IGA Berlin 2017: hundert Gartenreisen in einem Besuch

Dieses Jahr war ich nicht auf Gartenreise im Ausland. Bitter für mich. Dieses Jahr habe ich die Internationale Gartenausstellung in der Stadt. Mehr als ein Trost. Mein erstes Resümee nach zwei Besuchen der IGA Berlin 2017.

Ich beginne mein Abtauchen in „eine Gartenreise an einem Tag“ in England, wie sollte es anders sein bei mir. Und ich werde nicht enttäuscht. Das, was englische Gärten (jenseits der Landschaftsparks) ausmacht, finde ich hier: rote Ziegelmauern, üppige ‚Borders‘ (Rabatten) mit Stauden in großen ‚Drifts‘ (länglichen Flächen) gepflanzt, Rosen mit Lavendel, einen Küchengarten der Extraklasse samt Kräutern in geometrischen, von Buchs umsäumten Beeten.

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Und so findet jeder hier seinen Lieblingsgarten: ob Asien, Italien, orientalisch, christlich oder einfach nur formal wie bei Karl Foerster um die Ecke in Potsdam. Dazu kommen die typischen Themengärten einer Gartenschau für Privat- und Balkongärtner, Gartenbaubetriebe zeigen, was sie drauf haben. Du kannst dich zum Beispiel über Trends in der Grabbepflanzung informieren und, kurios, zwischen den Schaugräbern auf großen Sitzsäcken herumlümmeln. An anderer Stelle zeigen Künstler ihre Versionen von Garten.

Auf dem IGA Campus gibt es die Möglichkeiten für Workshops und tatkräftiges Mitmachen. Die Zeiten des Nuranguckens sind vorbei, die Besucher werden größtmöglich involviert. Schaust du in den Veranstaltungskalender, kommst du aus dem Staunen nicht mehr heraus: Da findest du Musik- und Sportangebote, kannst dich floristisch ausprobieren, Smoothies mixen, neue Stauden kennenlernen oder dich über den Einzug des digitalen ins reale Gärtnern informieren.

 

Typisch IGA Berlin ist für mich die gelungene Kombination aus gewachsenen Themengärten der ‚Gärten der Welt‘, die zu DDR-Zeiten mit China begonnen und dann sukzessive ausgebaut wurden, und den großen, möglichst naturnah belassenen Landschaftsflächen. Dass vieles hier im Wuhletal noch ursprünglich wirkt, hat das Areal sicher auch engagierten Naturschützern zu verdanken, die nach lauten Protesten in die Planungen einbezogen wurden. Nun weiden an den Hängen des Kienbergs sogar eine handvoll Rinder einer alten französischen Rasse, an anderer Stelle grasen malerisch ein paar Schäfchen und ein paar Pferde schieben sich ins Bild. Meiner Tochter gefiel’s, mir kam das doch recht aufgesetzt vor.

Am besten, du machst dir selbst ein Bild – mit einer Fahrt mit der Seilbahn und einem Blick vom futuristischen Wolkenhain. Ein schönes Gefühl, wenn dir die Gärten der Welt zu Füßen liegen und du kannst alle erobern.

 

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Die IGA liegt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Von Berlins Mitte am Alexanderplatz dauert es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eine knappe halbe Stunde, bis man dort ist. Eine Tageskarte für Erwachsene kostet 20,00 €, ermäßigt 18,00 €, Jugendliche 5,00 €. Für Familien gibt es kräftige Rabatte. Überdies ist der Eintritt nach 17 Uhr von Sonntag bis Donnerstag auf 10,00 € reduziert.

 

 

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