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Automatische Beetbewässerung mit Tropfrohr: Schluss mit selber gießen

Beetbewässerung

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Das beste Rezept gegen Trockenheitsstress bei Pflanzen und Gartenmenschen ist ein automatisches Bewässerungssystem. Computergesteuerte Tropfrohre sind rasch und einfach verlegt. In Teil 2 meiner Serie über Gartenbewässerung geht es um die optimale Bewässerung von Stauden- und Gemüsebeeten.

Die Entscheidung für eine automatische Bewässerungsanlage fiel an dem Tag, an dem ich meinen Garten zu hassen begann. Zwei Jahre extreme Trockenheit mit stundenlangem täglichem Gießen und dennoch kümmernden Pflanzen – es ist keine Übertreibung, dass ich mich als Sklavin meines Gartens fühlte. Es musste eine Lösung her, um mich nicht durchdrehen zu lassen. Ich wollte ein System, das immer dann automatisiert gießt, wenn es für die Pflanzen am besten ist: am frühen Morgen, während ich noch selig schlummere – und zwar verlässlich und ressourcenschonend. Bei GARDENA wurde ich fündig.

GARDENA Micro Drip System

Schritt 1: die Planung.

Vorneweg: Eine automatische Bewässerungsanlage von GARDENA ist das Gegenteil von Hexenwerk. Eine reine Beetbewässerung mit Tropfrohr, wie ich sie dir gleich zeige, ist ohne echten Planungsaufwand möglich.

Sollen jedoch mehrere verschiedene Bereiche bewässert werden, ist es sinnvoll, das System etwas genauer zu planen. Dazu gibt es bei GARDENA für Do-it-yourself-Typen den praktischen Online-Planer oder für größere Projekte den Kundenservice mit individueller Beratung. In beiden Fällen startet die Planung damit, den eigenen Garten aufzuzeichnen, um sich überhaupt erst einmal klarzumachen, welche Bereiche bewässert werden müssen: Wie groß sind sie? Welche Pflanzen wachsen dort? Wo braucht es Wasseranschluss? Zu Letzterem muss überdies ermittelt werden, wie leistungsstark er ist. Dazu wird die Füllzeit eines 10-Liter-Eimers gemessen.

Ich hatte einen Bewässerungsprofi an meiner Seite und konnte mit ihm analysieren, welches System für meinen Garten geeignet sein würde. Mein Garten besteht hauptsächlich aus gemischt bepflanzten Beeten mit recht hohen Pflanzen (violett) sowie einer Rasenfläche (grün). Auch mein Küchengarten ist ein gemischtes Beet, da er nicht „plattes Land“ ist, sondern mit Gehölzen als Dynamischer Agroforst angelegt. Somit fiel die Wahl auf eine Tropfbewässerung in den Beeten sowie ein Sprinklersystem für den Rasen. [In diesem Artikel geht es um die Grundlagen der automatischen Bewässerung sowie die sehr einfach und schnell zu installierende Tropfbewässerung, mit der du zum Beispiel Stauden oder Hecken optimal gießen kannst. Das Thema Rasenberegnung folgt in einem weiteren Beitrag.]

Gartenplan berlingarten

Den Gartenaufriss habe ich gezeichnet, der Kundenberater von GARDENA die Planung erstellt

Schritt 2: die Installation der Beetbewässerung.

Die drei von der Wasserstelle.

Das Hirn oder Herzstück des Systems ist der Master. Er ist die batteriebetriebene Steuerungseinheit, mit der sich bis zu sechs individuelle Bewässerungspläne unterschiedlich einstellen lassen – ganz flexibel nach Zeitplan, mit einer Dauer von einer Sekunde bis zu vier Stunden. So kannst du zum Beispiel festlegen, dass das Staudenbeet jeden dritten Tag für eine halbe Stunde bewässert werden soll, die Hecke jedoch immer nur dienstags, der Küchengarten mit den frischen Setzlingen jeden Tag. Der Master steckt bei mir mit einem Zwei-Wege-Verteiler direkt am Wasserhahn, am anderen Ausgang kann ich einen Gartenschlauch anschließen oder eine Gießkanne befüllen. Sehr praktisch.

Wenn verschiedene Bereiche des Gartens zu bewässern sind, ist der beste Freund des Masters der Wasserverteiler. Er ist der zentrale Punkt, der am Master angeschlossen ist und von dem dann die bis zu sechs Leitungen abgehen. Der Verteiler schaltet mechanisch von einem Ausgang zum nächsten weiter, sodass die Bereiche nacheinander bewässert werden. Das ist wichtig, denn für ein gleichzeitiges Bewässern aller Bereiche reicht die Kapazität eines Wasseranschlusses nicht aus. Also immer alles hübsch der Reihe nach.

