Garten
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12tel Blick Mai/Juni: Pfingstrosen natürlich. Und die Rose Nevada

12tel Blick 31. Mai 2016 im Vergleich

Sie waren die Stars im Mai: Pfingstrosen, Parkrose Nevada und duftender Flieder. Ein Rückblick auf den Wonnemonat.

Der Mai ist der Monat, in dem der Garten langsam so aussieht, wie er “eigentlich gehört”. Sind bis dahin die Stauden erst wadenhoch, sodass sie den Blick noch freigeben auf letzte Fleckchen braune Erde sowie Tulpen & Co., müssen sich die nun auftrumpfenden Zierlauche schon lang machen, um gesehen zu werden. Redet der Göttergatte über den Garten, läuft das schon alles unter “Grüne Hölle”. Tatsächlich haben sich inzwischen Funkien und Farne ausgerollt und die Baumkronen stecken durch ihre Belaubung die Köpfe zusammen. Gut so, denn es kann ja jetzt auch so warm werden, dass wir uns nach Schatten sehnen.

Rose Nevada gehört in jeden romatischen Garten!

Unsere früheste Rose heißt Nevada. Ihr Blühen ist so überschwänglich wie das Tanzen der Bienen und Hummeln in ihren geöffneten Schalenblüten. Mich würde so ein Überangebot an duftendem Pollen als Insekt ganz taumelig machen. Wenn ich mich unter (!) ihr Blätterdach setze, kann ich total entspannen.

Warum kann nicht immer Flieder-Zeit sein?

Meine große Freude ist der Fliederduft. Zum Glück stehen unsere Sträucher so, dass wir dieses köstliche Parfum direkt von unserer Terrasse aus genießen können. Immer wieder kommt ein Hauch herüber. Und so sitzen wir. Und sitzen. Und sitzen. Bis dann irgendwann doch die Kühle der hereinbrechenden Nacht zum Aufbruch gemahnt. Es ist halt noch Mai.

Gefüllter weißer Flieder

Ein Traum in weiß

Bauernrosen, Pfingstrosen, Päonien – von bäuerlich bis kostbar ist alles dabei.

Und die Pfingstrosen? Die gehören natürlich erwähnt! Schließlich sind sie die ersten Prachtstauden des Jahres und verdienen Bewunderung. Die knallrote dillblättrige Päonie eröffnet bei uns den Reigen. Ihr folgen die gelbe Mlokosewitschii (sie habe ich mir einst aus England mitgebracht) und die frühe gefüllte Bauerngartenblume Paeonia officinalis Rubra Plena.

Die Blüte der Strauchpfingstrose Rockii ist kurz und intensiv. Eigentlich müsste ich ein Zelt vor ihr aufschlagen, um nichts zu verpassen. Oder eine Web Cam installieren. So bin ich oft ganz traurig, wenn ich grad noch die Knospen beobachtet hatte und beim nächsten Nachschauen nur noch der Fruchtknoten übrig ist. So erging es mir heuer nach einem verlängerten Wochenende in der Lüneburger Heide.

Ein ganz besonderes Schätzchen ist meine Intersektionelle “Hillary” (eine Kreuzung aus Strauch- und Staudenpäonie). An ihr liebe ich alles – außer den Namen. Der erinnert mich immer an Frau Clinton. Na ja, zum Glück heißt die Züchtung nicht Donald.

Als letzte mischen die großen, schönen Pfingstrosen wie die Paeonia lactiflora Festiva Maxima mit. Ihnen könnte ich höchstens ihre mangelnde Standfestigkeit vorwerfen. Tue ich aber nicht, ich schneide mir lieber Sträuße. Das erleichtert ihnen das Herumstehen und liefert mir als überpassionierter Hobbyfloristin Material de luxe.

Das Gemüse nimmt Fahrt auf.

Noch ein Wort zum Gemüse: Nahezu jeden Tag futtern wir Salat: grünen, roten, Rauke. Dekoriert und parfümiert mit Blütchen des Schnittlauchs und des Bohnenkrauts sieht er nicht nur toll aus, sondern schmeckt unvergleichlich frisch. Radieschen und Kohlrabi naschen wir meistens aus der Hand dazu. Geradezu dörfliche Genüsse downtown Berlin, oder? Wie kostbar ist es doch, dieses Stückchen Erde bewirtschaften zu dürfen. Ich bin dankbar für jeden Tag.

Alle Fotos vergrößern sich durch anklicken.

Ich verlinke den Beitrag zum Blog von Tabea Heinicker, wo du viele weitere Jahresansichten findest.

14 Kommentare

  1. Omis alter Blütenkrug ist herrliches Blaublütendekor von Arzberg und wie ich sehe, das richtig Alte. Ich habe das Glück Mamas Teeservice zu besitzen, auch das Original. Porzellan und Dekor gibt es bis heute aber längst nicht in dieser zarten Transparenz, wie aus den 50ern.
    Dein Kohlrabi läßt mich nach Luft schnappen, so groß wie der schon ist. Unsere haben mal gerade kleine Murmelgröße, was mich auch schon freut. Berlin scheint doch wärmer zu sein als Norddeutschland. ;-)
    LG Aqually (die sich noch den Dreck vom heutigen Gemeinschaftsdient von den Füßen waschen muss)

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo Aqually!

