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Das Interview: mit Bloggerin Sandra von Grüneliebe

Grüneliebe Sandra

Es ist ein großes Glück für mich, immer wieder spannende Menschen rund um die Themen Garten, Blumen, Design und Genuss kennen zu lernen. Ich freue mich, euch heute Sandra vorstellen zu dürfen, die sich ganz dem Thema Garten verschrieben hat. Sie betreibt das Blog Grüneliebe samt Seedball-Manufaktur.

Sandra, die Frau hinter Grüneliebe

Sandra, die Frau hinter Grüneliebe

Liebe Sandra, wir haben uns auf einer Gartenmesse in Köln kennen gelernt. Das war für dich gleich um die Ecke, oder?

Hallo liebe Xenia, genau, ich lebe in Hürth. Das liegt gleich hinter Köln. Ich gärtnere also im schönen Rheinland und habe das Glück, mich in unserem eigenen Garten austoben zu dürfen.

Dabei entstehen viele Themen, die du in einem Blog verarbeitest. Was unterscheidet Grüneliebe von anderen?

Auf Grüneliebe dreht sich alles rund um den Naschgarten – also Gemüse, Obst und Kräuter im eigenen Garten und auf dem Balkon. Ergänzt wird dies um andere Garten- und Pflanzenthemen für Drinnen und Draußen sowie leckere Rezepte überwiegend mit Lebensmitteln aus dem (eigenen) Garten. Mir ist es besonders wichtig, dass die Rezepte einfach sind und man mit wenigen Zutaten etwas Leckeres zaubern kann. Außerdem gibt es gelegentlich ein DIY rund um Haus und Garten. Es ist eine bunte, oder vielmehr grüne Mischung, mit dem Schwerpunkt Nutzgarten. Mir ist ein Zusammenspiel aus meinen eigenen Geschichten und Erfahrungen sowie Informationen und Gartenwissen wichtig. Ob mich das nun von anderen Blogs unterscheidet, kann ich nicht genau sagen, denn dafür gibt es einfach eine zu große Vielfalt an Gartenbloggern.

Rezepte aus dem Garten: Holunderbeeren-Birnen-Chutney

Rezepte aus dem Garten: Holunderbeeren-Birnen-Chutney

Was hat dich dazu motiviert, ein Blog zu starten?

Die Grüneliebe gibt es seit mittlerweile sieben Jahren. Angefangen habe ich mit dem Blog, um anderen – erstmal Freunden & Familie – von meinem kleinen Mietacker zu berichten. Ich wollte unbedingt eigenes Gemüse anbauen, hatte damals aber keinen Garten und der Balkon platzte aus allen Nähten. Also habe ich einen Mietgarten für eine Saison gepachtet und dort angefangen, eigenes Gemüse anzubauen. Schnell merkte ich, dass ich mit einer Mischung aus meinen persönlichen Erfahrungen beim Gärtnern und Gartenwissen auf viele offene Ohren – oder vielmehr Augen stieß. Und so begann die Grüneliebe!

Absolut Trend: Salat im Hochbeet

Absolut Trend: Salat im Hochbeet

Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für Garten und Pflanzen geweckt?

Ganz klar meine Mutter. Sie hat es schon immer geliebt, in ihrem Garten zu buddeln und kann dort Stunden verbringen. Außerdem hatte meine Oma einen großen Gemüsegarten und, immer wenn wir zu Besuch waren, half ich ihr beim Bohnen schnibbeln oder Gurken ernten. Allerdings hat sich meine Leidenschaft für den eigenen Garten erst relativ spät entwickelt: mit Mitte Zwanzig. Dafür ist die Leidenschaft jetzt umso größer.

Bei Grüneliebe gibt es schnelle Rezepte wie die sauren Einlegegurken

Bei Grüneliebe gibt es schnelle Rezepte wie die sauren Einlegegurken

Welcher Gartentyp bist du:

  • Rosa oder gelb? Eher gelb
  • Gemüse oder Blumen? Ganz klar: Gemüse!
  • Unkraut oder Wildkraut? Wildkraut – unbedingt.
  • Gartenhandschuhe oder Erde unter den Fingernägeln? Mal so, mal so. Beim spontanen Garteln eher „Erde unter den Fingernägeln“, bei größeren Gartenarbeiten nutze ich Gartenhandschuhe, um Verletzungen zu vermeiden. Allerdings habe ich auch einen sehr großen Verschleiss an Gartenhandschuhen …
  • Gerade oder geschwungene Linien? Eher gerade Linien, wobei innerhalb der „Umgrenzungen“ bei mir eher ein liebevolles Chaos herrscht.
  • Entspannt oder immer auf Trab? Immer auf Trab und das, obwohl ich mittlerweile eine sehr gemütliche Loungeecke habe, auf der ich es mir auch zwischendurch gemütlich mache … für ein paar Minuten.

Gibt es Tätigkeiten im Garten, mit denen man dich jagen kann?

Eigentlich nicht. Der Garten macht mir deswegen so viel Freude, weil er nie „fertig“ ist. Es gibt immer etwas zu tun und zu verändern. Wenn es mir zu monoton wird, dann mache ich einfach etwas anderes. Das passiert mir übrigens sehr oft. Ich fange mit einer Gartentätigkeit an und bin plötzlich bei etwas ganz anderem, bevor ich wieder zur ursprünglichen Aufgabe zurückkomme.

Und auf der anderen Seite: Gibt es Gartenbeschäftigungen, die du am liebsten den ganzen Tag lang tun würdest?

