Gartengestaltung mit Rosen und Gräsern: mediterrane Leichtigkeit für deinen Garten

Duft von Lavendel, silbrige Blätter im Abendlicht und Rosen, die nicht geschniegelt, sondern lebendig wirken: So holst du dir durch eine Gartengestaltung mit Rosen und Gräsern das Gefühl von Urlaub in den Garten.

Rosen mal anders: Ein Garten, der nach Süden duftet und im Norden funktioniert.

Manchmal betritt man einen Garten und merkt sofort, dass hier etwas anders ist. So ging es mir im mediterranen Rosengarten im egaPark Erfurt. Der Weg knirschte leise unter den Schuhen, links und rechts schimmerten silbrige Blätter im Licht, Lavendelduft mischte sich in die warme Luft. Zwischen Gräsern standen Rosen, aber sie wirkten nicht prätenziös oder arrangiert. Es entstand eine so einnehmende Stimmung, dass ich sofort wusste: Diesen Eindruck möchte ich mit dir als Inspiration für deinen eigenen Garten teilen.

Was Petra Pelz hier anders gedacht hat.

Gestaltet wurde dieser Bereich im egaPark von Petra Pelz, einer der renommiertesten Gartengestalterinnen des Landes, die ich schon seit vielen Jahren kenne und schätze. Im mediterranen Rosengarten spürt man sofort, dass hier jemand mit großem Können Stimmungen komponiert.

Rosen stehen nicht als Solisten im Mittelpunkt, sondern bewegen sich wie selbstverständlich zwischen Stauden, Halbsträuchern und Gräsern. Die Farbpalette bleibt ruhig: viel Silber, zarte Rosa- und Cremetöne, dazwischen warmes Gelb. Nichts schreit, alles wirkt stimmig. Die Säulen-Eiben setzen starke vertikale Akzente und lassen sofort an die Toskana denken. Wie in Bella Italia ist auch in Erfurt nicht alles eben: Der Hang wird von niedrigen Mauern gefasst, die Wege führen in Zickzacklinien nach oben. Kies unter den Füßen verstärkt das mediterrane Gefühl und bringt gleichzeitig Ruhe in die Gestaltung. Lavendel zieht sich in Bändern durch die Pflanzung und sorgt für Bienengesumm. Aber am spektakulärsten fand ich die zarten Halme von Stipa gigantea, dem Riesenfedergras.

Gartengestaltung mit Rosen und Gräsern: Überblick über Rosengarten
Wege schlängeln sich durch den landschaftlichen Rosengarten

Gartengestaltung mit Rosen und Gräsern: die Pflanzenkombination.

Was diesen Garten so überzeugend macht, ist seine Mischung aus Extravaganz und Alltagstauglichkeit. Hier stehen keine empfindlichen Diven, sondern Pflanzen, die mit Sonne und Trockenheit umgehen können. Dass dies trotz zuletzt nicht mehr ganz so trockener Sommer immer noch eine häufige Problemstellung ist, sehe ich an den Klickraten meiner Blogbeiträge zum Gärtnern ohne Gießen.

Rosen und Gräser haben also das Zeug zum Dream Team für alle, die nicht dauernd gießen können oder wollen, und gleichzeitig von einem Garten träumen, der exklusiv wirkt, modern und dennoch natürlich. Und der alle Sinne anspricht: durch herrlichen Rosenduft und das Rauschen des Windes in den Gräsern.

Gartengestaltung mit Rosen und Gräsern: Rosen mal anders & mediterran gedacht

Die Rosensorten für ein mediterranes Flair.

Im mediterranen Rosengarten fällt auf, dass Petra vor allem locker wachsende, robuste Rosen verwendet hat, die sich gut in eine natürliche Pflanzung einfügen. Ich habe dir diejenigen zusammengestellt, die duften, öfterblühend sind und in zarten Tönen changieren.

Für deine Planung ist es immer sinnvoll, unterschiedliche Rosenarten und -sorten zu kombinieren und von den großen Rosengestalten bis zu den kleinen Vertretern eine schöne Mischung auszusuchen. Wichtig ist dann: statt von allem ein einzelnes Exemplar zu pflanzen, lieber deine Favoriten mehrfach einsetzen. Hab keine Angst vor höheren Rosen, denn es gibt kaum etwas Langweiligeres als einen Garten mit Pflanzen komplett in Kniehöhe.

