Monate: März 2015

Frühbeetkasten

Was steht an im April-Garten?

Endlich dürfen wir wieder werkeln. Neben dem Erfreuen an all den schönen Frühlingsboten gibt es einiges auf der To-do-Liste für den engagierten Gartenjahr-Vorbereiter. Ist ja auch gar nicht schlimm, oder? Dass der Garten wieder um deine Aufmerksamkeit buhlt und neben den hübschen Narzissen, Krokussen & Co. auch schnell ein paar Unkräuter an den Start schickt? Schließlich wäre es ohne Bewegung eh noch zu kalt draußen. Also bereiten wir im Schweiße unseres Angesichts die Gemüsebeete vor, setzen den Kompost um und kriechen als Vierfüßler durch die Blumenrabatten. Fitness first heißt es auch bei uns Gartensportbegeisterten bzw. first Fitness des Jahres. Was jetzt Ende März/Anfang April ansteht, zumindest bei mir, habe ich dir in Bildern festgehalten:

Helleborusschale

FloralFriday: Lenzrosen-Schale

Als Seerosen sind Lenzrosen besonders attraktiv. Denn in der Schale kannst du ihnen endlich mal ins Gesicht schauen. Im Garten hingegen kriechen wir gewöhnlich auf allen Vieren auf der Erde herum, um den nach unten gerichteten Blüten der Helleborus auf die Spur zu kommen. So schöne Tupfen? Solch entzückende Rüschen? Man sieht sie oft gar nicht. Leider schauen die Lenzrosen lieber zu ihren Zwiebelblümchen-Nachbarn herunter oder beobachten Ameisen & Co. Nur sehr wenige Züchtungen richten sich gen Sonne aus. Und auch in der Vase ist es kaum anders. Also bietet sich ein Bad in einer schönen Schale förmlich an. Ist diese aus Glas und steht auf neutralem Untergrund, lenkt nichts mehr von der hübschen Zeichnung der Lenzrosenblüten ab. Und man sieht erst einmal die kleinen Unterschiede und Charakteristika der einzelnen Sorten. Viel Spaß mit dieser schönen Frühlingsdeko!  

Helleborus

Die Lenzrose und ihr Fußvolk

Sie ist die schönste der frühen Prachtstauden, die Lenzrose. Und wird noch schöner durch ihr zu Füßen liegende Begleiter. Die Kombination aus Lenzrosen (Helleborus-Sorten) und Zwiebelblühern kann einen Frühlingsgarten schon zeitig in ein richtiges Blütenmeer verwandeln. Denn wenn zu Beginn der Knospenbildung nach und nach die Blätter des Vorjahres an den Lenzrosen weggeschnitten sind, entsteht Platz für kleine Zwiebelchen aller Art. Schneeglöckchen und Winterlinge sind die Klassiker, aber auch die Alpenveilchen Cyclamen coum sind attraktiv, später kommen Krokusse, Blausternchen (Scilla bifolia zuerst, dann Scilla sibirica) und Schneeglanz dazu. Letztere sehen durch ihre knallblaue Farbe mit grünblütigen Lenzrosen richtig stylish aus. Und jetzt Ende März ist die Zeit, in der sich eine andere Staudengattung dazu gesellt, die ich ganz besonders reizend finde: Primeln von hellstem Gelb bis kräftigem Violett. Probier im Herbst einfach was aus, heb die wuchtigen Helleborus-Blätter an und versenke die Zwiebeln gaaanz vorsichtig. Sie selber sind robust, aber die Lenzrosen mögen kein zu rabiates Gekratze an ihren Wurzeln. Untertänig dezent, dann wird was draus.

Aussaat der Tomaten

berlingarten sät die Supertomate

„berlingarten sucht die Supertomate“ – das war der Contest vor vier Wochen. And the winner is: Black Cherry. Sie war die am häufigsten von euch genannte Sorte. Nach alter Gärtnerregel sollen die Tomatensamen sechs Wochen vor dem Auspflanzen in die Erde. Also habe ich mich heute ans Säen gemacht. Ich fange immer mit Quelltöpfen an, die ich in einem Gewächshäuschen warm und feucht halte. Im Laufe des Wachsens setze ich diese dann mehrfach um, jeweils in größere Töpfe mit spezieller Tomatenerde. Und zwar immer so, dass ich die Stiele bis zum ersten Blatt versenke, Tomaten mögen gern tief stehen, dann bilden sie ein solides Wurzelwerk. Gekauft habe ich die drei von euch am meisten empfohlenen Sorten. Black Cherry ist eine dunkle Kirschtomate mit sehr kleinen Früchten und ausgezeichnetem Geschmack, der perfekten Balance zwischen Säure und Süße. Sie soll absolut robust und daher anfängertauglich sein. Ich habe gelesen, dass man sie ruhig mehrtriebig ziehen kann, um den Ertrag zu erhöhen. Vesenij Mieurinskij – was für ein interessanter Name! Die ca. 4 cm großen roten Früchte reifen …