      Mir geht das Herz auf, dass du dich mit dem Blaublüten-Service auskennst! Ich habe noch alles davon – den Großteil von Omi, ergänzt durch Nachkäufe, die tatsächlich derb dagegen sind.

      Die Kohlrabi waren tatsächlich noch nie so schön wie jetzt – und kein bisschen holzig oder madig. Die Sorte ist vom Gartengemahl selbst ausgesät worden. Sie heißt Superschmelz. Wichtig ist beim Kohlrabi die regelmäßige Wässerung, damit er zügig wachsen kann. Dünger braucht er nur mäßig.

      Beste Grüße, ich guck jetzt mal bei dir :-)

  2. Steffi Guthmann sagt

    Schaut unglaublich gut aus Dein Gemüse und die Blüten sowieso. Was mir ganz besonders gut gefällt ist die Abstimmung unterschiedlicher Höhen Deiner Pflanzen in den Beeten und die natürlichen Wuchsformen der größeren Gewächse wie z.B. Deiner Nevada-Rose oder des Obstbaums, was ja nicht bedeutet, dass man alles vor sich hinwachsen lassen könnte.
    Viele liebe Grüße
    Steffi

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo Steffi, schön, von dir zu lesen! Ja, ich denke, die Kunst besteht darin, die Gestaltung so zu planen, dass es so aussieht, als stecke keine Arbeit, sondern reines Pflanzenwollen dahinter.

      Manchmal gelingt es mir, manchmal sind die Pflanzen deutlich dickköpfiger als ich :-)

      Ein schönes Wochenende für dich!

  3. Atemberaubend schön, liebe Xenia.
    Deine “Nevada” ist der Inbegriff der Sommer-Romantik, so wunderschön!
    Und ich verstehe deine Dankbarkeit so genau. Es ist ein so wahrhaft erfüllendes Gefühl etwas zu säen und die Erde zu bewirtschaften, um dann Nahrung zu ernten. Heutzutage wissen viel zu wenigen Menschen, was es damit auf sich hat.
    Deine Aufnahmen sind mal wieder traumhaft schön, allesamt. Danke dafür.
    Ich wünsche dir ein wundervolles Wochenende.
    Allerliebste Grüße
    Kama

    • Berlingärtnerin sagt

      Ich danke dir für diesen herzlichen Kommentar, liebe Kama, und wünsche dir ebenfalls ein schönes und erfülltes Wochenende!

  4. ‘Gartenwunderland’ ging es mir durch den Kopf, als ich den dicken Kohlrabi sah. Ja, den mag ich auch gerne roh, nasche schon fleißig, wenn ich ihn schäle und schneide, frei nach ‘etwas ins Töpfchen, das andere ins Kröpfchen’. Es ist ein Jammer, dass ich keinen Platz für Gemüse habe. Immerhin gab es heute Spargelcremesuppe mit Petersilie aus dem eigenen Kübel. – Deine Paeonien, liebe Xenia, sind wunderschön. Es ist schade, dass sie bei diesem Wetter so schnell verblühen. Deshalb pflücke ich auch großzügig für Sträuße. Im Haus halten sie z.Z. länger als draußen. Festiva Maxima in der kostbaren Vase, ja, das hat was!
    Und die weiße Rose ist ein Traum.
    Jetzt gehe ich in den Garten.
    Liebe Grüße bis bald
    Edith

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Edith,

      ich hoffe, du hattest es schön im Garten!

      Und für Gemüse hast du tatsächlich keinen Platz? Noch nicht mal für ein paar Salate, damit sich deine Petersilie nicht so einsam fühlt? Vielleicht da, wo du an der einen oder anderen Stelle noch Rasen abzwacken kannst?

      Beste Gemüse-Promotion-Grüße :-)

  5. Wieder so ein toller Beitrag liebe Xenia! Ich mag den 12telBlick in deinen Garten so gern. Und jetzt geht es ja so richtig los bei euch, wunderbar! Bei uns sprießt es auch wie verrückt. Momentan erfreuen wir uns besonders am Mohn, der sich über den ganzen Balkon ausgebreitet hat.
    Viele Grüße nach Berlin, Eva

    • Berlingärtnerin sagt

      Hab gerade mal bei dir geschaut, liebe Eva, und den sehr hübschen Artikel über eure Balkonbepflanzung gefunden. Nun bin ich natürlich sehr gespannt auf Bilder des Mohns! Poste doch mal welche, ich würde mich freuen.

  6. Nadine sagt

    Mal wieder sooo schöne Bilder! Ich kann die Blüten förmlich riechen und sofort in den Kohlrabi beißen!

    • Berlingärtnerin sagt

      Danke dir, meine Liebe! Du könntest dir auch sofort einen Salatskopf abholen. Die rufen nach freundlichen und hungrigen Abnehmern!

      Herzliche Grüße!

  7. Wunderschöne Fotos! Hier beginnt das Gemüse schön langsam im Beet zu faulen, weil es so viel regnet.

    lg kathrin

    • Berlingärtnerin sagt

      O Kathrin, du Arme! Ja, das Wetter ist derzeit völlig verrückt. So viel Regen im Süden, Tornados in Norddeutschland und bei uns noch am besten. Wir hatten das Glück, jetzt sehr lange schon freundliche Tage genießen zu dürfen. Ich drück dir und deinem Gemüse die Daumen, dass es bald richtig Sommer wird.

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