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Der Garten im Winter: 6 Tipps, die ihn schöner machen

Wenn das Wetter schon oft nicht toll ist: Dein Garten im Winter lässt dich mit den richtigen Pflanzen und guter Gartengestaltung dennoch warm ums Herz werden.

Raureif! Hurra! Raus aus den Federn, Kamera geschnappt und ab in den Garten. Es gibt einfach kein besseres Wetter, um gute Fotos für einen Artikel zum Garten im Winter zu machen. Die Kristalle lassen alle Strukturen wunderbar hervortreten. Hereinspaziert zu einem kleinen Rundgang durchs Reich der Schneekönigin.

Garten im Winter Tipp 1: Pflanzen stehen lassen.

Hätte ich im Herbst zur Schere gegriffen, könnte ich dir jetzt keine Fotos zeigen. Es gäbe schlichtweg nichts Schönes zum Fotografieren. Wie schade wäre das für mich und dich, aber besonders für die Pflanzen, die ihre Stängel und Blätter aus dem Vorjahr als Frostschutz mögen, aber besonders für Insekten und Vögel, die noch Nahrung und Unterschlupf finden. Auch aus gartengestalterischer Sicht sind Pflanzen auch im Winter wichtig. Es braucht den Aspekt des Vertikalen, der Höhe. Also: Bitte der Natur ihren Lauf lassen. [Mehr dazu im Artikel Hat das Wert oder kann das weg?]

Garten im Winter: attraktiv mit Stauden und Gräsern
In meinem Garten steht noch alles
Myrtenaster (Aster ericoides), Indigolupine (Baptisia) und Gräser: gemischte Beete sind im Winter attraktiv
Myrtenaster (Aster ericoides), Indigolupine (Baptisia) und Gräser
Garten im Winter: Laube, Stauden und Bäume
Ein abwechslungsreicher Nachbargarten

Garten im Winter Tipp 2: Pflanzen mit haltbaren Blüten- oder Fruchtständen.

Es lohnt sich, Pflanzen zu setzen, die im Herbst blühen und deren Fruchtstände noch lange schön aussehen. Dies sind Stauden wie Rudbeckien, Astern, Kandelaber-Ehrenpreis oder Patagonisches Eisenkraut oder Gehölze wie Hortensien und Clematis oder Zwiebelblumen wie Zierlauch. Auf ihnen können nicht nur Insekten, sondern auch Reif und Schnee wunderbar Platz nehmen.

Alle folgenden Fotos vergrößern sich durch Anklicken.

Tipp 3: Gräser.

Ziergräser wiegen sich im Wind, bringen damit Bewegung ins Beet und entfalten ihren besonderen Zauber mit Reif oder noch besser Raureif. Und ihr großer Vorteil: Sie sehen noch lange richtig gut aus! Ich binde zur Sicherheit die Horste beizeiten locker zusammen, damit Regen oder Schnee die Pflanzen nicht auseinanderfallen lassen.

Tipp 4: Beerenschmuck.

Ok, Beige und Grau werden trotz all der vorigen Fotos nicht deine Lieblingsfarben? Dann ergänze mit Pflanzen, die kräftig bunte Beeren zu bieten haben! Ilex, Feuerdorn, Berberitzen oder Zieräpfel sind eine Pracht, aber auch Hagebutten sehen schön aus. Mir persönlich gefallen auch die Beeren des Efeus sehr gut – nicht bunt, aber dennoch attraktiv.

[Achtung: Die Beeren von Ilex und Efeu sind, genauso wie die der Eibe, giftig. Die Beeren des Feuerdorn sind ungenießbar für Menschen, aber giftig für Hunde und Katzen.)

Tipp 5: blühende Pflanzen.

Farbe bringen auch winterliche Blüten in den Garten. Hierzu habe ich schon einmal einen ausführlichen Artikel geschrieben, der meine heißen Favoriten für die kalte Jahreszeit vorstellt: Es wird durchgeblüht: Blütenpflanzen von Oktober bis März. Ist es nicht herrlich, durch den Garten zu gehen, und diese Blüten, oftmals sogar duftend, zu genießen?

Tipp 6: immergüne Pflanzen.

Wer kennt ihn nicht, den Buchsbaum. Oder die Eibe. Wertvolle Gehölze, die das ganze Jahr das grüne Gerüst des Gartens sind. [Wenn du Probleme mit dem Buchsbaumzünsler hast, lies Erfolgreiche Hausmittel gegen den Buchsbaumzünsler.] Auch die oben genannten mit roten Beeren gehören allesamt dazu und du würdest gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn du diese Pflanzen bei dir ansiedelst.

