Kletterrosen am Rosenbogen anbinden und schneiden – wie wir unser Rosen-Desaster gerettet haben
berlingarten macht Werbung
Ein zusammengebrochener Rosenbogen, zwei wilde Kletterrosen und die Frage: Wie bekommt man das wieder in den Griff – und verhindert, dass die Pflanzen unten verkahlen? Meine Tipps, wie du Kletterrosen am Rosenbogen anbinden und schneiden solltest, sorgen für Klarheit.
Als der Rosenbogen plötzlich nachgab.
Es gibt diese Momente im Garten, die kommen nicht schleichend, sondern mit Ansage – nur dass man sie nicht hören will. Unser Rosenbogen stand seit Jahren zuverlässig an seinem Platz, umrahmt von zwei Kletterrosen, die es sich dort gemütlich eingerichtet hatten. Auf der einen Seite ‚Rousseliana‘, eine einmalblühende Wuchtbrumme mit beeindruckendem Wachstum. Auf der anderen Seite ‚New Dawn‘, deutlich feiner im Ausdruck, aber nicht viel weniger ehrgeizig, wenn es darum ging, sich Raum zu nehmen.
Im letzten Sommer wurde es dann sichtbar: Unter den üppigen Trieben fragte man sich, wer jetzt eigentlich wen hält: der Rosenbogen die Rosen oder die Rosen den Bogen. (Schau dir mal das Foto unten an: Der violette Traum ist tasächlich ‚Russeliana‘, der Bogen-Durchgang ist nur noch als dunkelgrünes Loch zu erkennen.)
Bei einem späten Wintersturm war es dann soweit: Der Rosenbogen gab nach. Er fiel nicht komplett in sich zusammen, war aber deutlich geknickt, verschoben, aus dem Lot geraten. (Sicher kannst du dir vorstellen, dass ich genauso geknickt war.)
Klar war: Wir brauchen eine stabile Rankhilfe und bauen die Rosen komplett neu und gezähmt wieder auf.


Alte Kletterrosen am Rosenbogen: verheddert, verholzt – und schließlich luftig.
Was sich über die Saison aufgebaut hatte, zeigte sich nun in voller Dichte: ein enges Geflecht aus alten und jungen Trieben, ineinander verschlungen, teilweise unter Spannung, teilweise bereits verholzt. Die Rosen waren kräftig und gesund – aber ihre Energie hatte sich ihren eigenen Weg gesucht.
Der erste Impuls, einfach beherzt zur Schere zu greifen, wäre hier fehl am Platz gewesen. Denn genau in diesem Gewirr stecken die Triebe, die später das Gerüst bilden sollen. Also begann die Arbeit nicht mit dem Schneiden, sondern mit dem Sortieren – und mit dicken Handschuhen. Zum Glück habe ich den liebsten aller Ehemänner…
Schritt für Schritt wurden die Triebe gelöst. Erst die offensichtlich verklemmten Partien, dann die überkreuz liegenden Ruten. Man arbeitet sich vor, gewinnt Überblick und erkennt, welche Triebe tragfähig sind und welche entbehrlich.
Dabei passierten die ersten Schnitte fast nebenbei: Ganz alte, erschöpfte Triebe kamen direkt an der Basis heraus. Andere, ungünstig verlaufende nahmen wir weit unten zurück und leiteten sie auf einen jüngeren, besser stehenden Seitentrieb ab. So blieb die Substanz erhalten, aber die Richtung stimmte wieder.
Mit jedem gelösten Abschnitt wurde die Struktur klarer. Erst als die Triebe freigelegt und geordnet waren, ließ sich der alte Rosenbogen überhaupt entfernen – und damit Platz schaffen für einen neuen, stabilen Aufbau.



Neustart mit Substanz: der neue Rosenbogen im Garten.
Kennst du das, wenn sich alles nach „neu“ und „durchstarten“ anfühlt und sich richtig Kräfte freisetzen? So ging es uns, als die Pakete mit dem neuen Rosenbogen angliefert wurden. Hochwertig, attraktiv, stabil: Mit dem Bogen „Bagatelle“ von Classic Garden Elements zog genau die nötige Stabilität in den Garten ein. Massiver Stahl, feuerverzinkt und pulverbeschichtet, klar in der Form und so gebaut, dass er langfristig trägt, was sich über Jahre daran entwickeln darf.
Der Aufbau des Bogens selbst ist mit dem Verschrauben der vier Bogen-Teile schnell erledigt. Entscheidend ist die Verankerung im Boden. An vier Punkten wurden rund 60 cm tiefe Löcher ausgehoben, eine Kiesdrainage eingebracht und – optional – mit Tonröhren ausgekleidet. In diese Fundamente kamen die Bodenanker, wurden exakt ausgerichtet und mit Blitzzement vergossen. So entsteht ein tragfähiges Fundament, das die Last ausgewachsener Kletterrosen dauerhaft aufnimmt.
Klar ist: „Bagatelle“ wird uns und die Rosen um Jahrzehnte überleben. ;-)






