Autor: Berlingärtnerin

Pfeifengras Molinia

Berauschend: ein Garten mit Gräsern

Meine Gartenkolumne in der Oktober-Ausgabe der GartenSpaß handelt von der Schönheit der Ziergräser. Ein Garten ohne? Für mich inzwischen unvorstellbar. Als ich anfing, Gräser zu pflanzen, wurde aus einem schönen Garten ein sinnlicher Garten. Hatte ich mich bis dato bereits um die Schönheit fürs Auge und wo es sich anbot, auch um ein Dufterlebnis gekümmert, fehlte meinen Beeten der Ton. Sicher, die Vögel zwitscherten und bei stärkerem Wind hörte man auch die Blätter in den Obstbäumen, aber dieses beruhigende Rascheln, das sich schon beim leisesten Hauch ergibt, erlebe ich erst, seit sich die zarten Halme der hohen Ziergräser bewegen. Der bedeutende deutsche Staudenzüchter Karl Foerster sagte einst, Gräser seien „das Haar von Mutter Erde“ und ich kann sehr gut nachvollziehen, was er damit meinte. Gräser geben einem Beet Natürlichkeit, fügen Stauden und Gehölze zusammen, beruhigen das Auge. Der Anblick und das Geräusch von Gräsern scheint uns als Naturwesen gut zu tun. Und mit Ziergräsern gibt es tatsächlich auch das ganze Jahr etwas zu sehen und zu hören. Wenn bereits alle Blühpflanzen vergangen sind, bieten die …

Ikebana Dank Ernte

“Dank Ernte”: herbstlich kreative Ikebana-Arrangements

Nach “BlütenWissen” im letzten Jahr haben Ikebana-Künstlerinnen der Sogetsu-Schule nun sechs Tage lang ihre Interpretationen zu “Dank Ernte” mit Blumen und allerlei anderem, teilweise ungewöhnlichem Material in einer Ausstellung präsentiert. Zur Inspration möchte ich dir die Fotos von meinem Besuch nicht vorenthalten. “Dank Ernte” statt Erntedank – ich bin immer wieder fasziniert von der Kreativität, mit der Ikebana-Künstlerinen ein bestimmtes Motto umsetzen und dabei gern um die Ecke denken. Zugute kommt ihnen, dass die Sogetsu- eine verhältnismäßig junge und moderne Ikebana-Schule ist. Sie wurde erst 1926 von Sofu Teshigahara ins Leben gerufen worden. Er gab das Motto aus, dass Ikebana zu jeder Zeit, an jedem Ort, mit jedem Material und von jedermann möglich sein sollte. Auch führte er die Verwendung von Materialien wie Papier und Metall ein. Spannend war für mich in der Ausstellung überdies der Einsatz von Gemüse, im Ikebana Morimono genannt. Da gaben Knoblauch und Chili einem Arrangement den besonderen Pepp und bei einer Möhre auf einem mathematischen Buch fragten sich die Besucher, ob dies nun einen Bücherwurm darstellen solle oder eher die …

Lampion bekleben

Stimmungsvoll: Papierlampions mit getrocknetem Farn beklebt

Ein DIY für Anfänger, Kinder und Leute wie mich, die es gern schnell und einfach mögen: mit Farn beklebt, werden schlichte Papierlampions zum Hingucker in der Dämmerung. Geht es dir auch so, dass du bei den milden Temperaturen ewig lange draußen sitzen möchtest? Wir können uns im Moment aus dem Garten gar nicht loseisen, haben die Decken griffbereit, Rotwein auch, und zünden Fackeln und Kerzchen an, da es ja leider doch immer früher dunkel wird. “Hübsch wären Lampen im Baum”, dachte ich mir daher so und machte mich an die Bastelarbeit. Wobei “Arbeit” das völlig falsche Wort ist, denn diese Lampions lassen sich ruck-zuck herstellen, sind schön schlicht, aber erhalten durch eine Beklebung mit getrockneten Blättern doch eine gewisse individuelle Note und passen gut zum Garten. Alles, was du dazu brauchst, sind getrocknete Blätter oder Blüten, Kleber sowie die im Schnuckelchen-Laden günstig zu erwebenden Papierlampions. Ich habe mich der grafischen Wirkung wegen für Farn entschieden und als Klebstoff Leim gewählt, den man für Serviettentechnik-Basteleien kaufen kann. Im Vergleich zu Sprühkleber hat er den Vorteil, dass …

