Autor: Berlingärtnerin

Kohlweißling auf Ackerwinde

Wildes Berlin: Insektenparadies Wiese & Garten

An diesem Wochenende zeigt sich Berlin von seiner wilden Seite bzw. lenkt in zahlreichen Aktionen den Blick auf Natur in der Stadt: Es ist das Wochenende der Stadtnatur. Ich habe einfach mein Teleobjektiv auf die Kamera geschraubt und mich morgens in die Wiese gesetzt und anschließend im Garten den Blick auf alles, was da wächst und fliegt, gelenkt. Dies sind meine Lieblingsbilder nach einer meditativen Stunde. Zum Vergrößern die Fotos bitte anklicken.   Leider sind sowohl die Wiese (Cornelsenwiese in Berlin-Wilmersdorf) als auch mein Garten (Kleingartenanlage Oeynhausen) als Stadtnatur in der City nicht sicher. Über beiden schwebt das Bebauungs-Damoklesschwert.

Grüner Spargel

Kräuterküche: Rosmarin als Spieße für Seeteufel und Pancetta

Ein Rezept mit Seeteufel, bei dem der Rosmarin zu einer Art Schaschlickspieß wird. Sieht super aus und schmeckt großartig – also genau das Richtige, um liebe Gäste zu verwöhnen. Unser Garten liegt dieses Jahr gefühlt nicht mehr in Berlin, sondern im sonnigen, heiß-trockenen Süden. Während die meisten Pflanzen dursten und sich der Rasen von grün zu beige zu braun entwickelt hat, stehen die mediterranen Kräuter wie eine Eins im Beet. Der Rosmarin ist schon so groß und kräftig, dass er sich bestens als Spieß für ein köstliches Sommergericht eignet. Gestern gab es mal wieder Seeteufel bei uns – ich liebe diesen festfleischigen Fisch, der weniger nach Fisch als nach einem Bad in türkisblauem Meer scheckt. Wer nicht so der ganz große Fischliebhaber ist, sollte Seeteufel probieren. Insbesondere, wenn er, wie hier, mit Pancetta, einem italienischen Räucherspeck, zusammenkommt. Das Rezept hat vor vielen Jahren der noch junge Jamie Oliver kreiert oder vermutlich bei seinen kulinarischen Reisen einer italienischen Mama abgeschaut. Seitdem füllt es eine Seite in unserer Kladde mit Lieblingsgerichten. Zutaten für 4 Personen. 450 Gramm …

Ikebana Titel

Ikebana mit Iris, Rosen und anderen Frühsommerblumen

Am 3. Juni fand der Tag der offenen Gärtnen statt. Ikebana-Künstlerinnen der Sogetsu-Schule zeigten in der Villa Donnersmarck in Berlin  ihre Frühsommer-Kreationen. Iris so gesteckt, dass sie wie an ihrem natürlichen Bachufer-Standort wirken, Pusteblumenkugeln, die so vergänglich sind, hier aber stabil rostiges Eisen ergänzen, Gartenrosen, die, obwohl krumm und schief, charaktervoller als jede Rose aus dem Laden erscheinen: Schülerinnen der Ikebana-Lehrerin und Floristin Ulrike Vogler zeigten in einer kleinen, feinen Ausstellung kreative Gestecke mit Frühsommerblumen. Das passende Ambiente boten die zart gelb gestrichenen Räume der Villa Donnersmarck im Stadtteil Zehlendorf. Ich fühlte mich von den Exponaten wieder einmal inspiriert, klassische Denkmuster zur Verwendung und Verarbeitung von Blumen über Bord zu werfen. Die Ikebana-Gruppe zeigte, dass mit Sprühkleber, Kabelbindern, wettergegerbtem Holz, Klinker und Metall individuelle Kreationen entstehen können. Selbst verblühte Blüten wie die Päonie oder Kaffeestiele in Coffee-to-go-Geschirr überzeugten mit ihrer ganz eigenen Ästhetik. A pro pos Gefäße: Verblüffend ist immer wieder, dass Vasen, Becher oder Schalen, die ganz ähnlich auch bei mir im Schrank als vermeintlich „altmodisch“ versauern, durch den Minimalismus des Ikebana zeitgemäß und …

