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Aktuelles Gartendesign mit Stauden und Gräsern

Trockenheitsliebende Stauden

Was heute modern und trendig im Garten ist, haben berühmte Pflanzenzüchter und -gestalter wie Karl Foerster (Förster) und Piet Oudolf schon vor langer Zeit vorgemacht. Von der gerade zu Ende gegangenen Bundesgartenschau in Erfurt habe ich dir wunderschöne Kombinationen von Stauden und Gräsern mitgebracht.

Auf einer Pflanzenschau der Superlative wie die BUGA 2021 in Erfurt gehen einem die Augen über, so viel gibt es zu bewundern und bestaunen. Nach meinem Besuch habe ich überlegt, was ich dir als besonders relevant mitbringen kann, und mich für das Thema Stauden und Gräser entschieden.

In Erfurt auf dem Gelände des ega Parks, wo der Großteil stattfand, gab es nicht nur die neuen Trendpflanzungen im Rahmen der BUGA, sondern auch zwei Anlagen, die jenseits des Aktuellen zu bewundern sind. Es sind der Karl-Foerster-Garten und das Piet-Oudolf-Beet. Es war frappierend zu sehen, wie stilbildend sie für die neuen Trends sind.

Und er hatte sowas von Recht: Staudenpapst Karl Foerster.

Karl Foerster lebte von 1874 bis 1970 in Potsdam und gilt als der Gärtner und Züchter in Deutschland. Berühmt sind seine Zitate wie “Es wird durchgeblüht” oder “Gräser sind das Haar der Mutter Erde”. Er war es auch, der befand: “Ein Garten ohne Phlox ist ein Irrtum.” Seine Astern-, Rittersporn- und Gräserzüchtungen sind nach wie vor im Handel und gehören zu den besonders empfehlenswerten, und seine Rudbeckie ‘Goldsturm’ gilt als eine der meistgepflanzten Stauden überhaupt. Wenn du mehr wissen möchtest: Klick auch rüber zu anderen Beiträgen über ihn und seinen Schaugarten in Potsdam. In einem Garten à la Foerster gibt es das ganze Jahr über viele Blüten. Stauden und Gräser sind robust, langlebig und langblühend.

So sehen die Foerster nachempfundenen Pflanzungen in Erfurt aus.

Foerster Garten mit Chinaschilf
Unverzichtbar: Chinaschilf und Staudensonnenblumen
Stauden Förster Rudbeckie 'Goldsturm'
‘Goldsturm’ hat Foerster berühmt, aber nicht reich gemacht. Er hatte die Züchtung nicht patentieren lassen
Förster Stauden Myrtenaster 'Schneetanne'
Myrtenaster ‘Schneetanne’ bringt frühlingshafte Frische in den Herbst
Myrtenaster 'Pink Cloud'
Myrtenaster ‘Pink Cloud’ mit Kissenastern Aster dumosus. Es wird dicht und üppig blühend gepflanzt
Motto Karl Förster
… gehe in den Garten. Was meinst du?

Natürlichkeit im Garten: Piet Oudolf.

Der Niederländer Piet Oudolf, Jahrgang 1944, begann in den 1980er Jahren, seinen Gartenstil auszubilden. Seine Pflanzungen sind zwar vollständig durchkomponiert, wirken aber wild und natürlich. Die eingesetzten Pflanzen sollen nicht nur schön aussehen, wenn sie blühen, sondern auch dann noch, wenn sie schon vergangen sind. Sie sollen sich in die Gemeinschaft mit den anderen Pflanzen fließend einfügen. Oudolf-Gärten sind demnach weniger pflegeintensiv, als zum Beispiel die klassischen englischen Borders, und ganzjährig attraktiv. Oudolf hat viele berühmte Anlagen geschaffen, hier im Blog findest du einen Gastartikel meiner Gartenfreundin Steffi über den Highline Park in New York.

Das 700 Quadratmeter große Oudolf-Beet in Erfurt wurde bereits 2010 angelegt. Viele der eingesetzten Pflanzen sind Präriepflanzen Nordamerikas, die trockenheitsverträglich sind und somit gut in die jetzige Zeit und das Klima Erfurts passen. Hauptakteure sind auch hier die Gräser.

Fetthenne im Oudolf Beet
Fetthenne mit Samenständen des Allium
Distel Eryngium verblüht noch reizvoll
Die Blaue Distel Eryngium ist auch in braun noch schön
Skulpturale Pflanzen
Skulptural wirken Oudolfs Beete selbst im Herbst und Winter
Gräser und Sonnenbraut Helenium
Die Honnenbraut Helenium bringt herbstliche Farbe

Aktuelles Gartendesign mit Stauden und Gräsern.

