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Blumenzwiebeln: Des Kaisers schöne Kronen

Wie eine Ode an die Freude: Kaiserkrone Fritillaria Beethoven

Noch ist Pflanzzeit für Blumenzwiebeln. Wenn du gedanklich das letzte frühe Frühjahr durchgehst und noch ein paar Highlights brauchst, dann kann ich dir die schönen Kaiserkronen empfehlen. Ich habe mich in die neuen Sorten verliebt und für die GartenSpaß gleich eine Kolumne draus gemacht.

GartenSpaß September

GartenSpaß September

Mein Frühlingsgarten ist eine Monarchie. Das Zwiebelblumenvolk wird von wahrlich schillernden Royals regiert – den Kaiserkronen Fritillaria imperialis. Sie sind rank und schlank und etwas ganz Besonderes. Eindrucksvoll, geradezu überragend stehen sie im Beet. Narzissen, Sommerknotenblumen, frühe Tulpen und Stauden liegen ihnen zu Füßen.

Selbstverständlich benötigt die Kaiserkrone auch von Gärtnerin und Gärtner ein gewisses Maß an Ehrerbietung. Für besondere Üppigkeit will sie eher früh gesetzt werden. Im August wäre perfekt, aber in diesem Jahr war es da noch ganz schön trocken, sodass wir auch jetzt noch loslegen können. Da sie ursprünglich aus dem Morgenland kommt, können ihr Hitze im Sommer und Kälte im Winter nichts anhaben. Staunässe bekommt ihr jedoch gar nicht, sodass das Pflanzloch rund 20 cm tief sein und mit einer Schicht aus Sand oder Kies versehen werden sollte. Die Wurzeln werden sofort zu wachsen beginnen und schon kraftstrotzend in den Winter gehen.

Auf des Imperators Speiseplan steht mineralischer Dünger zum Austrieb im März/April sowie nach der Blüte im Mai. Bleibt die Düngung aus, zieht er sich für immer zurück, was auf jeden Fall zu verhindern ist – zu schön sind die Bilder der großen Blütenköpfe mit den vielen hübschen Glöckchen. Waren früher kräftig orange oder gelbe Sorten zu bekommen, gibt es inzwischen ein breites Spektrum mit auch pastelligeren Tönen. Eine neue Serie ist nach Komponisten benannt und bietet viele Sorten, die durch einen kompakten Wuchs bis 70 cm sogar die Pflanzung in Kübeln und Kästen ermöglicht. Ob das der Kaiserkrone jedoch gerecht wird – ich bezweifle es.

Ist das große Spektakel im Frühjahr vorüber, empfiehlt es sich, den Blütenköpfen zu Leibe zu rücken. Enthauptung klingt unschön, ist aber in diesem Fall nur zum Besten für den Erhalt der Monarchie.

Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass Fritillaria imperialis von einem wenig vornehmen und strengen Geruch umgeben ist. Man sagt, auf Wühlmäuse habe das eine einschüchternde Wirkung. Kaiserkronen sind eben beeindruckend.

Zum Vergrößern und Lesen der Bildunterschriften klicke die Fotos bitte an.

8 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Kaiserkronen wachsen leider hier bei mir nicht aber dafür Narzissen, Tulpen, Krokus, Märzenbecher, Schneeglöckchen und und und. Ach ich freu mich schon wieder auf den Frühling! LG Sabine

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Sabine,
      das klingt nach wunderschönstem Frühlingserwachen! Ganz herzliche Grüße nach Österreich!

  2. Bei mir wollten diese herrlichen Pflanzen auch nicht. Vielleicht ist aber bei uns der Boden zu lehmig und folglich zu nass.
    Vielleicht versuche ich es doch noch einmal!
    Viele Grüße von
    Margit

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo Margit!

      Genau: Sie bräuchten eine Drainage unter der Wurzel. Und Dünger, wobei bei eurem Lehm vielleicht sogar Kompost ausreicht.

      Viele liebe Grüße!

  3. …tolle Blüten, liebe Xenia,
    ich habe schon mal welche gepflanzt, ist aber nichts gekommen…vielleicht versuche ich es mit deinen Tipps nochmal, denn beim Nachbarn blühen sie auch…

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo, liebe Birgitt,

      wenn’s beim Nachbarn klappt, dann dürfte der Boden schonmal ok sein. Frag ihn mal, wie er düngt. Mineralischer Dünger war bei uns der Schlüssel zu allem Zwiebelblumenwachstum. Kompost reichte bei unserem Boden leider nicht aus.

      Herzliche Grüße!

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo, ihr Lieben!

      Ich hoffe, dass die neuen Sorten etwas weniger anspruchsvoll sind. Bei uns haben Kaiserkronen immer nur dann funktioniert, wenn wir ihnen auf unserem Sandboden viel Dünger zum Austrieb und dann nochmal nach der Blüte gegeben haben – und zwar mineralisch. Anders kommen wir auch mit unseren Tulpen und Narzissen nicht über die Jahre, leider reicht Kompost nicht aus.

      Beste Grüße!

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