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Wahl 18.09.: aus dem Fall Oeynhausen lernen

Leider plattgemacht: Garten in Oeynhausen

In genau sechs Wochen ist Wahl in Berlin. Die Gesichter der bekannten Politiker schauen jetzt berlinweit aufs Wahlvolk herunter. Und das meine ich auch im wörtlichen Sinne. Daher stelle ich dir heute die Wählervereinigung „Aktive Bürger“ vor, die auf Bezirksebene in Charlottenburg-Wilmersdorf antritt und eben nicht im Duktus von oben herab mitmischen will, sondern aus Bürgernähe. Sie ist nicht links, nicht rechts, sondern mittendrin in den Kiezen. Sie will eine Alternative sein, die man guten Gewissens wählen kann, wenn man ansonsten bei den etablierten Parteien vor der Frage steht: Pest oder Cholera?

Wahlzettel zur BVV

Liste 47: Aktive Bürger

Die Kandidaten waren früher bei anderen Parteien jeder Richtung oder kommen aus Bürgerinitiativen. Alle eint, dass sie schmerzlich erfahren haben, dass Politik in Berlin nicht im Sinne der Wählerinnen und Wähler und schon gar nicht nachhaltig betrieben wird. Im Team ist auch Siegfried Schlosser, den ich – damals noch als Pirat – in zahlreichen Sitzungen der Bezirksverordnetenversammlung erleben konnte. Und ich muss sagen, das ist ein Volksvertreter im wahren Sinne. Die Hummel im Hintern der Etablierten – unbequem bis schmerzhaft. Immer wachsam, geradeheraus, im Geiste unabhängig. Dass dieses Korrektiv wieder in die BVV kommt, ist wichtig für unseren Bezirk.

Und das Gute: Es braucht pro Sitz nur 4.000 Stimmen. Ich bin sicher, das schaffen die Aktiven Bürger für Charlottenburg-Wilmersdorf. Mit ihnen würde es schwieriger werden, dass Bürgerentscheide wie der in Sachen Kleingärten Oeynhausen zwar mit 77 % gewonnen werden können, aber dennoch keine Umsetzung finden.

Ein Mahnmal verfehlter Politik ist nun diese Sonnenblumen-Monokultur mitten in Berlin, wo vor Kurzem noch 150 bunte Gärten waren, wo Gärtner und Spaziergänger sich erholen konnten.

Keine Gärten mehr, nur noch Sonnenblumen auf 50.000 qm.

Kleingartenanlage Oeynhausen: alles abgesperrt und keine Gärten mehr, nur noch Sonnenblumen auf 50.000 qm.

 

Und so sah es vor gut einem Jahr noch aus. Da habe ich hier die fröhlichen Fotos einer stolzen Kleingartenanlage gezeigt, der größten in Berlin-Wilmersdorf, 111 Jahre alt.

Zum Schwelgen und Nicht-Vergessen kommen sie heute noch einmal. Und in der Hoffnung dass sie helfen können, die vielen weiteren auf der Kippe stehenden Grünflächen zu sichern.

 

Alle Fotos vergrößern sich durch anklicken.

13 Kommentare

  1. Liebe Xenia,

    habe dich durch Zufall gefunden und Dein Engagement gefällt mir!
    Es ist wirklich nicht zu glauben, was da mit Eurer Schrebergartenkolonie passiert ist…
    Warum ist dem so geschehen? Wie war die Argumentation der handelnden? Wo war die Berücksichtigung des Wohles des Volkes…denn die kann ja wohl nicht in der Monokultur der Sonneblume und der Vernichtung vielfältigen Lebensraumes gesehen werden…!!!

    Die Berliner Wahlen sind ja heute bereits Geschichte…und die AfD hat mächtig Zuwachs bekommen – aus dem Stand 14,…%
    Es wäre so an der Zeit, dass unsere Politiker endlich begreifen, was wirkliche Volksvertretung bedeutet, dann wären solche Ergebnisse nicht möglich!
    Wie sieht es mit den „Aktiven Bürgern“ aus? Gehört „Dein“ Siegfried Schlosser zu den 18 Einzelkandidaten, die es geschafft haben oder eher nicht?

