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Neue Pflanzen trotz Corona – mit Vorhandenem gestalten

Neu aufgepflanzt

Wenn du jetzt wegen der Corona-Krise nicht mehr zur Gärtnerei kommst oder sowieso weniger neu kaufen möchtest: Es gibt viel, was bereits im Garten vorhanden ist und zur Veränderung von Beeten genutzt werden kann. Über das Teilen von Stauden und Gestalten mit Sämlingen.

Gehörst du auch zu denen, die sich in den letzten Wochen vom Schreibtisch in den Garten und wieder zurück bewegt haben, aber ansonsten wenig rumkommen können oder wollen? Dann geht es dir wie mir. Ich bin tatsächlich nur in meinem Mikrokosmos unterwegs und schaue, wie ich es mir mit Vorhandenem einrichten kann. Wir sind finanziell betroffen durch die Krise, also besinne ich mich auf das, was ich in den letzten Jahren, ach was: Jahrzehnten angehäuft habe. Was sich da alles an längst vergessenen Schätzen in den Schränken findet… Das wiederzuentdecken ist fast wie neukaufen.

Selbst Pflanzen vermehren: Stauden und Gräser teilen.

A pro pos: Auch im Garten kaufe ich jetzt erstmal nichts, sondern schaue, was mir die Natur anbietet, um ein neues Beet anzulegen oder bestehende zu verbessern. Die Stauden sind schon wieder größer geworden. Sie können geteilt werden. Das hat den Vorteil, dass ich sie damit verjünge. Überdies ist es gestalterisch sinnvoll, lieber wenige Arten und Sorten zu haben und davon dann viele Exemplare. Das Auge liebt Wiederholung. (Ein schönes Beispiel ist dazu Katrins Garten.) Überdies wachsen die eigenen Teilstücke meist besser an als Pflanzen, die schon lange in kleinen Töpfen ausharren mussten. Last but not least: Du weißt, was dich erwartet und kannst die Endgröße und Farbe der Jungpflanzen der gut einschätzen.

Phlox Teilstücke

Einen Phlox teile ich mit der Grabegabel in mehrere Stücke, drei kleine setze ich wieder ein, die weiteren kommen in ein anderes Beet. Eine Gabe Kompost und gut Einschlämmen nicht vergessen!

Mit Sämlingen arbeiten.

Gern streife ich auch durch den Garten und halte nach den Geschenken Ausschau, die die Pflanzen selbst machen. Es ist erstaunlich, was es alles an Sämlingen gibt, die wir in unsere Beete integrieren können.

Hier würde es schwierig für die Stockrose. Also: Sämlinge versetzen

Ein Stockrosen-Sämling, den ich für den Hintergrund einer Rabatte gut gebrauchen kann

Bei mir finde ich insbesondere Sämlinge von

  • Malven
  • Lichtnelken
  • Silberblätter
  • Nachtkerzen
  • Königskerzen
  • Fingerhüte
  • Margeriten
  • Akeleien
  • Mohn
  • Verbenen
  • Zierlauche
  • Spornblumen
  • Vergissmeinnicht
  • Glockenblumen

Dies sind alles tolle und anspruchslose Pflanzen. In Gruppen von mindestens drei Exemplaren machen sie in klassischen Staudenbeeten ordentlich was her und geben ihnen eine angenehme Prise Natürlichkeit. Es lassen sich aber auch komplette Beete mit ihnen gestalten. Auch das habe ich in Verbindung mit historischen Rosen schon gemacht und liebe es!

Natürlich wild mit Fingerhut und Rosen

Und dann gibt es natürlich noch die schöne Tradition des Reichens über den Gartenzaun. Auch die Gartennachbarn freuen sich sicher über deine Angebote und haben im Gegenzug vielleicht das eine oder andere Schätzchen abzugeben.

Wenn du noch mehr sehen willst: zum Thema habe ich auch ein kleines Video gedreht:


Ich freue mich über deinen Kommentar, wie du mit der Situation umgehst, und wünsche dir von Herzen viel Gesundheit und dass dich die Krise wirtschaftlich nicht allzu sehr trifft!