Japanpavillon

Botanischer Garten Berlin: eine Frühlingsreise

Komm mit in den botanischen Garten. Schlendere mit mir durch die erwachende Natur. Durch von Schneeglöckchen bewachsene Buchenwälder. Lass dich von der ersten, geradezu sphärisch anmutenden Azaleenblüte verzaubern. Dieses zarte Violett dort im ansonsten noch düsteren Nadelbaumgrün: Hab ich sowas Schönes schon jemals gesehen? Kraxel durch den steinigen Kaukasus und staune über die Krokuspracht. Abertausende recken sich der verhaltenen Vorfrühlingssonne entgegen. Entdecke in Japan die schönsten Kamelien. Perfekte Blüten, wie gemalt. Oder sind sie aus Porzellan und Gold? Fragst du dich, ob ich jetzt „irgendwie high“ bin? Ja, aber bei absolut klarem Verstand. Und erfüllt von wirklich großartigen Eindrücken auf dem so genannten Jahreszeitenpfad, der zu den jeweiligen Highlights der Saison führt. Ich danke den Botanikern und Gärtnern des Botanischen Gartens, dass sie mich – mitten in Berlin – das ganze Jahr über teilhaben lassen an den Gartenschätzen dieses Planeten. Der Sachverstand, die Professionalität, der Fleiß, dieses riesige Areal bei Wind und Wetter so top in shape zu halten und in einer fachkundigen Mischung aus der Forschung genügenden und zeitgemäßen Gestaltungen zu präsentieren, begeistern mich. …

Crocus thomassinianus

Vorfrühling ist der schönste Frühling

Wie haben wir uns alle danach gesehnt: nach milderer Luft, zarten Farben, Bienengesumm und dem ersten Kaffee draußen in der Sonne. Es ist soweit, Winter war gestern. Vorfrühling ist der schönste Frühling. Man läuft durch den Garten und will sie förmlich aus dem noch nackten Boden herausschauen: die ersten Zwiebelblümchen. Bei uns sind die Winterlinge immer die ersten. Es folgen Schneeglöckchen und Krokusse. Besonders angetan haben es mir die Elfenkrokusse Crocus thomassinianus. Wahrscheinlich allein des Namens willen. Der Vermehrung auf die Sprünge helfen. Über Jahre hinweg habe ich alles dafür getan, dass aus den anfänglich kleinen gelben, weißen und violetten Tuffs große Matten wurden. D.h. ich bin selbst bei klirrender Kälte auf dem Boden herumgerobbt und habe beim Erscheinen der hübschen, an Harlekin-Kragen erinnernden Winterlingsblättchen diese gaaanz vorsichtig aufgenommen und an freie Stellen gesetzt, die ich per Kamera im vorigen Spätwinter festgehalten hatte. (Später, wenn Samen angesetzt sind, kann man die natürlich auch abgreifen und einfach an andere Stellen werfen.) Und Schneeglöckchen geteilt und verpflanzt, sobald die Blüte sich dem Ende näherte – „in the …

berlingarten öffnet die Gartenpforte

„Zeig uns deinen Garten“ – dazu forderte das bekannte Blog Gartenbuddelei auf. Und berlingarten sagt „Hereinspaziert!“ Gartenbuddelei – den ganzen Winter haben wir davon halluziniert, dass wir endlich wieder buddeln können. Gartenbuddelei ist aber noch mehr als nur das geliebte Wühlen in feinkrümeliger Erde: Es ist ein Gartenblog. Ein sehr gutes und daher bekanntes dazu. Von Gärtnerin Anja betrieben, deren Werk eigentlich gar nicht mit so einem bodenständigen Begriff assoziiert würde, sondern eher mit englischer Eleganz. Man beachte besonders: ihren Knotengarten. Den müsst ihr euch ansehen! Aber ich schweife ab. Denn jetzt geht es auf Gartenbuddelei um berlingarten. In Bildern vom üppigen Juni in all seiner Rosenpracht. „Zeig uns deinen Garten“ – das ist nicht nur ein Blick über unseren Gartenzaun, sondern hinter die Kulissen. Und ein hoffnungsvoller Seufzer, dass berlingarten und all das Grün drumherum noch lange erhalten bleiben mögen. Hier geht’s zum Beitrag.  

Gartenbücher: zwei besondere zum Frühling

Schwelgen, erfreuen, Anregungen finden: Diese beiden Gartenbücher zum Thema Frühling sind meine absoluten Favoriten. „Frühlingserwachen kann früh beginnen und sich dann lange hinziehen. Mit dem Kalender hat es wenig zu tun. Es ist eher ein Ereignis im Herzen des Menschen alle Jahre zu verschiedenen Anlässen und an unterschiedlichen Orten – und ganz besonders dort, wo ein Gärtner auf den Frühling hofft.“ Sätze wie diese sind es, die mich immer wieder begeistern an dem Buch „Frühling lässt sein blaues Band…“ von Gerda Nissen (Fotos Ursel Borstell). Dieses Buch ist nicht die Vorstellung eines bestimmten Gartens oder eine Ansammlung von Tricks für Pflanzenkompositionen, sondern sind die gesammelten Gedanken und Beobachtungen einer Gartenpoetin zum Thema „Frühling im Garten“. Und vor allem „Gärtner im Frühling im Garten“. Leider ist Gerda Nissen vor einigen Jahren viel zu früh verstorben. Und dieses Buch gibt es nicht mehr im Handel, man kann es aber im Internet aufstöbern und antiquarisch erwerben. Eine weitere Leseprobe gefällig? „Dichter haben zu allen Zeiten versucht, ihr Glücksgefühl über einen neuen Frühling in Worte zu fassen. (…) Es …