <a title="Zu Salehs Kleingartengipfel-Ankündigung" href="http://www.bz-berlin.de/landespolitik/saleh-verspricht-einen-berliner-kleingartengipfel" target="_blank">Saleh</a>?</strong> &#8211; Dass wir Gärtner uns noch stärker solidarisieren: Wer keine Lobby hat, um gehört zu werden, muss selber lauter werden. (Ein <a title="Für Bäume, gegen Beton: Demonstration der Bürgerinitiativen" href="https://www.berlingarten.de/demonstration-baeume-oder-beton/">Sternmarsch</a> aller Kleingärtner der Stadt, begleitet von allen, denen Grünflächen wichtig sind &#8211; das wäre doch mal ein Zeichen. &#8211; Welche Ideen habt Ihr?) Dass noch mehr launige Artikel über das große Glück auf kleinem Grün erscheinen. Dass die <strong>gelesen und verbreitet</strong> werden und zum Besseren beitragen. Wie dieser hoffentlich.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.berlingarten.de/kleingaerten-begehrt-bedroht/">Kleingärten: begehrt und bedroht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.berlingarten.de">berlingarten</a>.</p>
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