Königliche Gärtnerlehranstalt Titel

Gartenstammtisch Berlin-Brandenburg in der Königlichen Gärtnerlehranstalt

Goldener Oktober mit strahlender Sonne und lauer Luft – perfekt für einen Nachmittag im Freien. Perfekt für ein neues Treffen des Gartenstammtischs Berlin-Brandenburg. Zur lieben Gewohnheit ist es geworden, dass wir uns beim Gartenstammtisch zuerst gemütlich zu Kaffee, Tee und Kuchen zusammenfinden, um dann im Anschluss gemeinsam einen Garten anzuschauen. Dieses Mal sollte es der Staudengarten der ehemaligen Königlichen Gärtnerlehranstalt sein, den die TU vor wenigen Jahren rekonstruieren ließ und der praktischerweise direkt neben der Königlichen Gartenakademie mit ihrem schönen Café liegt. Bei bestem Wetter konnten wir erst in Ruhe unter alten Bäumen sitzen und uns über Garten- und andere Themen austauschen, um dann in ein Meer von Astern abzutauchen. Wer die schönen Sternenblütenstauden noch nicht im Garten hat, wird nach diesen Bildern bestimmt noch welche in die eigenen Beete pflanzen. Ich jedenfalls habe es an diesem Wochenende noch getan. Der nächste Stamtisch soll noch im Dezember stattfinden, wenn du ebenfalls Lust hast, teilzunehmen, hinterlasse einen Kommentar oder werde Mitglied unserer Facebook-Gruppe “Gartenstammtisch Berlin-Brandenburg”. Zum Vergrößern der Fotos klicke sie einfach an.

Strauß mit Nelken und Hopfen

Serie Vasen: runde Formen mögen’s lässig – wild mit Hopfen und Nelken

Jetzt wächst überall der Hopfen. Zusammen mit ein paar zartfarbigen Blüten umschmeichelt er starre Formen. Im Laden war sie ein Traum, die runde Glasvase, die für einen ganzen Goldfisch-Clan als Domizil reichen würde. Aber dann stand sie herum und wurde kaum genutzt. Welche Blumen sollten darin auch schön aussehen? Zu rund, zu groß, mir dann aus dem Fokus geraten. Nun fiel aber mein Blick auf den Hopfen, der sich derzeit aller Zäune bemächtigt. Das war es: „Lush“ müsste der Strauß sein, der schön zu meiner Ballonvase aussehen würde. Üppig, locker, wild umspielend. Also ran an den Hopfen, ein paar Lianen würde er schon entbehren können. Zum hellen Grün der Hopfenfrüchte (die übrigens nur die weiblichen Pflanzen ausbilden) brauchte ich darüber hinaus gar nicht mehr viel. Die zart apricotfarbenen Nelken, die durch ihren etwas steifen Wuchs auch nicht ganz einfach zu stylen sind, fand ich genau richtig. Bei den jetzt dunkler werdenden Tagen bringen die beiden Pastellfarben Apricot und Lindgrün Helligkeit und Frische ins Zimmer und sind ein Lichtblick, wenn ich es mir auf dem Sofa …

Der ganze Garten bekommt eine Ladung Kompost

Mein Gartenjahr September: Hochsommer im Herbstkleid

September 2018: Der Garten im herbstlichen Look, wir hegen und pflegen ihn noch einmal richtig. Der September im berlingarten fühlte sich absolut nach Hochsommer an, sah aber nach Herbst aus. Tagsüber war es noch brutzelig heiß, nachts konnten die Pflanzen jedoch endlich aufatmen. Da es aber trocken blieb, stellten schon viele das Schild vor die Blätter: “Saison beendet, kommse nächstes Frühjahr wieder.” Wir rechen jedenfalls schon seit Mitte des Monats das fallende Laub vom Rasen und verteilen es in den Beeten, wir setzen die Kompoststellen um und verteilen den Kompost großflächig im ganzen Garten. Die ausgelaugten Zucchinipflanzen habe ich zerschnibbelt und als Mulch direkt in meinem Dynamischen Agroforst liegen lassen. Im Beet stehen noch Tomaten, Kohl, Möhren, Kräuter und Chilis. Feldsalat ist ausgesät. Die dauertragenden Erdbeeren im Topf liefern täglich eine Hand voll Sommerglück. Die Bilder zum Vergrößern und Lesen der Unterschriften bitte anklicken! Die Apfel- und Birnbäume haben wir abgeerntet und futtern und saften wie verrückt – immer im Wettlauf mit der Monilia-Fruchtwelke. Wenn ich montags krumm ins Büro komme, wissen meine Leute schon, …

Wie eine Ode an die Freude: Kaiserkrone Fritillaria Beethoven

Blumenzwiebeln: Des Kaisers schöne Kronen

Noch ist Pflanzzeit für Blumenzwiebeln. Wenn du gedanklich das letzte frühe Frühjahr durchgehst und noch ein paar Highlights brauchst, dann kann ich dir die schönen Kaiserkronen empfehlen. Ich habe mich in die neuen Sorten verliebt und für die GartenSpaß gleich eine Kolumne draus gemacht. Mein Frühlingsgarten ist eine Monarchie. Das Zwiebelblumenvolk wird von wahrlich schillernden Royals regiert – den Kaiserkronen Fritillaria imperialis. Sie sind rank und schlank und etwas ganz Besonderes. Eindrucksvoll, geradezu überragend stehen sie im Beet. Narzissen, Sommerknotenblumen, frühe Tulpen und Stauden liegen ihnen zu Füßen. Selbstverständlich benötigt die Kaiserkrone auch von Gärtnerin und Gärtner ein gewisses Maß an Ehrerbietung. Für besondere Üppigkeit will sie eher früh gesetzt werden. Im August wäre perfekt, aber in diesem Jahr war es da noch ganz schön trocken, sodass wir auch jetzt noch loslegen können. Da sie ursprünglich aus dem Morgenland kommt, können ihr Hitze im Sommer und Kälte im Winter nichts anhaben. Staunässe bekommt ihr jedoch gar nicht, sodass das Pflanzloch rund 20 cm tief sein und mit einer Schicht aus Sand oder Kies versehen werden …