Der Dritte im Bunde ist der ebenfalls batteriebetriebene Bodenfeuchtesensor. Er misst die Bodenfeuchtigkeit im Wurzelbereich der Pflanzen automatisch alle ca. zehn Minuten und sendet das Ergebnis per Kabel an den Master. Meldet er ausreichend Feuchtigkeit, wird eine vorprogrammierte Bewässerung auf nur 30 Sekunden verkürzt. Nach ausreichend Regen fällt die zusätzliche Wassergabe somit quasi aus. Wird der Sensor mit der Tropfbewässerung kombiniert, stoppt er die Bewässerung, wenn ein bestimmter Feuchtegrad erreicht ist.

Master Verteiler Feuchtesensor

Von oben nach unten: Zwei-Wege-Verteiler, Master, Wasserverteiler, Feuchtesensor

Achtung, es tropft.

Damit es nun so richtig Lostropfen kann, fehlen nur noch die Schläuche: Was der Laie gemeinhin Sickerschläuche nennt, bezeichnet der Fachmensch als Tropfrohr. Davon gibt es als Micro-Drip-System für unterschiedliche Anforderungen passgenaue Lösungen. Für alle gilt:

  • Es erfolgt eine dosierte und effektive Bewässerung im Wurzelbereich der Pflanzen, damit kannst du deine Pflanzen sozusagen von unten gießen
  • Es handelt sich um ein anschlussfertiges, modulares System, das simpel und schnell zu planen und zu verlegen ist
  • Die Tropfrohre sind praktisch wartungsfrei

Das Verlegen der Tropfrohre erfolgt bei in Reihen gesetzten Pflanzen wie Hecken einmal entlang der Pflanzen. Bei einer flächigen Bewässerung wie in meinem langen und tiefen Staudenbeet wird die Installation in Schlangenlinien durchgeführt, du kannst dir das vorstellen wie bei einer Fußbodenheizung im Haus.

Stauden richtig gießen: enger Abstand der Tropfrohre

Wie weit voneinander müssen nun die Tropfrohre verlegt werden, um tatsächlich den gesamten Boden zu durchfeuchten? Die Tropflöcher sind im Abstand von 30 cm im Tropfrohr integriert. Das austretende und im Erdreich versickernde Wasser bildet durch die Kapillarwirkung eine Feuchtzone, die bei normalem Boden ca. 25 bis 30 cm im Durchmesser beträgt. Um die Fläche komplett abzudecken, müssen die Stränge also im Abstand von 30 bis 40 cm verlegt werden.

Bei uns kamen auf diese Weise beim breitesten Beet sechs parallele Bahnen zusammen – eine ziemlich lange Strecke von insgesamt 90 Metern. Um die meistern zu können, kam ein Micro Drip-Tropfrohr zum Einsatz, das eigentlich für eine unterirdische Installation vorgesehen ist, das bei uns aber oberirdisch verlegt wurde, da die Beete alle schon komplett mit Gehölzen und Stauden bepflanzt sind. Toll an diesem Tropfrohr: Es hat eine Sperre gegen das Eindringen von Erde und Wurzeln, was es sehr widerstandsfähig und langlebig macht. Und es lässt Längen von 100 Metern, bei einem mittigen Wasseranschluss von sogar 200 Metern zu. Wir kamen für das eine Beet mit einem Start-Set plus Erweiterung aus.

Langes Beet

Eine 15-Meter-Beetstrecke

Unterirdisches Tropfrohr

Bodenfeuchtesensor

Bodenfeuchtesensor

Die kräftigen, qualitativ hochwertigen Rohre sind gerollt und daher am Anfang etwas widerspenstig. Ich empfehle auf jeden Fall, die Verlegung zu zweit durchzuführen: Einer dreht ab und kontrolliert, ob die Stränge halbwegs gerade verlegt werden, einer krabbelt durchs Unterholz und platziert das Tropfrohr eng an den Pflanzen. Zur Fixierung dienen Rohrhalter, die im Abstand von ca. zwei bis drei Metern, in den Biegebereichen etwas kürzer, gesteckt werden.

Rohrhalter

Das Tropfrohr macht eine Biegung und kann die Pflanzen optimal gießen

Am Ende macht das Tropfrohr eine Biegung und verschwindet im Pflanzendschungel

Die Verbindung vom zuleitenden Gartenschlauch (den wir aus optischen Gründen und zur Verhinderung von Stolperfallen unterirdisch verlegt haben) erfolgt über das beim Starter Set enthaltene so genannte Basisgerät, das das Wasser filtert sowie den Wasserdruck auf etwa 1,5 bar für den optimalen Betrieb der Tropfer reduziert. Durch die „Quick & Easy“-Verbindungstechnik können alle Komponenten mühelos miteinander verbunden und bei Uminstallationen oder vor dem nächsten Winter einfach wieder gelöst werden.