Beispiele für höhere Strauchrosen, die du einzeln an strategisch wichtigen Punkten einsetzen solltest. Diese Sorten bilden den Hintergrund und sorgen für Atmosphäre:

  • Ghislaine de Féligonde: von Zartgelb zu Creme, 2,50 m, kann aus als rankender Rambler eingesetzt werden
  • Bouquet Parfait: von Zartrosa nach Creme, 1,50 m, gefüllt
  • Jean Stephenne: zart lachsrosa, 1,50 m, halbgefüllt
  • Françoise Drion: Pink mit weißer Mitte, 1,50 m, ungefüllt

Mittelhohe Rosen, sie verbinden die Pflanzung und bringen Blütenfülle ohne Dominanz:

  • Heavenly Pink: Rosa, 1,20 m, halbgefüllt, ADR-Siegel
  • Pomponella: Dunkelrosa, 1 m, gefüllt
  • For Your Eyes Only: Lachs-apricot mit dunkler Mitte, 80 cm, ungefüllt
  • Eye to Eye: Pink mit rotem Auge, 80 cm, ungefüllt
  • Sirius: Cremeweiß, 80 cm, halbgefüllt
  • Herzogin Christiana PARFUMA: Cremeweiß mit rosa Hauch, 80 cm, gefüllt, starker Duft

Niedrige Rosen, sie schaffen weiche Übergänge und wirken besonders natürlich:

  • Rosa Sternenflor: Rosa-Weiß, kleiner 60 cm, ungefüllt
  • Amica: Rosa, kleiner 60 cm, gefüllt, verträgt Halbschatten, ADR-Siegel
  • Jojo Peach: Lachs-apricot mit dunkler Mitte, 50 cm, ungefüllt
  • Diamant: Reinweiß, kleiner 60 cm, ungefüllt, verträgt Halbschatten, ADR-Siegel
Romantische Rose für den mediterranen Rosengarten: Bouquet Parfait
Rose Herzogin Christiana PARFUMA für einen romantischen Look

Die Begleiter der Rosen.

Auch wenn der Rosengarten Rosengarten heißt, sind es doch gerade die wunderbaren Partnerpflanzen, die die Idee des Mediterranen vermitteln. Die Säulen-Eibe (Taxus baccata ‚Fastigiata‘) habe ich ja schon genannt. Sie übernimmt hier die ikonische Zypressen-Form. Ich könnte mir als Gehölz für den Hausgarten aber auch die Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia) als eine Art winterharten „Olivenbaum-Ersatz“ vorstellen. Ganz anderer Look, aber sicher auch passend.

Um Leichtigkeit in die höheren Etagen zu bringen, passen die beiden spektakulären Pflanzen Hanfblättriger Eibisch (Althaea cannabina) und – unverzichtbar – das Riesenfedergras (Stipa gigantea) perfekt. Für die Mitte eignen sich Blauraute (Perovskia atriplicifolia) und Edeldisteln (Eryngium).

Lavendel (Lavendula angustifolia) und andere graulaubige Stauden wie Wollziest (Stachys byzantina), Walzenwolfsmilch (Euphorbia myrsinites) und Silberwermut (Artemisia stelleriana) bilden zusammen mit Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana ssp niciciana) und Engelshaar-Federgras (Stipa tenuissima ‚Ponytails‘) die Begleitpflanzen im niedrigeren Bereich. Über ihnen flattern dann die Halme des Riesenfedergrases besonders schön.

Riesenfedergras Stipa gigantea und Lavendel
Wollziest Stachys byzatina
Walzenwolfsmilch
Bunter Mix von Stauden, Rosen und Gräsern im mediterranen Rosengarten
Hanfblättriger Eibisch

Warum diese Gartengestaltung mit Rosen und Gräsern auch für Anfänger funktioniert.

Die klassische Vorstellung vom perfekten Rosenbeet löst sich bei diesen Gartengestaltungsansatz auf. Rosen sind Teil eines Ganzen, nicht allein für eine schöne Optik verantwortlich. Die ausgesuchten Rosen haben auch nicht mehr das Etikett „schwierig“, sondern sind robust, trockenheitsverträglich und gesund. Nacktschnecken? Keine Chance! Ungefüllte oder halbgefüllte Blüten? Hallo Bienen!