Wie gefällt dir der Vorher-nachher-Effekt? Du kannst das Foto schieben…


Kletterrosen in Form bringen: gezielt schneiden nach dem Aufbau.
Als der Rosenbogen stand, ging es weiter mit den Rosen. Die verbliebenen Triebe wurden neu angelegt und in eine klare Grundstruktur gebracht. Wichtig war nun der „Feinschnitt“.
Für öfterblühende Kletterrosen wie meine ‚New Dawn‘ kannst du dir merken, dass sie wie niedrige dauerblühende Beetrosen behandelt werden. Daher kürzt man die Seitentriebe konsequent auf zwei bis drei Augen (die kleinen Knubbel, siehe auch „Rosen schneiden„) ein. Das wirkt rabiat, sorgt aber für einen kräftigen, blütenreichen Neuaustrieb.
Die einmalblühende ‚Rousseliana‘ habe ich dagegen weitgehend geschont. Warum? Hier sitzt die Blüte am Holz des Vorjahres – ein zu starker Schnitt würde die gesamte Blütensaison kosten. Wenn bei einmalblühenden Rosen etwas entfernt werden soll, dann am besten direkt nach der Blüte.
So entstand Schritt für Schritt nicht nur ein stabiler Rahmen, sondern auch die Grundlage für eine klare, gut führbare Struktur.

Kletterrosen am Rosenbogen anbinden – warum die Führung alles verändert.
Jetzt kommt der entscheidende Schritt – und der wird erstaunlich oft unterschätzt.
Kletterrosen wachsen von Natur aus nach oben. Lässt man sie einfach machen, entsteht genau das Bild, das viele kennen: oben eine üppige Blütenwolke, unten lange, kahle Triebe. Das liegt nicht am falschen Schnitt, sondern an der fehlenden Führung.
Beim Anbinden geht es deshalb nicht darum, die Triebe möglichst schnell nach oben zu bringen. Im Gegenteil: Sie werden bewusst in die Waagerechte oder leicht schräge Linien gelegt, was du auf dem Foto unten gut erkennst.
Ich habe die langen Ruten sanft in einem lockeren Zickzack über den Rosenbogen geführt und dann fixiert. Das braucht etwas Geduld, weil man immer wieder schaut: Wo ergibt sich ein schöner Bogen? Wo kann ein Trieb Spannung verlieren? Und wo entsteht später eine gute Verteilung?
Der Effekt ist enorm. An den Stellen, an denen die Triebe nicht mehr streng nach oben wachsen, sondern gebogen oder waagerecht verlaufen, werden schlafende Augen aktiviert. Die Rose (egal ob einmal- oder öfterblühend) treibt dort neu aus – auch weiter unten.
Genau so entsteht mit der Zeit die Fülle, die man sich wünscht: nicht nur oben Blüten, sondern über die gesamte Höhe verteilt. Die Rose wirkt dichter, lebendiger und vor allem ausgewogener.
Zu guter Letzt heißt es nach dem Schnitt: düngen und wässern. Denn ohne Energie kein kraftvoller Neuaustrieb.

Meine Kletterrosen: mehr Blüten, mehr Fülle, kein Verkahlen mehr.
Die Rosen wirken wieder wie aus einem Guss. Die Triebe sind verteilt, die Struktur trägt sich selbst und die neuen Austriebe erscheinen entlang des gesamten Bogens. Genau diese gleichmäßige Fülle entsteht nur, wenn man Kletterrosen nicht einfach wachsen lässt, sondern bewusst führt.
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis: Kletterrosen brauchen kein ständiges Eingreifen, aber sie brauchen Führung. Wer ihnen eine gute Struktur gibt, wird über Jahrzehnte hinweg mit Blüten belohnt. Ein stabiler Rosenbogen wie „Bagatelle“ macht genau das möglich – er trägt nicht nur die Last, sondern gibt der Königin der Blumen die Bühne, die sie verdient.
Wie sind deine Erfahrungen mit Kletterrosen am Rosenbogen? Schreib es gern in die Kommentare – ich bin gespannt!
♥♥♥
Wenn du dir wünschst, dass dein Garten sich leichter und stimmiger entwickelt und du nicht bei jedem Handgriff überlegen musst, was jetzt richtig ist, dann lohnt sich ein Blick auf den Kurs „BlütenGarten“. Dort zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du mit klaren Pflanzkombinationen und einer guten Struktur zu deinem eigenen blühenden Wohlfühlgarten kommst.
FAQ zu Kletterrosen am Rosenbogen anbinden und schneiden.
Über mich
Abonniere jetzt die berlingarten-Post mit wertvollen Tipps und jeder Menge Inspiration.







Danke für die Inspiration!
Ich bin noch Rosen-Anfängerin und habe einen 80 cm hohen Rambler „Veilchenblau“, der an einem Spalier am Hausgiebel hochwachsen soll.
Zwei Fragen:
1. Womit werden die Rosentriebe am besten angebunden?
2. Darf ich neu gepflanzte Rosen im Folgejahr mit Pferdedungpellets düngen?
Hallo, Birgit,
willkommen im Club der Rosenfans! Danke für deine beiden wichtigen Fragen.
Zum Anbinden nutze ich gern unauffällige, eher dicke Hanfschnur zum Fixieren ohne Einschnüren.
Um die Rose zu lenken, sind auch Klemmen ideal, mit denen man den Zickzack erst einmal probieren und sie später entfernen kann.
Mit Pferdedungpellets kannst du auf jeden Fall düngen. Falls du auch frischen Dung bekommen solltest: nicht direkt an die Rose geben.
Die Veilchenblau ist eine wunderschöne einmalblühende Rose! Für sie gilt wie für meine Russeliana: falls überhaupt, nur nach der Blüte schneiden.
Herzliche Grüße
Xenia