Kräuterampeln

Vertikales Gärtnern: Kräuter-Ampeln aus Makramee für den Balkon

berlingarten macht Werbung! Viele Kräuter auf kleinem Raum – mit hübschen Töpfen in Ampeln wird’s möglich. Sie sind schnell gebastelt und ganz einfach aufgehängt. Als mein Mann seinen Teller nicht mehr auf dem Balkontisch abstellen konnte, wurde er mürrisch. „Wir müssen reden.“ Nein, mussten wir nicht. Ich hatte mir bereits heimlich eingestanden, dass es nun doch zu viele Kräutertöpfe auf dem kleinen Klapptisch waren. Ein größerer Tisch? Das ginge nur zulasten der Stühle. Sich nicht mehr hinsetzen können – der Liebste würde endgültig an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln. Auf die Kräuter verzichten? Unmöglich – ich brauche meine Tee- genauso wie die Würzkräuter für eine frische, gesunde Küche. Also blieb nur: Ab in die Höhe, die Kräuter mussten an die Wand. Gesagt, gebastelt, aufgehängt. Ich besorgte leichte Metallübertöpfe in einem schwedischen Möbel- und Übertöpfehaus, Schiffskordel im Baumarkt und Klebeschrauben von tesa. Aus der Kordel fertigte ich Makramee-Halterungen für die Töpfe, die so einfach herzustellen sind, dass selbst ich mit meinen zehn grünen Daumen sie hinbekomme. Makramee-Ampeln knüpfen. Du benötigst vier Schnüre, die Länge richtet sich nach der …

berlingarten mit Peonia Hillary

Mein Gartenjahr Mai: der Sonnemonat

In Berlin-Brandenburg sind Anschaffungen wie Sommermäntel oder „Halbschuhe“ überflüssig geworden. Aus den Stiefeln hüpfen wir übergangslos in die Sandalen. Am 1. Mai erstrahlt die erste Blüte der Rose ‘Nevada’, Eisdiele statt Eisheilige. Wonnemonat für die, die darunter Sonnemonat verstehen. Während bei uns die Luft vor Hitze und Trockenheit flirrt, die Pflanzen ächzen (in Teilen Brandenburgs ist im Mai kein Tropfen Wasser gefallen), melden die Nachrichten 20 cm hohe Hagelschichten, reißende Wassermassen und Verwüstungen in anderen Teilen des Landes. Gebannt schaue ich den Fernsehbildern zu, drinnen mit geschlossenen und verdunkelten Fenstern wie zuletzt im Andalusienurlaub. Eine Sommergrippe lässt mich den trägen langen Tag verdösen. Die Fotos vom Mai kommen daher auch nicht aus der Spiegelreflexkamera, veredelt am Computer, serviert mit Sahne, sondern aus dem Smartphone direkt auf den Tisch. Schnelle, einfache Küche, wenige Zutaten. Kann ich mich sonst schwer bescheiden, zeige ich jetzt nur wenige Motive stellvertretend für diesen trockenen, bemerkenswert warmen und sagenhaft sonnigen Mai. Wer gesund werden will, darf nicht am Rechner hängen. Vielleicht magst du ja einen Kommentar hinterlassen, wie der Mai bei …

Flammkuchen Spargel Rosmarin

Kräuterküche: Flammkuchen mit Rosmarin und Spargel

Mein aktuelles Lieblingsrezept ist ein Flammkuchen mit Spargel und würzigem Rosmarin. Das Gericht ist so schnell zubereitet und schmeckt so genial nach leichter Frühsommer-Küche, dass ich es dir unbedingt weitergeben muss. Zutaten Flammkuchen: Flammkuchenteig (selbst gerührt oder aus der Kühltheke) Crème fraiche Spargel Rosmarin vom Balkon oder aus dem Garten Salz & Pfeffer Pecoriono oder Parmesan San Daniele oder Parmaschinken Zubereitung: Ofen auf 220 Grad Pizzastufe vorheizen. Flammkuchenteig ausrollen, mit Crème fraiche bestreichen. Salz und Pfeffer drübergeben. Spargel (es reichen vier Stangen pro Blech) schälen und ganz dünn in Scheiben hobeln, auf dem Teig dicht an dicht verteilen. Rosmarin über den Spargel schnibbeln. 10 Minuten backen. Vorm Servieren nach Belieben mit geriebenem Käse und Schinken belegen.   Guten Appetit. Mein Mann ist Weinhändler und empfiehlt dazu einen frischen Weißwein. Alle Fotos vergrößern sich durch Anklicken.

Alliumparade

50 Shades of Purple: mein Zierlauch-Garten

In meiner GartenSpaß-Kolumne für den Mai lasse ich mich über die Farbe lila aus. Und über Zierlauche, ohne die ich mir einen Garten zwischen Tulpen- und Rosenzeit gar nicht mehr vorstellen kann. Wie einsam müssen sich früher die Akeleien gefühlt haben, bevor es die unkomplizierten Zwiebelblumen als perfekte Partner gab. Viel Freude mit der Kolumne, du findest sie in diesem PDF.