4 Kommentare

  1. Bea sagt

    Liebe Xenia,

    dein Beitrag inclusive Video gefällt mir sehr gut, auch um noch einmal aufmerksam zu machen auf diese kreative gärtnerische Tätigkeit. Selber mache ich es auch so ähnlich und liebe es sehr, „wanderende“ Sämlinge einzufangen oder Stauden zu teilen um noch lebendigere Sommerbeete zu bekommen. Bei mir finden sich auch viele der von dir genannten Sämlinge, dazu noch Grönland Veilchen, die sich an sehr schwierigen Standorten behaupten oder auch der gelb blühende Waldscheinmohn, der letztes Jahr bis in den milden Winter hinein immer wieder für sonnige Farbtupfer gesorgt hat.
    Ein weiterer Aspekt der Ableger und Sämlinge, die mir von anderen geschenkt wurden ist, dass sie immer eine Erinnerung bedeuten und Teil der persönlichen Gsrtengeschichte werden. So freue ich mich jedes Jahr über Nachkommen der Mondviolen und weißen Vexiernelken aus einem berühmten Garten am Niederrhein, den ein Pfarrer und ein Lehrer gestaltet haben, oder über die Vergissmeinnicht aus dem ebenfalls recht bekannten Garten zweier Damen in dieser Region. Und der Waldmeister von der Freundin hat sich auch inzwischen eingerichtet und erinnert mich wie sehr ich mich über Ableger dieser aromatischen Frühlingsboten gefreut habe, und so weiter. Viele persönliche Verbindungen sind so entstanden zu dem was da blüht.

    Liebe Grüße,
    Bea

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Bea, hab Dank, dass du diesen weiteren Aspekt der Erinnerung mit eingebracht hast. Sehr schn finde ich das!
      Sei herzlich gegrüßt
      Xenia

  2. Liebe Xenia,
    ich handhabe es fast so wie Du. Ich greife auch auf Vorhandenes zurück. Und davon gibt es bei mir z. Zt. eine ganze Menge, denn wir (mein Obst- und Gartenbauverein) hatten uns als Teilnehmer für einen Frühlingsmarkt angemeldet. Und genau dafür habe ich bereits im Vorjahr Sämlinge, Ausläufer, Stecklinge, Teile von Stauden getopft um unsere Vereinskasse etwas aufzubessern…und dann kam Corona…Jetzt stehen bei mir überall getopfte Pflanzen herum und es sind immer noch viele, viele Sämlinge im Garten zu finden…Und ich tue mir immer schon sehr schwer, diese beim Herrichten der Beete einfach so zu entsorgen – sprich auf den Kompost zu werfen – also topfe ich…
    Als kleine Anekdote: Beruflich habe ich vor Jahren meine erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils mit einem Hibiskus belohnt…Über 1000 bin ich auf diesem Weg “losgeworden” und habe noch viel Freude damit gemacht!
    Heuer habe ich in einer Nacht- und Nebelaktion meinen Vorstandskolleginnen und Kollegen einen vorösterlichen Gruß aus meinem Garten – mit kleinem Briefchen – an die Haustüre gestellt…Kam auch gut an!
    Wären nicht so viele Kilometer zwischen uns – könnten wir auch …so über den Gartenzaun…

    Ich wünsche Dir (und den Deinen!) jedenfalls wunderschöne Beete, ein harmonisches Osterfest und ein richtig großes Paket Gesundheit!

    Alles Liebe

    Heidi

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Heidi!
      Wie gern würde ich mitsamt meiner ganzen Nachbarschaft bei dir am Zaun aufmarschieren! Was für ein Jammer. Hoffen wir also, dass es bald aufwärts geht, und deine Pflanzenschützlinge doch noch liebevolle neue Gartenzuhause finden.
      Die Idee mit den herzlichen kleinen Geschenken ist super, vor allem, wenn noch ein persönliches Briefchen dabei ist!
      Ich stelle immer mal wieder Töpfchen vor den Gartenzaun, die sich Spaziergänger gern mitnehmen. Caring is sharing…

      Alles Liebe und Gute für dich, deine Familie und deine Mitstreiter im Obst- und Gartenbauverein – frohe Ostern!
      Xenia

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