    Bleib weiter so engagiert und verliere nicht den Mut!
    Alles Liebe
    Heidi

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Heidi!

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Es ist eine lange, über Jahre andauernde Geschichte des Frusts und der Bürgerverdummung, die hier stattgefunden hat. Am Ende bestimmen die Interessen der Immobilienwirtschaft, was passiert. Da hilft es auch nichts, wenn die Regierenden rot-grünen Anstrich haben.

      Leider haben es die Aktiven Bürger nicht geschafft, die nötige Hürde zu nehmen. Ohne finanzielle Mittel für einen sichtbaren Wahlkampf ist da leider nicht genug zu mobilisieren. Sehr traurig, gern hätten wir unzufriedene Wähler andere Optionen angeboten…

      Liebe Grüße!

  2. Hallo Xenia,
    ich lese Deinen Blog zum ersten Mal und dann diesen Artikel über die Vernichtung von Schrebergärten. Da mein Herz ebenfalls am Garten hängt bin eigentlich sprachlos, wie man den Menschen so etwas antun kann. Jeder von uns weiß, was ein Garten bedeutet und mag er auch noch so klein sein.
    Und dann auch noch eine Monokultur! Es ist unglaublich! Meine Meinung von Politikern ist in den letzten Jahren extrem gesunken.
    Und die „Volksvertreter“ wundern sich dann auch noch über Politikverdrossenheit. Und das auch noch in einem arroganten Ton, so als wäre der Bürger selbst daran schuld. Die machen ja alles richtig.

    Ich wohne nicht in Berlin, sonst wäre meine Stimme der Wählervereinigung sicher.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    • Berlingärtnerin sagt

      Danke für deinen engagierten Kommentar, lieber Wolfgang! Und was ist das Ende vom Lied? Eine immer größere Radikalisierung und Zersplitterung des Wahlvolks. Sooo traurig.

  3. Liebe Xenia,
    leider ist ja der Erhalt der Kleingärten – der mir als Kleingärtnerin in Köpenick natürlich ebenso am Herzen liegt! – nur eines der drängenden Probleme. Zunächst mal sollten wirklich ALLE Berliner*innen zur Wahl gehen, damit rechtspopulistische Parteien wie die AfD nicht auch noch von der Politikmüdigkeit der Nichtwähler profitieren… Unsere Stadt soll vielfältig und offen bleiben!

    LG Jessica

  4. Steffi sagt

    Ich drücke ganz fest die Daumen, dass sich bei Euch vor Ort was bewegt und damit meine ich nicht Bagger und Baumaschinen! Liebe Grüße, Steffi

  5. Hallo Xenia!

    danke, aber das ist doch einfach zu viel Lob für mich 🙂 ich bin doch nur ein alter Mann, dem die Stadtentwicklungs-Politik eines Marc Schulte nicht gefällt….

    • Berlingärtnerin sagt

      Alte Männer, die nicht mehr fürs Image, sondern für die Sache ins Rennen gehen, sind mir die liebsten. Vor allem auf dem politischen Parkett 🙂

  6. Jedes einzelne Foto habe ich mir angeschaut. Nun habe ich Gänsehaut. Was soll ich sagen? Ich habe immer gewählt, war aber nie ein politischer Mensch. Seit ich einen Enkel habe, wähle ich die GRÜNEN, habe inzwischen Zweifel, ob ich da wirklich richtig bin. Du schreibst sehr überzeugend, liebe Xenia. Gäbe es hier einen Siegfried Schlosser, würde ich ihm wahrscheinlich auch meine Stimme geben. Ich wünsche ihm und Dir und den ‚Aktiven Bürgern‘ viel Erfolg. Sind sie das Gegenteil von Pest und Cholera?
    Einen schönen Sonntag
    Edith

    • Berlingärtnerin sagt

      Liebe Edith,

      ich hoffe sehr, dass sie das Gegenteil von Pest und Cholera sind. Die anderen haben schon bewiesen, dass Sie unwählbar sind, also packe ich „den Aktiven“ das Päckchen Erwartung auf den Rücken.

      Danke für all deine lieben Zeilen, Edith!
      Xenia

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