Kleingärten sind nicht zum Wohnungsbau da – ein Ruf zurück

  Bei “Piepgras” hätte ich bis vor Kurzem noch an unsere tirilierenden Amseln gedacht, wie sie durch die Wiese hopsen. Nun weiß ich, dass es einen Immobilienentwickler mit Hang zum Offenen Brief dieses Namens gibt. Herr Piepgras veröffentlichte vor wenigen Wochen eine Anzeige im Berliner Tagesspiegel, in der er von Bausenatorin Lompscher den “Tabubruch” forderte, nun endlich die innerstäditischen Kleingärten für den Wohnungsbau zu schleifen. Gestern legt er nun nach mit einem weiteren “Zwischenruf” an die Senatorin. “Zusammen!” lautet die Überschrift eines Briefes, in dem er abermals die Bebauung der Kleingärten – und übrigens auch des Tempelhofer Feldes – fordert. Nach seinem großen Echo im Netz und in den Medien geriert sich der Zehlendorfer diesmal deutlich sozialer, bringt die Buzzwords “Schulen”, “Kitas”, “günstige Wohnungen (sei es zum Kauf, sei es zur Miete)” und gipfelt in der rhetorischen Frage: “…wäre dann nicht auch ein Großteil der Kleingärtner bereit, auf ihre Privilegien zu Gunsten der Allgemeinheit zu verzichten?” Man werfe mir als Kleingärtnerin bitte keine Voreingenommenheit vor, dass ich darauf antworten möchte. Meine kleinen 350 Quadratmeter Unterpachtland …

Dynamischer Agroforst Mitte Mai

Gesunde Pflanzen, hohe Erträge: Mein Gemüsegarten ist ein Agroforst

berlingarten macht Werbung! Nenn uns Agroförster. Der Liebste und ich haben unsere Gemüsebeete in einen Dynamischen Agroforst umgewandelt. Klingt cool? Ist es auch. Beim Dynamischen Agroforst handelt es sich um eine Methode, die auf dem Wissen indigener Völker Lateinamerikas basiert und für die Bedürfnisse der heutigen Landwirtschaft weiterentwickelt wurde. Ein Dynamischer Agroforst bildet ein natürliches Pflanzensystem, das auf kleinstem Raum zu gesunden Pflanzen und hohem Ertrag führt. In Berührung gekommen sind wir mit dem Dynamischen Agroforst durch den Naturefund e.V., der diese ökologische Methode seit 2011 in Renaturierungsprojekten in Lateinamerika und Afrika einsetzt und für die Bauern zu ökonomischen Erfolgen führt. Und was in Bolivien funktioniert, kann auch in Deutschland nicht verkehrt sein. Gemüsegarten neu gedacht: Die Prinzipien des Dynamischen Agroforsts. Gemüse, Kräuter und Obst stehen bei uns seit jeher ganz hoch im Kurs. “Kleingärtnerische Nutzung” war für uns nie ein Zwang, sondern immer schon größtes Vergnügen. Insbesondere der Gartengemahl, der in seiner Freizeit auch genussvoll die Kochtöpfe schwingt, ist ein begeisterter Gemüsegärtner. Wir waren daher sofort dabei, als toom uns ermöglichte, zusammen mit dem …

Edelginster Titel

Edelginster: Schmetterlingsblüten in Hülle und Fülle

Ein Gehölz zum auf die Knie fallen schön und dabei völlig unkompliziert – das ist Edelginster Cytisus scoparius. Täglich komme ich an einem Ginstergarten vorbei und ich muss dir jetzt mal diese tollen Sträucher zeigen! Ich bin wirklich verzaubert von der Pracht samt herrlichem Duft. Jedes der Exemplare ist von Anfang Mai bis in den Juni hinein von einer riesigen Zahl leuchtender Schmetterlingsblüten besetzt. Ich kannte ihn unter dem Namen Besenginster, finde es aber nur korrekt, dass er jetzt in der Regel als Edelginster gehandelt wird. Toll sehen besonders die drei zusammengepflanzten Sträucher aus. Je sonniger der Standort ist, umso intensiver wird die Färbung der Blüten. Der Besenginster kommt nämlich ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, Teilen Afrikas und dem westlichen Asien. Bei uns sieht er toll aus in Solostellung, gemischten Rabatten mit Stauden und Gräsern, Heide- oder Steingärten. Wenn du dafür sorgst, dass er genügend Licht bekommt, passt er auch in eine Hecke aus Blühsträuchern. Das finden dann nicht nur Spaziergänger wie ich, sondern auch Vögel attraktiv. Alle Fotos vergrößern sich durch Anklicken. Details. Wuchs: von …