In den u.a. von der Gartengestalterin Petra Pelz neu kreierten Stauden- und Gräsergärten war zu bewundern, wie die Beete der Zukunft aussehen. Sie müssen unseren immer extremeren Wetterlagen trotzen. Sie wirkten wie eine Weiterführung von Foerster und Oudolf auf mich. Auch hier geht der Trend zu Steppen- und Präriestauden aus Nordamerika in Kombination mit Gräsern. Der Vorteil dieser Pflanzungen ist, dass sie, außer in starken Hitzeperioden, nicht gewässert werden müssen.

Ergänzt wurden die Präriestauden mit Staudenklassikern wie den unverzichtbaren Astern.

Beispiele für trendige Pflanzen sind:

  • Steppensalbei Salvia nemorosa
  • Präriesalbei Salvia azurea (für mich persönlich die Entdeckung)
  • Steppenwolfsmilch Euphorbia seguieriana ssp. niciciana
  • Prachtscharte Liatris spicata
  • Fetthenne Sedum
  • Sonnenbraut Helenium
  • Blausternbusch Amsonia hubrichtii
  • Eisenkraut Verbena bonariensis
  • Prachtkerze Gaura lindheimeri
  • Goldrute in nicht wuchernden Sorten Solidago
  • Purpursonnenhut Echinacea
  • Blauraute Perovskia

Da die meisten dieser Stauden und Gräser besonders schön ab dem Sommer und insbesondere im Herbst sind, empfiehlt sich die Kombination mit Zwiebelblühern für Frühling und Frühsommer wie Wildtulpen, Zierlauch Allium, Steppenkerzen Eremurus und Präriekerzen Camassia leichtlinii. Auch Bartiris Iris barbata passen sehr gut dazu.

Gepflanzt wird großzügig flächig in Drifts. Das sind länglich ovalförmige Pflanzflächen, die ineinander fließen. Ausrufezeichen im Beet sind die hohen Gräser wie Chinaschilfe, die auch als Solitäre gesetzt werden. Selbst in kleinen Gärten funktioniert dieses Prinzip. Man nimmt dann entsprechend weniger verschiedene Arten und Sorten und versucht, mit den eingesetzten Pflanzen einen natürlichen Fluss zu erzeugen.

Die folgenden Fotos vergrößern sich durch Anklicken:

Zum Thema Klimawandel: So übersteht dein Garten lange Trockenheit, hat Petra hier auf berlingarten auch schon einen Gastbeitrag veröffentlicht, den ich dir unbedingt ans Herz lege.

3 Kommentare

  1. Liebe Xenia,

    was für Bilder! So schön! Mir kommt es vor als würde ich den Duft wahrnehmen, zart und würzig, vielleicht ein warmer Herbsttag? den leisen Wind – so berührende Stimmungsbilder.

    Gärten sind Träume? Und wie, finde ich. Ein englischer Gartenautor,(Beverly Nichols (?)) hat einmal geschrieben (in etwa): “deinen Garten hast du in deinen Gedanken immer bei dir, du kannst ihn überallhin mitnehmen”.
    Selber erlebe ich das auch so: Gärtnern als Verwirklichung meiner Traumbilder – von Jahreszeiten, Farben, Blüten, Strukturen, Licht…ganz viel Grün und noch viel mehr.
    Diese schönen Fotos, die du von den Pflanzungen mitgebracht hast, geben nach meinem Empfinden genau das wieder, wenn es gelingt: diese besondere, geheimnisvolle Atmosphäre im Dialog mit der Natur.

    Selbst wenn wir Kartoffeln setzen, Himbeerstöcke pflanzen oder Rasen anlegen, haben wir meistens diese Bilder im Kopf, die uns bewegen etwas zu gestalten was uns erfüllt und glücklich macht, oder? Und wenn es manchmal auch nur für einen kurzen Augenblick ist. Aber für mich sind es diese Momente immer wert.

    Ganz liebe Grüße
    Bea

  2. Kerstin Trott sagt

    Liebe Xenia,

    was für wunderschöne Eindrücke von der Buga, zu der ich es in diesem Jahr leider nicht geschafft habe. Ich danke Dir sehr. Herzliche Grüße aus Hamburg

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo, liebe Kerstin,

      wie nett, von dir zu lesen! Ich freue mich sehr, dass dir der virtuelle Ausflug gefallen hat.

      Beste Grüße in den Norden
      Xenia

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