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Gartenreportage: der individuelle Garten einer Dekorateurin

Überall begenen uns Tische und Abstellflächen für zauberhafte Kleinigkeiten

2.500 Quadratmeter Individualität: ein Rundgang durch den Garten Kindermann in Uelzen.

Es gibt Gärten, die das Herz berühren. Marions Garten ist so einer. Hier hat eine professionelle Dekorateurin Haus und Garten der Familie mit ihrer ganzen Leidenschaft ausgestaltet. Dabei kommen der Mut zum Pflanzen so großer Bäume wie der Trauerweide und das Händchen für eine Fülle netter kleiner Details wunderbar zusammen. Entstanden ist ein sehr individueller, gewachsen wirkender Garten.

Auch das Frühstück ist hübsch dekoriert

Auch das Frühstück ist hübsch dekoriert

Auf meiner Tour durch die offenen Gärten Uelzen, von der ich bereits den sehenswerten Garten von Katrin vorgestellt habe, war das Bed and Breakfast von Marion und Jörg Ausgangspunkt aller Unternehmungen [keine Werbung, voll bezahlt]. Hier konnten wir wunderbar nächtigen und unser Frühstück mit Blick auf den Garten genießen. Ich fand es richtig schade, dass die Tage so verplant waren, denn bei Kindermanns hätte ich einen ganzen Tag relaxen und dabei stündlich das Plätzchen wechseln können: von der Hängematte in der neuen Chill-out Area zum Platz am See in strahlendem Gelb, zur Rosenlaube, zum Grillplatz und immer so weiter. Und an jedem Ort begegnen dem Besucher Dekorationen, die eine charmante Mischung aus gekauften Accessoires, alten Gebrauchsgegenständen sowie Fundstücken aus Wald, Flur und Meer darstellen. Überall stehen bepflanzte Töpfe und Kübel oder Dinge, die man dazu umfunktionieren kann. Wie Xenia im Wunderland fühlte ich mich auf den 2.500 Quadratmetern mit seinen vielen unerwarteten Bereichen.

Angelegt ist der Garten auf einem sandigen Grundstück, das ehemals zu einem großen Teil ein Spargelfeld war. Klassischerweise wurden vom Haus ausgehend die Kreise immer größer, der gestaltete Garten wuchs. Segneten alte Bäume das Zeitliche, wurde an der zurückbleibenden Wurzelkuhle ein Teich angelegt. Die Bäume, die stehen blieben, wurden entrindet, als Träger von Windspielen oder Vogelhäuschen sehen sie toll aus. Die individuelle Handschrift ergibt sich genau daraus, dass Altes umgestaltet wird, integriert bleibt, sich mit Neuem zu etwas verbindet, das es so nirgendwo sonst gibt.

Als ich Ende Juni den Garten besuchte, war die vorherrschende Farbe Grün. Sattes Grün. Rasen ist ein wichtiges Thema. Die Länge an zu pflegenden Rasenkanten, ich will mir gar nicht ausmalen, wie lange es dauert, die alle so tippi-toppi in Schuss zu halten – vermutlich länger als bei mir zu Hause die gesamte Gartenpflege. Im Rasen liegen die Beete wie Inseln – manche haben etwas mehr Abstand voneinander, manche stehen so dicht beieinander, dass sich verwunschen wirkende Schlängelpfade ergeben. Die buchsumrandeten Beete wirken wie Boote, die vor den Insen vor Anker liegen.

Bei der Beetbepflanzung setzt Marion auf eine Mischung aus robusten, bewährten Pflanzen und besonderen Sorten. Zu meinem Besuch leuchteten viele gelbe Stauden, die rosa Phase war gerade durch, die Hochsommerprachtstauden wie Phlox standen in den Startlöchern. Im Zusammenspiel mit den vielen Blattschmuckschönheiten wirkte der Garten natürlich harmonisch.

Wenn du den Garten Kindermann besuchen möchtest, kannst du dies im Rahmen einer Übernachtung tun, individuell nach telefonischer Verabredung oder du schaust zu den Tagen des offenen Gartens vorbei (die nächsten finden am 27. und 28. Juli statt).

Liebe Marion, hab herzlichen Dank für deine wahrmherzige Gastfreundschaft, wir haben die Zeit bei und mit euch – inklusive gemeinsamem 80er-Jahre-Konzertbesuch – sehr genossen!

Zum Vergrößern klicke die Fotos einfach an:

6 Kommentare

  1. Sehr schön hast Du den Garten von Katrin vorgestellt, liebe Xenia, und ich bin gespannt, ob noch mehr kommt von Deiner Gartentour. Ich werde gleich mal nachschauen, wo Uelzen liegt. Den Garten würde ich auch gerne mal nach einem leckeren Frühstück aus der Hängematten-Perspektive genießen und mich wie ‘Edith im Gartenwunderland’ fühlen.
    Ich hoffe, dass dieses Paradies die derzeitige unerträgliche Hitze gut übersteht. Auch scheint dort der Zünsler noch nicht angekommen zu sein.
    Liebe Grüße
    Edith

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo, Edith,
      vom Zünsler hat mir Marions tatsächlich nicht berichtet, wenngleich er in der Region auch schon sein Unwesen treibt. Ein großes Problem bei dem Sandboden sind tatsächlich die Hitze und die lange Trockenheit. Dieses Jahr ist es etwas besser als 2018, aber sowohl Marion als auch Katrin wässern wie verrückt. Anders wären die Pflanzen nicht zu retten.
      Herzliche Grüße!

  2. Steffi sagt

    Die Fülle an verschiedensten Blickwinkeln macht deutlich wie viel es hier zu entdecken gibt. Eine sehr charmante Mischung von Gestaltung und Naturgrün. Danke fürs zeigen, Xenia!

    • Berlingärtnerin sagt

      Sehr gern, liebe Steffi. Diese Gartenbesuxhe sind für mich stets das Highlight des Jahres und ich freue mich, sie teilen zu können.
      Beste Grüße!

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