Das gilt auch für die zur Seite gestellten Begleiter. Sie alle sind unkompliziert und brauchen nicht viel Pflege oder den berühmten grünen Daumen. Alle Pflanzen müssen nachdem sie einmal eingewachsen sind, nicht viel gewässert zu werden, die Kiesschicht als Mulch hilft überdies, Feuchtigkeit im Boden zu halten. Struktur, Wiederholung und eine lockere Pflanzweise sorgen dafür, dass das Beet auch dann „funktioniert“, wenn nicht alles perfekt ist.

Genau das nimmt Druck beim Gärtnern heraus und macht den Einstieg leicht.

Wie wäre so ein Blick von der Terrasse? Gartengestaltung mit Rosen und Gräsern: Mediterraner Rosengarten

So nutzt du die Idee des mediterranen Rosengartens ohne deinen ganzen Garten umzubauen.

Die große Stärke des Konzepts liegt darin, dass es auch im Kleinen funktioniert. In Erfurt ist zwar besonders schön, dass man durch den landschaftlichen Ansatz mit den Wegen durch die Pflanzung sozusagen voll in die Toskana eintaucht. Aber auch im Hausgarten kann man an kleinen Stellschrauben drehen. Besonders rund um die Terrasse entsteht schnell ein mediterranes Gefühl: Zwei oder drei Rosen, ergänzt durch das Riesenfedergras und niedrige Stauden als Einfassung Richtung Rasen, sind ein Anfang. Ein paar Zitronen und Jasmin im Terracottakübel dazu und die Atmosphäre ist stimmig.

Auch entlang eines Weges oder als kleine Pflanzinsel lässt sich die Idee gut umsetzen. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern das Zusammenspiel. Wiederholte strukturgebende Elemente wie aufrecht wachsende Eiben können zusätzlich helfen, dem Garten Spannung zu geben.

Also: Rosen brauchen kein Podest. Sie brauchen die richtigen Partner. Eine Gartengestaltung mit Rosen und Gräsern plus einigen graulaubigen Stauden lebt von Bewegung, von Leichtigkeit und davon, dass nicht alles „adrett“ sein muss. Trau dich einfach und genieße das besondere mediterrane Lebensgefühl.

P.S.: Wenn du dir bei der Planung Unterstützung wünschst, ist mein Kurs BlütenGarten eine entspannte Abkürzung zu einem stimmigen, blühenden Garten.

FAQ: Gartengestaltung mit Rosen und Gräsern.

Am unkompliziertesten sind robuste Strauchrosen, Beetrosen und Kleinstrauchrosen. Sie wirken natürlicher als streng aufgebaute Edelrosen und fügen sich leichter in eine lockere Pflanzung ein.

Ideal sind Gräser, die luftig wirken und nicht alles „zudecken“. Sehr passend ist zum Beispiel Riesen-Federgras (Stipa gigantea), weil es Licht und Bewegung ins Beet bringt.

Ja, wenn du mediterran als Stimmung verstehst: durchlässiger Boden, sonnenliebende Begleiter, silbrige Blätter, Duft und eine lockere Pflanzung. Es geht nicht um Exoten, sondern um Pflanzen, die Trockenheit gut wegstecken.

Nein. Das Konzept funktioniert hervorragend als einzelnes Beet, zum Beispiel als Terrassenrahmen oder als kleine Pflanzinsel. Schon ein klar gestalteter Bereich kann deinem Garten einen neuen Charakter geben.

Sonnig ist die halbe Miete. Wichtig ist außerdem ein Boden, in dem Wasser nicht ewig steht. Lieber durchlässig und eher mager als schwer und staunass.

Sehr pflegeleicht, wenn die Pflanzen zum Standort passen. Gräser und trockenheitsverträgliche Stauden stabilisieren das Beet und Rosen müssen nicht „perfekt“ geschniegelt werden. Ein Rückschnitt im Frühjahr und ein bisschen Beobachtung reichen meist schon.

Teils ja: Rosen (je nach Sorte) und kompaktere Begleiter funktionieren in großen Töpfen gut. Für Gräser gilt: lieber Arten wie das Engelshaar-Federgras wählen, die im Kübel nicht zu riesig werden, und auf gute Drainage achten.

Über mich

Hallo, ich bin Xenia,

Gartenfachberaterin und seit 12 Jahren Gartenbloggerin auf berlingarten.de, dem ausgezeichneten Gartenblog.
Schön, dass du zu mir gefunden hast.

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ohne kompliziertes Gartenwissen. Du musst kein Pflanzenprofi sein,
um einen Garten zu gestalten, in dem du dich wirklich wohlfühlst.

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