Blumenerde ohne Torf: perfekt für deine Pflanzen, gut für die Umwelt

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Blumenerde ohne Torf ist besser für eine intakte Umwelt und daher für mich inzwischen selbstverständlich. Und ehrlich: Sie sind auch großartige Substrate, mit denen es sich bestens gärtnern lässt. Hier meine Erfahrungen, was du beim Gießen und Düngen für ein üppiges Wachstum beachten solltest.

Für die Pflege meiner Pflanzen Torf verwenden, für den einst Moore trockengelegt wurden? Das klingt für mich völlig absurd und ich freue mich, das du diesen Beitrag liest, denn das zeigt, dass wir auf einer Wellenlänge sind. Die Liebe zu allem, was da wächst, zu Garten, Balkon, aber auch Zimmerpflanzen erwächst doch meist aus einer besonderen Zuneigung zur Natur. Und ein besonderes Wunder der Natur sind Moore – als unwiederbringliche und zu schützende Landschafts- und Lebensräume, aber auch als weltweit wichtigste Kohlenstoffspeicher.

Wenn zum Abbau von Torf große Mengen CO2 freigesetzt werden, lohnt sich doch unbedingt der Blick auf die Alternativen. Insbesondere, wenn auch noch das Gärtnern mit Torf einen maßgeblichen Teil zu den entstehenden Treibhausgasemissionen beiträgt.

Mit der Botschaft Weniger Torf, Moor Schutz! Torffrei gärtnern, Klima schützen hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Kooperation mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) das Thema auf den Punkt gebracht.

Moor am Prebersee, Lungau

Blumenerde ohne Torf: Welche nehmen und was ist drin?

2022 waren in Substraten für Hobbygärtner im Schnitt noch 42 % Torf enthalten, in denen für den Erwerbsgartenbau sogar noch 77 % (Quelle: IVG 2023). Da heißt es also Augen auf beim Erdekauf. Ich achte auf die Produkt-Aufdrucke „torffrei“ oder „ohne Torf“. „Bio“ ist übrigens kein Garant für Torffreiheit und es gibt auch torfreduzierte Produkte. Aber zu ihnen rate ich ausdrücklich nicht, denn wir kommen als Privatgärtner auch ganz ohne aus.

Gute torffreie Erde fühlt sich wunderbar fluffig an und man merkt gar keinen Unterschied. In ihr befinden sich vorrangig Alternativen wie Holzfasern, Grüngutkompost, Rindenhumus oder Kokosprodukte. Damit auch von ihnen nur auf Nachhaltigkeit geprüfte Rohstoffe in den Beutel kommen, wird derzeit ein Zertifizierungssystem für Torfersatzstoffe entwickelt.

Auf Spezialerden musst du nicht verzichten: Es gibt neben der klassischen Blumenerde zum Beispiel auch Pflanz-, Tomaten- und Rasenerde. Wir benötigen für unsere ganzen Ausaaten für den Küchengarten besonders die Anzuchterde, die sich auch sehr gut für Kräuter eignet.

Unter diesem Link findest du über 300 Produkte, die in Deutschland erhältlich sind. Wenn du unsicher bist, welche Erde zu deinem Vorhaben passt, frag in der Gärtnerei oder im Gartenfachmarkt einfach ganz explizit nach.

Tipp: Da torffreie Erden aufgrund ihrer Zusammensetzung eine höhere Aktivität an Mikroorganismen aufweisen, lagere den geöffneten Sack nicht zu lange, sondern brauche das Substrat in derselben Saison auf.

Torffrei gärtnern. Aber wie?

Torf hat die Eigenschaft, Wasser sehr gut speichern zu können. Moore sind im naturnahen Zustand wassergesättigt. Ein gesundes Moor muss nass sein, wie auf dem Bild aus meinem Österreich-Urlaub oben.

Dass torffreie Erde Wasser und Nährstoffe etwas weniger gut halten kann, ist eigentlich der wichtigste Unterschied für den Hobbygärtner, den du dir merken solltest. Aus ihm ergeben sich die folgenden Pflegetipps.

Häufiger gießen.

Du kannst von rund 10 % mehr Gießbedarf ausgehen. Am Anfang tastest du dich einfach ran und prüfst alle paar Tage die Feuchtigkeit im Boden, indem du mit dem Finger ca. zwei Zentimeter tief in die Erde gehst. Fühlt es sich trocken an, wird gegossen. Praktisch sind auch Gießanzeiger, die man ins Substrat steckt, und die per Farbveränderung zeigen, ob ein Nachgießen nötig ist (blau = noch Feuchtigkeit vorhanden).

Tongranulat zugeben.

Eine gute Ergänzung zu Blumenerde ohne Torf ist Tongranulat. Die kleinen Körnchen nutze ich seit vielen Jahren und setze die Pflanzen beim Umtopfen entweder komplett in das Granulat oder mische es der torffreien Erde bei. Die Körnchen haben eine Art Schwammwirkung, halten Wasser länger und verhindern Staunässe. Tipp: Eine Schicht Tongranulat auf der Erdoberfläche hilft überdies gegen die Eiablage von Trauermücken.

Gefäße mit Wasserspeicher.

Blumenkästen ohne Wasserreservoir mag ich mir gar nicht mehr vorstellen. Es ist so ungemein praktisch, wenn man die Pflanzen nicht häufig von oben gießen muss, sondern sich die Blumen das Wasser bedarfsgrecht von unten selber holen. Ein Kurzurlaub ohne Hilfe der Nachbarn wird da auch gut möglich. Ein weiteres Plus: Die Erdoberfläche bleibt trocken und unerwünschtes Beikraut siedelt sich weniger an.

Genügend düngen: flüssig und mit Kompost.

Mit dem vermehrten Gießen wird auch eine häufigere Düngung, dafür aber in geringerer Konzentration nötig. Beispiel: Statt einmal alle zwei Wochen dünge ich nun jede Woche, verwende aber nur die Hälfte der angegebenen Menge. Besonders gut eignet sich organischer Flüssigdünger, der auf die speziellen Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt ist (Zimmerpflanzen-, Blühpflanzen- oder Tomatendünger zum Beispiel).

Im Garten füge ich den Substraten auch gern Kompost zur Nährstoffversorgung zu. Diesen kostenlosen und dabei so wertvollen Rohstoff stelle ich ganz einfach aus den pflanzlichen Resten des Gartens her. Wir haben dafür drei so genannte Mieten: eine für das frische Material, eine für den reifenden und einen für den fertigen Kompost.

Wichtig ist, dass alles genügend Zeit zum Zersetzen hat, da unverrottetes Material den Pflanzen schaden kann. Daher lassen wir den Kompost ein Jahr lang ruhen und sieben ihn vor der Verwendung durch, um grobe Teile zu entfernen. Es entsteht wunderbar lockere und herrlich nach frischem Boden duftende Komposterde.

Tipp: Wegen des leicht höheren pH-Wertes und Salzgehalts eignet sich Kompost für Pflanzen nicht, die kalkarme oder saure Substrate bevorzugen. Das sind zum Beispiel Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Heidelbeeren oder Binsen.

Weitere Informationen.

Auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft findest du noch viele weitere Informationen zum torffreien Gärtnern sowie zur Klimawirkung von Mooren. Ein unglaublich spannendes Thema…

Wenn du weitere Fragen oder Anregungen hast, freue ich mich wie immer über deinen Kommentar!

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