Zuleitungsschacht Quick & Easy System Das Basisgerät wird benötigt, um die Pflanzen mit dem Sickerschlauch von unten zu gießen

Ich bin richtig happy, dass ich meine gemischten Rabatten nun schon mal super versorgt weiß. Die Pflanzen haben jedenfalls sofort begonnen, “die Schlangen” zu überwachsen und unsichtbar zu machen. Nun fehlt nur noch der Rasen. Aber das wird ein neuer Artikel.

Maigarten

Unauffälliges Tropfrohr

Die Pflanzen und Tropfrohre gehen umgehend eine Gemeinschaft ein

Habe ich etwas vergessen oder hast du Fragen? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

 

10 Kommentare

  1. Konstanze Weiche sagt

    Liebe Xenia,
    Vielen Dank für den tollen und ausführlichen Beitrag. Ich überlege zur Zeit, welche Art von Bewässerung für uns in Frage kommt und fand es sehr interessant, dass man die Tropfschläuche auch einfach oberirdisch benutzen kann. Kannst du mir sagen, welche Komponenten im Winter abgebaut werden müssen?
    Viele Grüße,
    Konstanze

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo, Konstanze,

      danke für dein interessiertes Feedback! Wir werden den “Technik-Turm” und den Feuchtesensor zum Winter abbauen. Die Schläuche bleiben liegen. Bei der Rasenbewässerung haben wir aus Frostgründen unterirdisch extra ein Entwässerungsventil eingesetzt. Das ist für das System obligatorisch.

      Beste Grüße
      Xenia

  2. Manfred Jasper sagt

    Hallo Xenia,
    Dein Artikel liest sich super gut und ist noch mal ein Katalysator für meine Überlegungen von „eine Bewässerung wäre schön“ hin zu „lass uns das machen“.
    Kannst du mal grob zusammenstellen, welche Kosten der Gardena Produktpalette am Beispiel deines Gartens zusammengekommen sind?
    Vielen Dank und Gruß,
    Manfred

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo, Manfred,

      freut mich, dass euch der Artikel weiterbringt! Ja, die Materialkosten für die automatische Tropfrohrbewässerung belaufen sich für unser hier beschriebenes Beispiel auf rund 350,00 Euro. Die Gesamtbewässerung wie in der Planungszeichnung zu sehen, beläuft sich auf rund 1.200 Euro. Der Rasenbewässerungsbeitrag folgt ja noch in Kürze.

      Beste Grüße!
      Xenia

  3. Theo sagt

    Liebe Xenia,
    ja so eine automatisch Bewässerung ist schon nicht schlecht vor allen, wenn man nicht täglich vor Ort sein kann und es schont den Rücken wenn man keine Gießkannen tragen muss!!
    Bei mir habe ich nur Wassersteckdosen im Garten verteilt und bin damit einigermaßen zufrieden. Im Gewächshaus ist eine Tröpfchenbewässerung installiert, da müssen die Tropfer immer mal wieder neu einstellt oder sauber gemacht werden. Leider sind diese Bewässerungssysteme nicht besonders langlebig, Sonne und Winterkälte setzen den Kunststoffteilen zu. Die Steckanschlüsse und Rohrverbindungen werden mit der Zeit undicht und müssen ersetzt werden. Oberirdische Tropfer verstopfen gerne oder werden von Ameisen besiedelt und versagen dann.
    In deinem großen Garten ist es aber bestimmt eine gute Hilfe bei der Wasserversorgung für die Pflanzen. Hoffentlich hast du Glück mit dem System.

    Liebe Grüße
    Theo

  4. Monika Schiessl sagt

    Funktioniert leider nicht perfekt, nach Starkregen sind die Schläuche zugeschmiert, das war’s dann.

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo, liebe Monika!

      Vielen Dank für deine Rückmeldung, da hattest du ja Pech. Auf Nummer sicher gehst du mit den für die unterirdisch ausgelegten Tropfrohre. Die setzen sich selbst unter der Erde nicht zu, da sich die Löcher nach Nutzung verschließen.

      Beste Grüße sendet
      Xenia

  5. Eine tolle Aktiion! Die Bewässerung wird doch immer mehr zum Thema, je trockener die Sommer werden.
    Viele Grüße von
    Margit

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo, Margit!
      Absolut! Nun hat es ja heute mal wieder geregnet, aber die Wassertonnen sind immer noch nicht voll. Ich bin happy, dass ich eine Sorge weniger habe im Garten. [Kann mich jetzt ganz auf die Schnecken konzentrieren. ;-) ]

      Herzliche Grüße
      Xenia

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