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Lieblingskräuter: Geheimtipp Zimt-Aroma oder Kardamom

Zimtaroma Kardamom

Abwechslung in die Teetasse und auf die Fensterbank bringt das attraktive Zimt-Aroma, das eigentlich ein Kardamom ist.

Eine ganze Saison schon begleitet mich ein besonderes Kraut: Es ist der Blatt- oder Malabar-Kardamom (Elettaria cardamomum). Verliebt habe ich mich in ihn jedoch als so betitelte Zimt-Aroma-Pflanze. Dass er eigentlich der Kardamom ist, dessen Samen im Advent ins Gebäck kommen, habe ich erst zu Hause erfahren, als ich mich näher mit der neuen Trophäe beschäftigt habe. Das Aroma der Blätter ist eine Mischung aus Zimt und Kardamom, daher habe ich die beiden Gewürze mit auf das obige Foto gepackt. Ich würde den Geschmack als den von Weingummi-Colafläschchen beschreiben. Falls du jetzt das Gesicht verziehst: Du musst es einfach selbst ausprobieren. Wie stark unser sensorisches Empfinden differiert, weiß man von Weinproben, wenn die einen Veilchen schmecken und die anderen von Sattel-Leder im Abgang schwadronieren.

Mein Zimt-Aroma ist mit 40 cm noch klein, kann aber bis zu 150 cm groß werden

Mein Zimt-Aroma ist noch klein, kann aber bis zu 150 cm groß werden

Das Zimt-Aroma ist äußerst attraktiv, es hat aufrecht wachsende Triebe mit lanzettlichen Blättern. Die Pflanze ist nicht winterhart, sie kommt aus den Regenwäldern Sri Lankas und Südindiens. Mein Exemplar hat die heiße Sonnenseite des Gartens im Sommer sehr genossen, allerdings durch die starke Strahlung ein wenig am satten Blattgrün eingebüßt. Im Moment ist die Pflanze noch klein, sie soll in Topfkultur aber bis zu 1,50 m groß werden können (in ihrer Heimat werden es bis zu 3 m große Büsche) – vorausgesetzt, man erntet nicht alles gleich ab, weil sie so köstlich schmeckt.

Eine attraktive und essbare Zimmerpflanze.

Nach dem ersten Frost ist es an der Zeit, den Malabar-Kardamom ins Haus auf die Fensterbank zu holen. Je heller und wärmer der Standort, desto besser. Gegossen und übersprüht wird regelmäßig, aber nicht so, dass die Wurzeln faulen könnten. Einmal im Monat sollten wir düngen. Ich werde dafür schwach dosierten Gemüsedünger verwenden. Ansonsten soll die Pflanze absolut robust und unkompliziert sein.

Zur Teilung können die verdickten Wurzelstöcke mit dem Messer zerteilt und vereinzelt wieder eingepflanzt werden. Auf Kardamomkapseln werde ich nicht hoffen, denn dass ich die Pflanze zur Blüte und Befruchtung bringen werde, kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich habe das Exemplar ja auch als Zimt-Aroma gekauft. Also werde ich weiterhin die Blätter verwenden und sie im Reis mitkochen oder Tee aus ihnen zubereiten. Wenige frische Blätter, möglichst kleingeschnitten und bis zu zehn Minuten ziehen gelassen, ergeben einen wohlschmeckenden und ganz besonderen Tee.

Bei schlechter Laune hilft es mir, ein einzelnes Blatt zu zerreiben und immer wieder einmal daran zu schnuppern. Ich sage ja: Weingummi-Colafläschchen-Geschmack! Und daran verknüpfen sich für mich herrlichste Kindheitserinnerungen…

Kardamom: jedes Blatt Genuss

Kardamom: jedes Blatt Genuss

3 Kommentare

  1. Zimtaroma mag ich sehr gerne. Ich muss allerdings darauf achten, mir nicht zu viele Pflanzen zu besorgen, die im Winter ins Haus müssen. Fensterbänke gibt es hier nämlich kaum und dann wird es schwierig mit dem Überwintern.
    Viele Grüße von
    Margit

  2. Liebe Xenia,
    Das hört sich ja spannend an. Als Teekraut gibt das sicher eine interessante Note. Allerdings werde ich den Rest des Tages darüber grübeln, wie wohl Sattelleder im Abgang schmeckt….
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße
    Steffi

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Steffi,
      ich hoffe, das Sattelleder hat dir gedanklich nicht das Abendessen verwürzt. Mein Liebster ist ja Weinhändler und da hört man bei Proben die interessantesten Assoziationen. :-D

      Schöne Grüße und bis bald!

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