Tomaten ernten. Das würde ich am liebsten rund ums Jahr. Tomaten sind meine absolute Leidenschaft und ich kann gar nicht genug davon bekommen. Außerdem finde ich es – gerade im Gemüsegarten – so spannend, allen Pflanzen beim Wachsen zuzusehen. Jeden Tag verändert sich etwas, Früchte werden größer, Nützlinge und Schädlinge zeigen sich überall und es macht einfach so viel Freude, all das zu beobachten. Die Zeit von April bis Oktober ist einfach für mich die schönste Zeit des Jahres. Vor allem auch, da die Tage so lang sind und man nach dem Büro noch ein paar Stunden im Garten buddeln kann.

Bunte Blüten locken Insekten in den Grüneliebe-Garten

Bunte Blüten locken Insekten in den Grüneliebe-Garten

Gegartelt wird das ganze Jahr, geernet ebenso: Gartenarbeit im Oktober

Gegartelt wird das ganze Jahr, geernet ebenso: Gartenarbeit im Oktober

Was ist deine Inspirationsquelle?

Nach wie vor ist meine Mutter meine Inspirationsquelle, vor allem wenn es um den Ziergarten geht, auch wenn mein Schwerpunkt eher der Naschgarten ist. Außerdem lese ich gerne andere Blogs – unter anderem auch deinen – und verfolge die „Gartenszene“ auf Instagram. Wenn ich all die schönen Bilder sehe und die liebevollen Texte dazu, dann bekomme ich immer noch mehr Lust, wieder im eigenen Garten weiter zu budeln.

Welche drei Pflanzen und Gartenutensilien würdest du in einen „einsamen Garten“ mitnehmen?

  • Eine Tomatenpflanze – entweder Ruthje oder Green Tiger
  • Meine japanische Sichelhacke
  • Ein Knieekissen
Sandra ist ein Tomatenfreak

Sandra ist ein Tomatenfreak

Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus dem Garten – wie bloggst du?

Fotos entstehen logischerweise direkt im Garten und dort entstehen auch viele Ideen zu neuen Beiträgen, Rezepten usw. Das Bloggen selber erfolgt jedoch im Büro. Ich brauche die Konzentration beim Schreiben und meinen großen Bildschirm für die Bildbearbeitung. Manchmal schreibe ich Textideen aber auch auf dem Laptop oder Smartphone auf – egal wo ich gerade bin.

Bloggst du als Hobby oder beruflich?

Mittlerweile blogge ich beruflich, wobei die Grüneliebe nur eines meiner zwei grünen Standbeine ist. Das Zweite ist MISS GREENBALL. Ich stelle handgerollte Seedballs her mit Blumen und Kräutern, die die Welt ein bisschen grüner und bunter machen sollen. Beide grünen Standbeine ergänzen sich prima und seit etwa vier Jahren dreht sich bei mir beruflich alles rund um das Thema Garten.

Die Seedballs von Miss Greenball werden handgerührt

Die Seedballs von Miss Greenball werden handgerührt

Wenn du die Zeit zurückspulen könntest: Sähen dein Blog und deine Bloggertätigkeit genauso aus oder würdest du etwas anders machen?

Meine Bloggertätigkeit sähe genauso aus wie jetzt, denn ich habe das große Glück, meine Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben. Allerdings hätte mein Blog (und die dazugehörige Domain) wohl keinen Umlaut im Namen. Das „ü“ bereitet immer mal wieder Schwierigkeiten. Aber nach sieben Jahren habe ich mich daran gewöhnt und so bleibt die Grüneliebe auch so wie sie ist. Wenn ich mir meine alten Blogbeiträge ansehe, dann sehe ich auch die Entwicklung, die in den letzten Jahren passiert ist. Sowohl was die Texte betrifft als auch die Bilder. Da ist einiges passiert.

Hast du einen besonderen Gartentipp für uns?

Mein Gartentipp ist ganz einfach: Probiert euch aus und gebt nicht auf! Wenn mal etwas nicht auf Anhieb so klappt, wie man sich das vorstellt, ist das doch kein Beinbruch. Beim zweiten Versuch wird es vielleicht schon besser. Und recherchiert ruhig auf den verschiedenen Gartenblogs. Denn die meisten Gartenblogger sprechen aus eigener Erfahrung und können euch sicher den ein oder anderen Tipp geben. Auch bei mir ist nicht immer alles reibungslos gelaufen. Dann habe ich geschaut, woran es gelegen haben könnte und beim nächsten Mal habe ich es anders gemacht. Die Natur macht einfach, was sie will und das ist auch gut so.

Herzlichen Dank, liebe Sandra! Und jetzt hüpfe ich gleich mal zu dir rüber und probiere dein Rezept “Ingwer-Shot mit Mandarine und Orange-Basilikum”, denn es kratzt schon wieder im Hals.

Stärkt die Abwehrkräfte: Ingwer-Shot mit Mandarine und Orange-Basilikum

Stärkt die Abwehrkräfte: Ingwer-Shot mit Mandarine und Orange-Basilikum

 

7 Kommentare

  1. Steffi sagt

    Hat große Freude gemacht, dieses Interview. Werde Sandras Feed gleich mal abonnieren – und bitte noch mehr Blogger-Interviews, Xenia!
    Herzliche Grüße an beide, Sandra und Xenia
    von Steffi

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebste Steffi, ich werde bestimmt noch die eine oder andere spannende Person vorstellen dürfen. Klasse, dass es auf Interesse stößt. <3

  2. Vielen Dank, liebe Xenia, für das Interview mit Sandra, deren Blog ich tatsächlich noch nicht kenne. Da hüpfe ich doch gerne gleich mal rüber!
    Liebe Grüße
    Karen

  3. Liebe Xenia,
    ich danke dir vielmals für das tolle Interview mit dir!
    Ganz liebe Grüße aus meinem Garten,
    Sandra

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