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Rasen im Herbst: winterfest mit wenig Klee

Rasen winterfit

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Im Herbst gönnen wir unserem Rasen noch einmal all unsere Aufmerksamkeit: Tipps fürs Mähen, Vertikutieren und letztes Düngen.

Ist es tatsächlich schon wieder Herbst und es stehen die letzten Wellness-Aufgaben für unser Grün an? Blühten nicht gerade noch die Margeriten am Rande? Ist das wirklich schon so lange her? Es ist. Der Herbst ist da und wir schauen resümierend zurück auf das Gartenjahr.

Der Sommer war warm und überaus trocken in Berlin. Als Effekt ergab sich, dass der Rasen wenig bis gar nicht gewachsen ist. Mit den seltenen Wassergaben konnte er auch kaum Nährstoffe aufnehmen. Gefreut hat’s den Klee: Deutlich vitaler als die Gräser, avancierte er von einem kleinen Beikraut zum Hauptakteur. Nicht, dass ich per se etwas gegen Klee hätte – seine Blüten waren den Hummeln reiche Nahrungsquelle. Ihn aber in die Schranken zu weisen und die Gräser aufatmen zu lassen, fand ich jetzt angemessen.

Mehr Klee als Rasen

Mehr Klee als Rasen

Das braucht der Rasen im Herbst an Pflege.

Rasen mähen.

Wir mähen weiter, solange der Rasen noch wächst. Das ist in der Regel bis Ende Oktober, in warmen Jahren bis in den November hinein. Erst bei acht Grad Bodentemperetaur gehen die Gräser in den Winterschlaf. Für den letzten Schnitt vor dem Winter stellt man die Schnitthöhe nicht zu niedrig, sondern auf 5 cm ein. Dies schützt die Gräser vor Frost.

Für mich ist das Mähen keine Last, sondern eine durchaus angenehme Tätigkeit. Das hat vor allem damit zu tun, dass ich a) ein überschaubares Areal habe, das gepflegt werden will, und mir b) die Sache mit meinem City-Flitzer PowerMax von GARDENA auch sehr leicht von der Hand bzw. von den Messern geht. Nachdem ich bis dato mit einem Mäher mit Kabel unterwegs war, genieße ich jetzt die neue Freiheit und ziehe durch die Akku-Technologie flexibel meine Bahnen. Der Mäher ist übrigens geradezu winzig und leicht und passt mit zusammengelegtem Gestänge super in meinen kleinen und immer viel zu vollen Geräteschuppen. Die 18-Volt-Akkus sind kompatibel mit anderen GARDENA-Geräten – ich kann mir also vorstellen, dass mein Schuppen bald noch ein paar interessante Helfer mehr beherbergen muss.

Alle Galerie-Fotos vergrößern sich durch Anklicken:

 

Rasen vertikutieren.

Wer im Frühling nicht vertikutiert hat, kann dies im Herbst nachholen. Mach aber bitte eine Spatenprobe, ob es wirklich nötig ist. Vertikutieren ist für den Rasen anstrengend und dient nur dazu, zur Rasen-Filzschicht eingewachsene abgestorbene Pflanzenreste zu entfernen. Ist die Filzschicht geringer als 1 cm: kein Bedarf.

 

Klee entfernen.

Wir haben jetzt teilweise vertikutiert, um den besagten Klee einzudämmen. Dazu wurde zuerst auf 3 cm heruntergemäht und dann mit dem Handvertikutierer nur dort gearbeitet, wo der Klee wuchs. Die Schnitttiefe haben wir auf kleinste Stufe eingestellt, um keine großen Wunden aufzureißen.

Vertikutiert wird auf der Fläche immer einmal längs und einmal quer. Danach wird sorgfältig abgerecht. Das Material ist herrlich fluffig und kann auf den Kompost. Anschließend standen noch an manchen Stellen lange Kleestängel aus dem Rasen, die ich mit einem Ruck händisch herausreißen konnte.

 

Rasen nachsäen.

Eventuell entstandene Rasenlücken kannst du durch Nachsaat noch ausbessern, allerdings braucht Rasensaat mindestens acht Grad Bodentemperatur, um zu keimen. Wichtig: Die Saat gut in die Erde eindrücken (nicht untergraben, Rasen ist ein so genannter Lichtkeimer) und feucht halten.

Rasen Nachsaat

Wo Löcher sind, hilft eine rasche Nachsaat

Rasen düngen.