Überdies gibt es auch immergrüne Gräser und Stauden. Die Seggen sind bei mir überhaupt nicht wegzudenken, ebenso Balkan-Storchschnäbel, Polster-Glockenblume und Elfenblumen.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Tipps Anregungen geben. Wenn du noch Fragen oder Anregungen hast, hinterlasse gern einen Kommentar.

16 Kommentare

  1. Wunderschön dein glitzerndes, geheimnisvolles Reich der Eisprinzessinnen und Trolle. Ein funkelndes Wintermärchen! Für mich bedeutet Gärtnern ja auch immer Träumen, und hier ist dir definitiv ein Wintertraum gelungen. Danke für die vielen wertvollen Tipps, um selbst so etwas zu versuchen. Einiges hat auch bei mir schon funktioniert, aber wie auch andere habe ich hier im Rheinland eher trübe Nässe im Beet. Umso wichtiger sind die Struktur gebenden Elemente, auch die Immergrünen, zu denen ja auch Rhododendren oder Kamelien gehören, die für Spannung beim Anblick des winterlichen Gartens sorgen. Gräser habe ich auch nur wenige, da nicht genug Platz, aber zusammen mit standhaften Staudengeistern tragen sie wirklich sehr zu dieser besonderen Atmosphäre bei. Meiner Meinung nach lohnt es sich sehr, in den Wintermonaten zu beobachten, wo sich das Gartenbild spannender gestalten lässt.
    Liebe Grüße,
    Bea

    • Birgit sagt

      Das ist ein guter Tipp, Bea, im Winter zu beobachten, wo sich das Gartenbild spannender gestalten lässt! Bisher habe ich nicht viele Gräser, nur 2x das Lampenputzergras “Hameln”, das 2022 in dem sehr trockenen Sommer nur sehr mickrig geblüht hat.

      • Oh ja, Birgit, mit diesem Gras habe ich auch ähnliche Erfahrungen, aber an einigen Stellen kommt es zumindest zuverlässig wieder und benötigt auch nicht so viel Platz.
        Mit dem Beobachten kam es bei mir so (und geht auch immer noch, aber inzwischen weniger):
        Am Anfang sah unser Garten praktisch immer gleich aus – grün – dominiert von Taxus, Rhododendren, wild gewuchertem Kirschlorrbeer, Efeu.
        Als ich anfing, meine Träume von schöneren, monatlich geprägten Bildern zu verwirklichen, habe ich mir in jedem Monat Notizen in meiner kleinen Gartenkladde gemacht: was würde ich hier jetzt gern sehen, was stört mich jetzt im November, Dezember,…. Welche Pflanzen hätte ich gerne in meiner Nähe? und vieles mehr. Diese Fragen stellte ich an den entsprechenden Monat im Folgejahr: z.B. Frage an Januar 2024: wie hat es mit den Christrosen geklappt? Blüht die Zaubernuss endlich? Muss der Kirschlorrbeer da weg? Entsprechend zu allen 12 Monaten, jedes Jahr wieder neu. Das hat einerseits sehr viel Spaß gemacht, und oft war ich überrascht, worüber ich mir in den vergangenen Jahren Gedanken gemacht hatte. Andrerseits hat es mir auch deutlich gezeigt was leider nicht funktioniert hat und wo ich umdenken muss.
        Was ich vor allem gelernt habe: am Ende macht die Natur sowieso, was sie will, aber sie belohnt mich auch oft.
        Von so schönen Gartenbildern wie bei der lieben Xenia bin ich noch weit entfernt, aber der Garten ist für mich schon viel lebendiger und persönlicher geworden.

        Auch dir ein wunderbares neues Gartenjahr!

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Bea,

      da kann ich dir und Birgit nur zustimmen: Im Winter lassen sich die Strukturen des Gartens wunderbar überprüfen.

      Und völlig richtig: In Gegenden mit sehr viel Niederschlag, insbesondere Schnee, ist die Pracht früher zerdrückt. Da eignen sich Gehölze für das Gerüst des Beetes besser als zum Beispiel Großstauden.

      Liebe Grüße
      Xenia

  2. Ich stelle fest, dass ich fast alle Deine Tipps bereits berücksichtigt habe. Naja, die Gräser kommen hier noch ein wenig zu kurz. Aber alles andere ist hier reichlich vertreten. Ich habe viele Pflanzen speziell für den Winter ausgewählt. Im Sommer ist der Garten ja meist sowieso sehr üppig. Im Winter muss man schon ein wenig darauf achten, dass es etwas zu sehen gibt.
    Viele Grüße von
    Margit

  3. Birgit sagt

    Danke für die Antwort! Es geht mir nicht ums ordentliche Aussehen. Bin mir nicht sicher, ob ganz feuchtes und sogar matschiges Laub wirklich schützt. Hier hat es viel geregnet.

