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Gartenreportage: Sebastians Traum von aus Alt mach Neu

Poolszene

Zu Besuch bei Sebastian in seinem brandenburgischen Garten, in dem er mit ganz viel Engagement und handwerklichem Geschick einen besonders individuellen Ort geschaffen hat.

Sebastian mit Markenzeichen Basecap. Es fehlt der Kaffeebecher.

Sebastian mit Markenzeichen Basecap. Es fehlt der Kaffeebecher.

Es gibt Menschen und Gärten mit hohem Wiedererkennungswert. Sebastian und sein Garten sind zwei solche Typen. Als ich bei Instagram vor gut einem Jahr zum ersten Mal auf ihn als my.garden.life stieß, prägte sich sofort die Kombination aus klarer Architektur des Hauses, markanten schwarzen Holzpergolen, türkisem Pool und sattgrüner Bepflanzung ein. Und natürlich die schwarze Basecap des Hausherrn und Gärtners. Nun hatte ich die Möglichkeit, Sebastian und seiner Frau Andrea einen Besuch abzustatten und Ort und Menschen selbst zu erleben. Es wurde ein zauberhafter Nachmittag.

Recycling de luxe.

Der Garten ist rund 1.300 Quadratmeter groß und Teil einer gewachsenen Häusergemeinschaft im Norden Berlins. Man kennt sich. Andrea hat hier die Kindheit verbracht und nach Stationen in anderen Teilen des Landes ist das Paar mit seinen Kindern hierher zurückgekehrt. Auf dem Grundstück stand vormals ein kleines Haus, das jedoch nicht mehr bewohnbar war und daher dem neuen Domizil weichen musste.

Nun macht es Sebastians Garten ideell und im Effekt so wertvoll, dass das Alte in neuer Form weiterlebt. Das Gartenhaus wurde zum Beispiel aus Ziegeln des alten Hauses errichtet. Alte Fenster wurden eingebaut oder dienen als Hingucker im Garten. Aus den antiken Holzbohlen wurden wunderschöne Tische gezimmert. Es waren noch alte Holzschindeln da? Den meisten fiele höchstens ein, sie zu verfeuern. Sebastian stapelte eine hölzerne “Bibliothek”.

Klare Kante.

Der Garten passt sich der Linienführung an, die das Haus vorgibt. Er ist über Jahre entstanden und ständig im Wandel. Neben einem großzügigen Vorgarten ist der Garten hinter dem Haus das Prachtstück. Eine große Terrasse verlängert das Wohnzimmer ins Freie, die Kinder können die Rasenfläche zum Spielen nutzen. Das Töchterlein hat schon ein eigenes Prinzessinnenhäuschen, um sich zurückzuziehen.

Pool, abgesenkter zweiter Sitzplatz mit Feuerschale sowie der Übergang zum Gartenhaus (die “Garten-Wohnbereiche”) werden optisch durch schwarze Pergolen zusammengehalten. Sebastian liebt Skandinavien und hat das Element der dortigen Ästhetik entlehnt. Die derzeit blaugrauen Hölzer direkt am Gartenhaus sollen auch noch unter den Pinsel kommen. Ich würde jetzt nicht so weit gehen zu behaupten, dass sich in den klaren schwarzen Linien widerspiegelt, dass hier primär ein Mann den Garten gestaltet, es ist eher ein Zeichen genereller Individualität.

Viel Grün und Weiß-Violett. Und Buchs-Ersatz.

Es gab da wohl mal den Traum vom weißen Garten. Aber ist das Leben nicht zu bunt und vielfältig, um nicht doch die eine oder andere Ausnahme zuzulassen? So wie sich der Garten heute präsentiert, haben neben den stattlichen weißen Hortensien wie ‘Limelight’ auch violette Blüten Einzug in die Pflanzungen gehalten und lockern auf wie das Patagonische Eisenkraut Verbena bonariensis oder am Pool der Berglauch Allium senescens ssp. montanum. Letzterer ist ein echter Tipp für einen spät blühenden Zierlauch, den wir auch essen könnten. Er schmeckt pfeffrig-würzig. Um nicht unangenehm aufzufallen, habe ich jedoch widerstanden, genussvoll zuzulangen. Außerdem wurde ich mit köstlichen Baisertörtchen abgelenkt.

Neben dem satten Grün des Rasens bevorzugt Sebastian auch Formschnittgehölze. Der Trompetenbaum Catalpa bignonioides beschattet zum Beispiel eine kleine Sitzbank. Leider musste sich der Buchsliebhaber von vielen seiner vom Zünsler befallenen Bestände trennen und hatte vor meinem Besuch gerade die Heckenmyrte Lonicera nitida ‘Maigrün’ gesetzt. Die sieht dem Buchs ziemlich ähnlich, will die ersten drei bis vier Jahre jedoch rigoros geschnitten werden, um nicht sparrig zu werden. Die großen Kugeln sollen irgendwann einmal durch Eiben ersetzt werden.

Blumen und Deko.

Sebastian lebt seine kreative Ader nicht nur privat im Garten, sondern auch beruflich aus. Er hat innerhalb der Familie ein Geschäft namens Raum & Blume übernommen, dem er, genau wie seinem Garten, ein neues Gesicht gegeben hat. Dort offeriert er nordische Accessoires, Blumen und Feinkost. Bei meinem Besuch erfreute ich mich an einem Hortensienkranz von der letzten Blumenbinde-Session mit Kundinnen, an herbstlich bepflanzten Kübeln und natürlichen Dekorationen im Garten.

Wenn du jetzt ebenfalls Lust auf einen Besuch bei Sebastian bekommen hast: Instagram macht’s möglich. Hinterlasse auch gern einen Kommentar, wenn du Fragen oder Anmerkungen hast.

Die Fotos vergrößern sich durch Anklicken.

4 Kommentare

    • Berlingärtnerin sagt

      Wie schön, dass wir uns so immer weiter vernetzen. Da sage noch einer pauschal, das Internet sei böse…

  1. Wow, was für ein schöner Garten! Mir gefällt diese Kombination aus üppiger, ausgewählter Bepflanzung und all den geschmackvoll und kreativ inszenierten baulichen Elementen sehr gut.
    Dazu ist das Ganze noch so schön eingebettet in die Umgebung mit den alten Bäumen!
    So wie es aussieht auf deinen ausdrucksvollen Bildern scheint es ein Ort zu sein an dem Gastfreundschaft, Gemütlichkeit, Inspiration und Aesthetik wunderbar unter freiem Himmel vereint sind. Und alles sehr einladend! Man weiß nicht ob man zuerst in den herrlichen Pool springen oder sich auf die romantische Hollywood Schaukel setzen möchte- oder an die einladenden Sitzplätze. Die Elemente aus alten oder natürlichen Materialien verführen mich zum Träumen, die Arrangements in den Kübeln finde ich spannned und sehr gelungen. Und Gemüse gibt es auch noch! Großes Kompliment.

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Bea, du bist großartig und deine Kommentare bedeuten mir sehr viel.
      So wie du es beschreibst, ging es mir auch bei dem Besuch in Sebastians Garten. Es gibt so herrliche Orte auf der Welt. Und oft liegen sie direkt vor der Haustür.

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