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Lieblingsstauden: Astern – schön wie tausend Sterne

Glattblattaster mit Biene

Farben- und bienenfreundliche Astern verzaubern jeden Garten! Tipps für besonders schöne Sorten und ihre einfache Pflege.

Als meine Dahlien am 7. Oktober in einer einzigen kalten Nacht dem Frost zum Opfer fielen, schätzte ich meine Astern umso mehr. Dies ist eine Liebeserklärung an eine Herbststaude, die zauberhaft leicht sein kann wie die ersten Frühlingsgänseblümchen.

Jeder kennt Astern. Meist sind es die großen, manchmal sparrigen Stauden, die ab dem frühen Herbst als einziger Farbklecks aus den Gärten leuchten. Ich erlebe sie oft eingezwängt in ein Gewirr aus Schnüren, um sie akkurat am Zaun im Zaum zu halten. Bei diesem Anblick seufze ich immer ein wenig. Nicht, weil ich die Astern nicht mögen würde. Im Gegenteil: Ich bin glühende Verehrerin dieser Schönen und wünsche mir, dass von ihnen viel mehr und auch die unbekannteren gepflanzt, sie artgerecht gehalten und mit netten Freundinnen zusammengebracht werden.

Glatt- und Raubattastern.

Die Klassiker im Staudenbeet sind die recht stattlichen Glatt- und Raublattastern. Sie gehören zusammen mit Gräsern und Gehölzen in den Beethintergrund und ergeben einen Look, den Generationen von Menschen als angenehm und „typisch Herbst“ für immer in ihrem Gedächtnis abgespeichert haben.

Raublattastern (Aster novae-angliae, bzw. neuerdings Symphyotrichum novae-angliae) sind die gemeinhin unempfindlicheren der beiden, verschließen jedoch an trüben Tagen ihre Blüten – wir kennen das von Gänseblümchen. Wählst du diese vier Prachtstücke, hast du ein großartiges Quartett im Garten, das dir die schönsten Herbstlieder spielt: ‘Andenken an Alma Pötschke’ in fröhlichem Himbeerrot, ‘Rosa Sieger’ in babyrosa, ‘Herbstschnee’ in reinweiß und ‘Violetta’ in dunklem Violett. Sie ist mit 1,50 m im wahrsten Sinne überragend.

Die Galeriefotos dieses Beitrags vergrößern sich durch Anklicken.

 

Glattblattastern (Aster novi -belgii bzw. Symphyotrichum novi-belgii) sind bei Trockenheit manchmal mehltaugefährdet, halten ihre Blüten jedoch stets offen. Während Raublattastern horstig wachsen, machen sich Glattblattastern mit Ausläufern auf den Weg. Ein besonderer Traum an Fluffigkeit ist die Sorte ‘Rosenquarz’, die allerdings durch die halbgefüllten Blüten weniger Insektennahrung bietet.

 

Für beide gilt: Viel gießen und gut düngen. Wenn die Pflanzen im Mai kniehoch sind, werden sie pinziert. Das ist wichtig! Du knipst dazu die Triebspitzen ab und die Astern reagieren mit einer Verzweigung an dieser Stelle. Die Staude blüht dann zwar rund zwei Wochen später, wächst aber buschiger und fällt später nicht auseinander.

Kissenastern.

Den Glattblattastern ähnlich, bloß in niedrigem Wuchs, sind die Kissenastern Aster dumosus. Als Beetabschlusskante sind sie perfekt, wer sich vom Buchs trennen musste, kann sie als (allerdings nicht wintergrüne) Alternative in Betracht ziehen. Meine Sortentipps: ‘Apollo’ in strahlendem Weiß und ‘Augenweide’ in kräftigem Violett. Mit genügend Wasser und Nährstoffen bilden beide schöne Teppiche, die Insekten auch noch Nahrung und dem Garten Farbe bieten.

 

Wildstaudenähnliche Astern.

Auch für trockene Standorte gibt es wunderschöne Astern! Platz 1 belegt bei mir Aster ageratoides ‘Asran’. Sie blüht ab August mit zahlreichen Sternchenblüten in helllila. Sie gedeiht auch im Halbschatten und ist für die Bepflanzung größerer Plätze eignet, da sie Ausläufer bildet. Mit einer Höhe von 70 cm passt sie gut in den mittleren Beetbereich.

Aster ageratoides 'Asran'

Robust und augenscheinlich lecker: Aster ageratoides ‘Asran’

Die Frikartii-Astern ‘Mönch’ (kräftig blaulila) und ‘Wunder von Stäfa’ (helles Lilablau) können gar nicht genug gelobt werden: Sie blühen schon im Juli mit großen Blüten und halten bis Oktober durch. Sie sind ebenfalls mittelgroß.

Aster Mönch blüht ab Juli bis zum Frost

Aster ‘Mönch’ blüht ab Juli bis zum Frost

Etwas höher und ebenfalls anspruchslos ist Aster lateriflorus var. horizontalis ‘Lady in Black’. Die Stiele sind attraktiv weinrot, die im Oktober und November blühenden Stauden sind eine wertvolle Tracht für späte Bienen. Die Staude wächst locker überhängend (daher der deutsche Name ‘Waagerechte Aster’) mit tausenden kleiner Blütchen – ein Star, dem ein zentraler Platz im Beet gebührt.

Aster lateriflorus var. horizontalis - Waagerechte Herbst-Aster

Die waagerechte Herbst-Aster lateriflorus var. horizontalis ist die Heldin bei allen Insekten. Und bei mir.