    • Berlingärtnerin sagt

      Da habe ich mal mit einer Gärtnerin drüber diskutiert. Es ging um das unschön in sich zusammenfallende Laub der Staudenknöteriche, von denen ich unzählige habe. Das hatte ich immer abgeschnitten. Sie riet mir, es nur in sich zusammenzuschieben und noch zu warten. Nur auf dem Rasen sollte keine fest verklebte Laubschicht sein.

      Aber ich wäre überhaupt nicht dogmatisch. Nimm weg, was dir nicht mehr behagt, lass es wegen eventueller tierischer Gäste noch unzerteilt an anderer Stelle liegen. So schneide ich auch irgendwann die Stauden ab, wenn die Frühblüher alle draußen sind.

  4. hans peter Spielmann sagt

    Sehr schöner Wintergarten; meiner bleibt auch bis zum Frühjahr unberührt ; der neu schnitt,
    volgt im Früh genug….+ vlm…..

    • Berlingärtnerin sagt

      Lieber Hans Peter,

      das freut mich. Zum Durchtrieb der Pflanzen im Frühjahr reicht der große Frühjahrsputz ja noch völlig aus.

      Sei herzlich gegrüßt!
      Xenia

  5. Christina Hansen sagt

    Ich lasse immer alle verblühten Stauden stehen. Wir wohnen am Niederrhein und starke Fröste hatten wir schon lange nicht mehr. Allerdings hatten wir im letzten Jahr im Januar und Februar milde Temperaturen und die Vegetation war schon weit, als im März noch frostige Tage kamen und viele Stauden geschädigt wurden, aber trotzdem noch geblüht hatten, auch meine geliebten Agastachen und Echinacean

    • Berlingärtnerin sagt

      Hallo, Christina,

      das stimmt: Die späten Fröste können dem Garten ganz schön zusetzen. Hier in Berlin, also in Vordersibirien ;-) ist es Anfang März klassischerweise richtig garstig. Meine Oma sagte immer „Der März kommt als Wolf und geht als Lamm“.

      Ich verstehe dich aber hoffentlich richtig, dass deine Agastachen und Echinacea es dennoch geschafft haben?

      Viele liebe Grüße
      Xenia

  6. Magdalena Burger sagt

    Hallo Xenia, auch mir gefällt es sehr, Stauden und Gräser über den Winter stehenzulassen. Davon bin ich wieder abgekommen aus folgendem Grund: Mein Garten liegt auf knapp 900 m, wir haben weniger Raureif, sondern meistens ziemlich viel Schnee. Der drückt alles nieder und es ist vorbei mit der Pracht. Und im Frühjahr hab ich dann den “Salat” auf den Beeten.
    Aber DANKE für die schönen Gartenartikel – lese ich gerne. Grüße aus dem Allgäu Magdalena

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Magdalena,

      das ist dann tatsächlich eine andere Situation und der Schnee schützt die Pflanzen ja auch.

      Wir fahren sehr gern in den Wintersport und genießen es immer sehr, wenn wir in den verschneiten Gärten dann die schönen Umrisse der Gehölze sehen. Besonders die Immergrünen sehen toll aus. Auch Obelisken aus Metall könnten für die Strukturwirkung vielleicht attraktiv sein?

      Beste Grüße ins herrliche Allgäu!
      Xenia

  7. Birgit sagt

    Bisher war ich auch für das Stehenlassen. Im Dezember 2022 gab es jedoch starken Frost bis -10°C, durch den manche Stauden leider sehr gelitten haben. Bei mir hat es zwei Artischocken, einen Sonnenhut und drei Staudensonnenblumen erwischt, alle erst 2022 gepflanzt. Sie sehen aus wie “zusammengeschmolzen”. Abschneiden oder nicht? Sind sie endgültig kaputt oder kommt da vielleicht doch noch etwas im Frühjahr?

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Birgit,

      ich kann sehr gut verstehen, dass du dir Gedanken um deine Stauden machst. Ich würde abwarten, nichts abschneiden und sie nochmal mit kuscheligem Laub bedecken (es wird ja sicher nochmal kalt).

      Es kann gut sein, dass sie wieder gut durchtreiben. Ich erinnere mich an diese kalte Periode: Seitdem sehen bei uns auch einige Stauden völlig vermanscht aus, zum Beispiel die Kerzenknöteriche. Die habe ich nur etwas zusammengeschoben. Auch wenn es nicht sehr „ordentlich“ aussieht: Das Laub der Pflanzen schützt sie.

      Herzliche Grüße
      Xenia

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