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Gartenreportage: Ich weiß einen Garten am See…

Daniellas Garten am See

Der Gartenstammtisch Berlin-Brandenburg durfte bei Daniella im Umland Berlins stattfinden. Wer sich nicht aus der Stadt weglocken ließ, hat wirklich etwas verpasst. Pforte auf zu einem Garten am See.

Daniella in ihrem Garten

Gastgeberin Daniella

Bei ebay Kleinanzeigen gibt es Skistiefel, Kinderwagen, alte Billi-Regale. Und manchmal auch Paradiese. Das Wochenend-Wassergrundstück mit kleinem Haus, das Daniella vor vier Jahren im Internet fand, entpuppte sich als ihr großer Glücksgriff. Nach einer Rosengartenvergangenheit Im Kreis Bad Tölz folgte Balkongärtnerei mitten in Berlin – auf die Dauer zu wenig für das Landmädchen in Daniella. Im Umland der Hauptstadt würde sie endlich wieder in der Erde wühlen können, barfuß laufen, den ganzen Tag draußen sein, im See schwimmen und sich mit schönen Pflanzen beschäftigen.

So traumhaft, wie der Garten heute ist, war er nicht von Anfang an. Insgesamt misst er 1.800 Quadratmeter, 1.200 davon hat sich Daniella gärtnerisch erobert. Voller Elan legte sie los, pflanzte Rosen, legte Staudenbeete an. Und stellte fest, dass der brandenburgische Sandboden mit dem gewohnten fetten Lehm aus der bayerischen Heimat nichts gemein hatte. Am grünen Holzhäuschen wirken aufgehängte Porzellanschilder von eingegangenen Rosenträumen wie ein kleiner Friedhof. Dass dennoch so viel und üppig wächst, ist der Scholle mühsam abgetrotzt. Es geht nicht ohne sandbodentolerante Pflanzen, Bentonit-Beigaben zum besseren Wasserhaltevermögen, konsequente Kompostwirtschaft und ausgiebiges Wässern mit Seewasser. Und Abwehrmaßnahmen gegen rosenknospengeile Rehe. Daniellas Tipp, den Tieren den Appetit zu verderben: Blutmehl. Bei locker 800 Quadratmetern Rasen kommen auch Maulwürfe gern vorbei. Daniellas Partner Herbert, der Gartenmann für alles Nichtpflanzliche, zeigt uns einen riesigen grauen Sandberg, den er nach dem Winter mit dem Aushub der tierischen Auftaucher aufgeschüttet hat. Damit kann Daniella tausende Anzuchttöpfchen füllen.

Ein Sommergarten wie im Bilderbuch.

Als Besucher merken wir von dem großen Aufwand nichts. Wir sind gefangen genommen vom Zauber des Ortes: Es ist der 1. Juni, die Frühsommersonne glitzert durch das Laub der großen Bäume, auf dem See schwimmen Schwäne, Reiher sitzen auf Holzstegen, Pu der Hund tollt auf dem Rasen. Vor dem Haus begrüßt uns ein Gartenbereich mit aufeinander abgestimmten Blattschmuckstauden, im Baum hängt eine tibetanische Gebetsfahne, von Daniellas Sohn zum „Entspießen“ des Wochenenddomizils angebracht und inzwischen von Eichhörnchen zerfetzt. Spießig? Kein bisschen. Abwechslungsreiche Kräuterbeete, gemischt mit hoher Bartiris und Wolfsmilch. Wein und Pfeifenwinde lässig am Haus. Ein kleines Hügelbeet, genannt Gemüserolle, mit Gewächsen von Kürbis bis Chili. Ein Gemüsebeet mit Weidenzäunchen, leider vermutlich grad von der Maulwurfsgrille heimgesucht. Gemischte Beete mit Gehölzen, Stauden und Zwiebelblühern. Gewächse, die das ganze Jahr schöne Blüten oder eine attraktive Blattfarbe zeigen. Trotz der Sandboden-Opfer immer noch eine beachtliche Zahl romantischer Rosen. Gewöhnliche Herzensblümchen wie Akeleien neben Besonderheiten wie Scheinmohn oder übermannshohen Wiesenrauten. Ach könnte jeden Tag Gartenstammtisch sein!

Wir genießen köstlichen Erdbeerkuchen und eine Bootspartie über den See. Daniella und Herbert nutzen das Boot sonst, um an das andere Ufer des Sees zu schippern, sich dort an den jetzt gigantisch blühenden Rhododendren zu erfreuen und im dortigen Café zu sitzen. La dolce vita in Brandenburg.

Herzlichen Dank, liebe Daniella, dass wir bei dir zu Gast sein durften!

Die Fotos dieses Beitrags vergrößern sich, wenn du sie anklickst.

6 Kommentare

  1. Ilona sagt

    Das ist natürlich ein Traum einen Garten am See zu besitzen. Sehr schön und danke fürs Zeigen.
    Grüße von Ilona

  2. Ellen Klausch sagt

    Ein Traum, was Daniela und Herbert da aus diesem Grundstück gemacht haben…, ich weiß, wie viel Arbeit da drin steckt, denn unser Grundstück ist ein paar Schritte weiter…
    Von den Schwierigkeiten des Bodens können wir auch ein Lied singen…, teilweise befindet sich da auch undefinierbare Erdmasse von zweifelhafter Qualität im Boden, aus der Zeit der Trockenlegung/ Aufschüttung dieses Gebietes..
    Eine Herausforderung für das gärtnerische Herz…
    Übrigens: Der Artikel ist ganz wunderbar geschrieben und die Fotos sind wunderschön…
    Ellen

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo Ellen, liebe Glücks- und Leidensgenossin. Vielen Dank für deinen netten Kommentar, ich freue mich sehr darüber.

      Beste Grüße für ein schönes Pfingstwochenende bei euch am See!

  3. Kroh, Wilhelm sagt

    Ein ausgesprochen schöner Garten, und dann auch noch am See. Das ist kaum noch zu toppen.

    • Berlingärtnerin sagt

      Lieber Wilhelm,
      da hast du Recht. Selbst mit bayerischem Lehm wäre nicht mehr Gartenzauber zu erzeugen. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar!

      Herzliche Grüße und hab schöne Pfingsten!

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