Auf keinen Fall zu vergessen sind die Myrtenastern. Vollen Gänseblümchencharme versprüht Aster ericoides ‘Schneegitter’: bis zu 1 m hoch, weiße Blütenblättchen, strahlend gelbe Mitte. Sie wurde einst von Karl Förster gezüchtet. Eine neue Sorte ist ‘Cyrille’, mein neues Lieblingsschätzchen mit hellrosa Blütchen. Sie wir nur bis zu 50 cm hoch und verschmilzt mit ihrem lockeren Wuchs förmlich mit der Nachbarschaft.

 

Zum Abschluss darf auch die weiße Wildaster Aster divaricatus nicht fehlen. Die mag Schatten, trotzt Trockenheit und wird der deutschen Übersetzung von Aster „Stern“ voll gerecht. Die Sorte ‘Tradescant’ ist besonders zu empfehlen. Die Blüte beginnt im Juli und zieht sich bis in den Oktober, wenn Abgeblühtes entfernt wird. (Leider habe ich kein Foto von ihr, daher hier ein Link zu Bildern im Netz.)

Ich hoffe, ich konnte als Astern-Missionarin überzeugen. Ich bin natürlich auch extrem an all deinen Tipps interessiert und freue mich auf Kommentare!

Zum Schluss noch einige Impressionen aus dem Asterngarten.

5 Kommentare

  1. Hallo Xenia,
    welch ein Auftritt deiner Astern…einen wunderschönen und zugleich informativen Post hast du den Sternblumen gewidmet. Ich bin auch immer wieder begeistert über ihre Leuchtkraft im Herbstgarten.
    Einen feinen Sonntag, Marita

  2. Sorry, aber das Wort Glattblattastern führt bei uns immer zu Heiterkeitsausbrüchen. Weil wir nämlich das mal so gelesen haben: “Glatt-Bla-Taster”
    Aber schön sind sie.
    Am 7. Oktober hat es bei mir die dussligen Kürbisse erwischt (die blühten noch) und die Kapuzinerkresse.
    Viele Grüße
    Ilka

  3. Ich hab meine Astern heute abgeschnitten, denn sie sahen nicht mehr schön aus und neigten sich, trotz Stütze, bis zum Boden. Daher muss ich mir unbedingt für nächstes Jahr merken, dass ich sie pinziere. Diesen Begriff habe ich noch nie gehört, aber die Tatsache, dass man die Triebspitzen abzwickt, kenne ich schon.
    Viele Grüße von
    Margit

  4. Hallo Xenia, danke für die schönen Fotos und Dein Loblied an Astern. Ich hatte diese Herbstblüher lange Jahre aus meinem Garten verbannt, weil sie bei mir immer Mehltau bekamen. Die liebe Ilona aus Süddeutschland, genauso begeistert wie Du, schenkte mir einige Teilstücke aus ihrem Garten, die nun – in große Töpfe gepflanzt – meine Terrasse und als Strauß meinen Eßzimmertisch schmücken. Auf dem Friedhof entdeckte ich kürzlich eine hohe, wunderschön kompakt wachsende schneeweiße Herbstaster mit gesundem, grünem Laub. Hoffentlich bietet sich mir mal die Gelegenheit, nach einem Steckling/ Ableger zu fragen.
    Mach weiter so! Liebe Grüße sendet Edith (Staudenflüstern)

  5. Liebe Xenia,

    deine Begeisterung zu Astern teile ich total! Mir gefällt auch deine Übersicht über die verschiedenen Arten sehr gut. Es war mir gar nicht so richtig bewusst wie verschieden sie alle sind.
    Selber bin ich inzwischen ein großer Fan der Astern geworden. Seit Wochen freue ich mich an den Farben, die auch perfekt mit den immer intensiveren Gold – und Rottönen der anderen Pflanzen und weiß blühenden anderen Stauden harmonieren. Dieses Jahr habe ich auch zum ersten Mal vorsichtig etwas pinziert- nach deinem Artikel werde ich nächstes Jahr mutiger dabei vorgehen. Da hier viel Schatten ist hängen die blühenden Stängel trotzdem teilweise über, was eigentlich ganz romantisch aussieht; die meisten habe ich mit Stäben möglichst unauffällig gestützt. Jetzt im Oktober war es toll zu beobachten wie noch Bienen die vielen Blüten aufsuchen.
    Wer mit sehr schwierigen Standorten zu kämpfen hat dem kann auch ich die von dir genannten, weiß blühenden Wildastern – Aster divariatica- nur empfehlen. In der Nachbarschaft wachsen einige dieser Überlebenskünstler sogar innen eng an die Wand eines Carports gedrückt! Bei mir behaupten sie sich gegen Schatten und Wurzeldruck und bilden wochenlang Wolken mit weißen Blütensternen. Sie säen sich auch aus.
    Und wenn ich dann so im Garten bin, fällt mir zu diesen Blumen oft der Anfang eines Liedes aus dem 19. Jahrhundert ein, das ich vor Jahren mal begleitet habe (Autor: Hermann von Gilm zu Rosenegg (!):

    Allerseelen

    Stell´ auf den Tisch die duftenden Reseden,
    Die letzten rothen Astern trag‘ herbei.
    Und lass uns wieder von der Liebe reden,
    Wie einst im Mai, wie einst im Mai

    Herrlich altmodisch und romantisch.
    Liebe herbstliche Grüße,
    Bea

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