Titel Brennesselsamen

Die Samen der Brennnessel: Superfood und richtig lecker

Jetzt ist die Zeit für die Ernte von Brennnesselsamen. Die sind mit ihrem hohen Eiweißgehalt richtig gesund und schmecken lecker nussig. Alles über Ernte, Lagerung, Verwendung. Es war letztes Jahr auf userer Bloggerreise durch Finnland, als wir mit dem Koch eines angesagten Szene-Restaurants im Wald nach den Zutaten für unser Abendessen stromerten. Da probierte ich auch das erste Mal die Samen von Brennnesseln. Hmm, lecker! Dass ich da gleichzeitig ein echtes Superfood naschte, war mir noch nicht bewusst. In diesem Jahr fing ich an, Brennnesselsamen aktiv zu ernten und zu verwenden. Ich finde es faszinierend, wenn uns Garten und Natur wertvolle Köstlichkeiten schenken, bei denen wir einfach nur zuzugreifen brauchen. Darum sind Brennnesselsamen so gesund. Brennnesselsamen strotzen nur so vor Eiweiß, pflanzlichen Hormonen, Mineralien und Vitaminen. Sie beugen Erschöpfung und Mattigkeit vor und sind dank des Eeiweißgehalts besonders für Sportler, Vegetarier und Veganer wertvoll. Außerdem sollen Brennnesselsamen für starkes und glänzendes Haar sorgen und durch Carotinoide die Sehkraft unterstützen. Als Aphrodisiakum stimulieren die kleinen braunen Körnchen angeblich zu besonderen erotischen Vergnügen. – Wobei ich nicht …

Pelargonium schizipetalum ist nachtduftend

Duftpelargonien (Duftgeranien): eine Leidenschaft für Gärtner und Genießer

Duftpelargonien sind die aufkommenden Stars auf Balkon, Terrasse und in der Küche. Mit ihrem aromatischen Laub und hübschen Blüten erfreuen sie Auge, Nase und Gaumen. Nach dem großen Interview zum generellen Thema Pelargonien (umgangssprachlich Geranien genannt), habe ich heute die Ehre, dass Expertin Brigitte Stisser ihr Wissen zu Duftpelargonien mit uns teilt. Liebe Brigitte, was macht eine Pelargonie zur Duftpelargonie? Unter den 250 bis 280 Arten der Wildpelargonien gibt es viele, die Duftstoffe enthalten. Von „Feinschmeckern und Feinriechern” werden sie sehr geschätzt. Sie sind zwar keine auffällig schönen Pflanzen, ihre Blüten sind meist klein, es gibt aber Ausnahmen. Dafür schmücken sie sich mit ihrem Duft und aparten, interessanten Blattformen. Die Pflanzen enthalten die ätherischen Öle übrigens in Drüsenhaaren und Blättern, die bei leichtem Reiben der Blätter, manchmal auch schon bei Berührung, freigesetzt werden. Man vermutet, dass die Duftstoffe – bei manchen Arten auch stinkende Stoffe – den Pflanzen einen Schutz vor Fressfeinden bieten. Welche Sorten gibt es? Bei den meisten Sorten handelt es sich um den Wildarten nahestehende Pelargonien, die züchterisch nur wenig bearbeitet wurden. …

Tomate Matina

Mein Gartenjahr August: Die heißesten Sommer ernten die dicksten Tomaten

Blick zurück auf den August 2018: Hitze und Trockenheit. Die einen leiden, die anderen freuen sich, bis sie rote Bäckchen haben. Ich würde ja so gern aufhören, vom Wetter zu schwadronieren. Es einfach nicht beachten wie ein vorlautes Kind, das sich rasch entspannt, wenn man sich mal eine Weile anderen Dingen zuwendet. Aber das Wetter hat sich zu mehr als einer kleinen Nervensäge entwickelt, es ist dauerpräsent und ich muss mich täglich damit auseinandersetzen. Bei der Gesundheit merkst du erst, wie wichtig sie ist, wenn du krank bist. Wie abhängig wir von Regen sind, merke ich in übergroßer Deutlichkeit erst, seit wir Dürre haben. Aber was die einen grault, freut die anderen: Meine Tomatenbäume ‘Matina’ (oben) und ‘Black Cherry’ streichen sich 2018 als das Jahr aller Jahre im Kalender leuchtend rot an. Sie gedeihen frei ausgepflanzt und denken bestimmt, dass sie in einem andalusischen Garten wachsen. Auch die Chilis haben Feuer, dass es einem Freund, der mannhaft probierte, nicht nur die Tränen in die Augen, sondern ihn auch zu einer wild vorgetragenen Pirouette trieb. Kennst …