Empfehlenswert: Ikebana Workshop

Was einem bei einem Ikebana-Workshop alles passieren kann. Ein Ausflug in die anmutige Welt der japanischen Blumensteckkunst.

Eigentlich sollten wir ja still sein. Wenig reden. Zu uns kommen.

Zu mir gekommen bin ich. Total. Geredet habe ich jedoch eine ganze Menge. Schließlich war alles so spannend. „Ikebana und Meditation“ hieß der Workshop bei Ikerena Blumenkunst, an dem ich am letzten Wochenende in Falkensee bei Berlin teilgenommen habe. Was mich erwarten würde, davon hatte ich nur eine ungefähre Vorstellung. Ich wusste nur nach der Lektüre des Programms, dass beides, Ikebana und Meditation, großartig zu meinen neuen Plänen für 2016 passen würde. Ich hatte mir ja Konzentration aufs Wesentliche für dieses Jahr vorgenommen. Was konnte sinnvoller sein, als sich in Stille und Ruhe in die Schönheit von Blumen zu versenken?

Also fuhr ich, völlig unbedarft, zu diesem Workshop. Ich wusste nicht, dass ich mich als einziger Neuling in der Gesellschaft ausgewiesener Profis befinden würde. Ikebanalehrer verschiedener Ikebanaschulen, sogar die Präsidentin des Ikebana International Berlin e.V. war dabei.

Das war also das Gegenteil von Anfängerkurs. Schluck. Nun nur nicht bange werden. Dann lerne ich eben durch zugucken und fragen.

Andersherum waren auch die anderen Workshop-Teilnehmer daran interessiert, was mich denn überhaupt in ihre Reihen verschlug. Eine Bloggerin: aha. Meine Einschätzung, dass Ikebana wieder sehr trendy werden könnte: doppelt aha. Und auch ziemliche Freude, denn diese Leute engagieren sich wirklich sehr dafür, Ikebana aus der Nische herauszuholen und zu etwas mehr Publicity zu verhelfen.

Lernen durch machen.

Elitär und unerschwinglich ist Ikebana nicht. Für meinen fünfeinhalb Stunden Workshop habe ich 40 € bezahlt, was ich fair finde. Inklusive Mittagssnack und sehr schönem Pflanzenmaterial. Dafür konnte ich zweimal ein Gesteck anfertigen und hatte zwei Meditationssessions mit Meditationslehrerin Rosie Hannemann. Steif und streng habe ich Ikebana auch nicht erlebt. Ikebanalehrerin Renate, Vertreterin der etwas freieren Sogetsu-Schule, ist eine Seele von Mensch. Als ich sagte, ich stelle mir für mein Gesteck einen knorrigen, nach unten zeigenden Zweig vor, sprang sie sofort in ihren Garten und schnitt aus der Korkenzieherhasel einen dicken Ast heraus. „Das ist eh ein Ikebana-Garten, der kennt das nicht anders.“

Nach Fertigstellung der Arbeiten präsentierte jeder sein Ergebnis den Anderen und es bot sich die Möglichkeit, die Werke vor ruhigem Hintergrund zu fotografieren. Wenn lauter Profis unter sich sind, müssen die Urteile natürlich positiv ausfallen. Was sollte da auch zu kritisieren sein? Zu sehen bekam ich wunderschöne Kreationen, die den speziellen Ausdruck der jeweiligen Blumen perfekt einfingen.

Obwohl blutige Anfängerin, konnte ich mich in dieser illustren Gruppe wohlfühlen. Die Atmosphäre war entspannt und alle fanden motivierende Worte. Beim ersten Gesteck hatte mir Renate noch ein paar Hinweise zu einem klassischen Aufbau gegeben und ich hab dann einfach losgelegt. Beim zweiten, das ich selbstständig im freien Stil erarbeitet hatte, wurde es besonders spannend und lehrreich. Da konnte ich erleben, wie immer weitere Reduktion die Wirkung verstärken kann – Renate an der Schere (ich hatte meine Zustimmung zur Korrektur ausdrücklich gegeben), der Rest der „Jury“ den Kopf prüfend zur Seite gelegt, ganz genau schauend, auf der Suche nach dem Optimum. Zu viel Freestyle geht dann doch nicht. Und es stimmt ja auch. Schau dir einfach die Vorher-nachher-Fotos an.

Für mich war noch diesen Tag klar: Ich bleibe dabei. Richtige Kurse, um Ikebana dann auch von der Pike zu erlernen, kannst du dir hier suchen.

Bei mir zu Hause strahlen die Arbeiten Ruhe und Harmonie aus, genau, was ich erreichen wollte.

Alle Fotos vergrößern sich durch anklicken.

Ich verlinke die Sträuße zum Blog Holunderblütchen.

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