Für die Herbstdüngung braucht es einen speziellen Dünger. Anders als die auf Wachstum ausgerichteten Rasendünger für Frühjahr und Sommer zeichnet er sich dadurch aus, dass er wenig Stickstoff enthält. Dafür bietet er viel Kalium, das die Zellstruktur der Gräser stärkt, Frostschäden vorbeugt und den Wassertransport verbessert. Hast du ein Präparat mit beigefügtem Kalk, wird auch der Boden weiter optimiert. Ob du organisch oder mineralisch düngst – da scheiden sich die Geister. Wichtig ist: Hast du einen Dünger in Granulatform ausgebracht, braucht er genügend Feuchtigkeit, um sich aufzulösen. Sollte es eine Weile nicht regnen, musst du nochmal den Gartenschlauch schwingen.

 

Wenn du noch weitere Tipps zur Rasenpflege hast: Ich freue mich wie immer über deine Kommentare! Und hier gibt es noch ein kurzes Video, das die Infos zum Rasen im Herbst nochmal auf den Punkt bringt:

 

4 Kommentare

  1. Ich habe dieses Jahr den Herbstdünger schon früher als sonst ausgebracht. Durch den vielen Regen ist er jetzt richtig schön satt grün. Ich werde das in Zukunft immer früher erledigen. Das Vertikutieren spare ich mir meistens. Ich finde, das muss gar nicht sein. Hauptsache, die Gräser sind gut mit Nährstoffen versorgt.
    Viele Grüße von
    Margit

    • Berlingärtnerin sagt

      Hi Margit! Wann hast du denn schon gedüngt? Ich denke immer so: zwischen Ende September und Anfang November passt. Eher Richtung früher als später.

  2. Liebe Xenia,

    wahrscheinlich sind alle mit ihren herbstlichen Gartenaktivitäten beschäftigt?! War ich heute auch, und genau wie du mag ich die herbstliche Rasenpflege! Setze sogar – wenn Zeit ist – noch einen drauf: jetzt, wo sich das Wachstum der Gräser entschleunigt hat, mähe ich besonders gern mit dem guten alten Spindelmäher. Im Sommer assistiert uns seit einigen Jahren nach allerhand zähen Mäh-Verhandlungen endlich ein Mähroboter, sehr praktisch. Aber auch etwas chaotisch. Denn er zieht ungerührt seine nicht immer eleganten Zufallsbahnen und ist den Herausforderungen meiner romantisch überhängenden Stauden und Zweige nicht immer gewachsen- außerdem ist da noch ein kleiner Hang, und so sammele ich den Unermüdlichen dann immer wieder mal dort ein wo er kapituliert hat- manchmal auch mit einer Staudenstütze zwischen den gras- und erdverschmierten Rädchen. Wie auch immer- das Schönste für mich ist an einem freundlichen Tag den leise ratternden Spindelmäher mit Fangkorb in ordentlichen Bahnen über das weiche grüne Gras zu schieben, vorbei an Eisenhut, letzten Rosen und Anemonen, oft über die immer häufigeren gelben oder rotbraunen Blätter, die er gerne dann auch schreddert. Es macht Spaß den feinen Schnitt zu beobachten wie er im Bogen von den Klingen in den Fangkorb fliegt und sich dort dann ein schönes Gemisch bildet, das ich später dünn unter Sträuchern und Hecken verteile. Die von dir beschriebenen Maßnahmen führe ich auch durch und kann bestätigen: es lohnt sich. Unser Rasen hat sich jedenfalls gut dadurch entwickelt. Dünger bekommt er aber öfter, teils organisch, denn Boden und Standort sind etwas schwierig. Und wenn ich Zeit (und Lust) habe mische ich ihm ein Müsli aus gesiebtem Kompost, Sand und Urgesteinsmehl, manchmal auch Kalk.
    Rasenpflege empfinde ich trotzdem als Herausforderung und bin versöhnt, wenn alles mal gut geklappt hat und sich dann so eine schöne samtige grüne Fläche präsentiert, besonders im schrägen Herbstlicht.
    Liebe Grüße und noch viele schöne herbstliche Gartenstunden,
    Bea

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Bea, dieser Kommentar ist ein echtes Highlight. Danke für diesen sprachlich und bildlich wunderbaren Einblick in deine herbstliche Gartenpflege!

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