Monate: Oktober 2014

Aster in der Vase

Astern in der Vase

Ich liebe Astern, sie sind die Stars des Herbstbeets. Wären viele Sorten nur nicht so sparrig: Im Beet wollen die Glatt- und Raublattastern lieber in der zweiten oder dritten Reihe stehen, damit man ihnen noch was vor die Nase setzen kann und man ihre spiddeligen Beinchen nicht so sieht. Und auch in der Vase wirken sie oft staksig, wenn man sie lang schneidet. Da braucht es schon üppige Begleiter wie Dahlien und Gräser, um ihnen Fülle zu geben. Wenn ich aber nicht noch viele weitere Blütenstiele für einen dicken Strauß „opfern“ will und auch mal wieder keine Zeit für langes Styling habe, nehme ich die Astern daher kurz und lasse sie wie einen Strubbelkopf nur mal eben so aus der Vase herausschauen. Ist das Gefäß schön bauchig, sieht das besonders stimmig aus. Zwei Wochen lang hält dieser kleine Blumengruß bestimmt und erfreut uns schon morgens auf dem Frühstückstisch.

Bleiwurz

Herbst: Was blüht noch?

Auch Ende Oktober/November kann es noch so schön sein. Sogar ein paar blaublütige Stauden haben im späten Herbst noch ihren großen Auftritt. Der herbstblühende Eisenhut ist ein echter Farbklecks. Schon als Kind hat mich diese Pflanze fasziniert. Ihre Blüten sind von Blau wie schwerer Samt. Hummeln verkriechen sich mit Lust in ihren helmförmigen Einzelblüten, sie wird groß und ist von kraftiger Statur. Aber vor allem: Sie umgibt sich mit dem Hauch des Todes. „Halte dich von ihr fern, niemals anfassen, ihr Gift kann Pferde töten.“ Wenn das ein Kind nicht beeindruckt… Auch ich habe den Eisenhut in die Mitte oder den Hintergrund des Beetes umgesetzt, als sich Nachwuchs ankündigte. Ich kann Aconithum nur empfehlen. Und vor allem die herbstblühende Art carmichaelii Arendsii, da die sich dann über alles andere erhebt (ca. 120 cm), wenn sonst bald Schluss ist. Sie wächst bei uns sehr kräftig – wer Abstecher haben möchte, melde sich bitte, im Frühjahr muss dringend geteilt werden. Wir haben den Eisenhut sowohl mit Phlox und Rosen vergesellschaftet, als auch zum Pfeifengras molinia gesetzt. Myrtenaster …

Grillwok mit Gemüse auf Grill

Grillt Ihr schon ab?

Das Gartenjahr wird durch zwei einschneidende Ereignisse gegliedert: das An- und das Abgrillen. Nicht nur bei uns, sondern wohl überall, wo Männer mit am Werk sind. Rituale könnte man es auch nennen, die immer wiederkehren. Im März schlottern wir in der ersten Hälfte noch tüchtig, wenn der Winter den Garten und unsere Glieder noch fest im Griff hat. Aber ab der dritten Woche kündigt sich in der Regel der Frühling mit den ersten zweistelligen Temperaturgraden an. Jetzt Angrillen, ein Würstchen im Brot, Kartoffeln aus dem Feuer, hach. Also sichten wir schon mal den Rost und die Zangen. Wo kriegt man denn jetzt schon Grillkohle her? Im Sommer merkt man dann, wie angesagt man bei Freunden und Verwandten ohne Garten ist, denn zu einem lauen Sommerabend gehört das nette Beisammensein ganz einfach dazu – die Männer stehen um den Grill und bestaunen „das Beef“, die Damen sitzen – relativ schnell in die obligatorischen Wolldecken gehüllt, die ja heute eher aus Fleece sind – am Tisch und knabbern das Grünzeug. Egal wo, egal, wie emanzipiert, überall ist …

Must-haves: die Dauerblüher unter den Stauden

Dauerblüher im Staudenbeet – von Frühling bis Spätherbst verschwenderische Fülle. Noch ist Pflanzzeit. Unermüdliche kleine Taglilie in sonnigem Gelb. Stella d’Oro – welch verheißungsvoller Name.  Und wie verheißungsvoll erst das Etikett „Blütezeit April bis Oktober“. Natürlich musste diese reizende kleine Taglilie – sie wird nur bis zu 40 cm hoch – in den Warenkorb. Und sie hat die Erwartungen erfüllt.  Zwar blüht sie nicht ununterbrochen, aber doch immer wieder. Und wirklich bis jetzt. Was will sie dafür haben? Ein helles, aber nicht unbedingt dauerbesonntes Plätzchen und etwas Freiheit,  damit sie ihr grasartiges Laub locker um sich drapieren kann. Ganz wichtig ist, dass du alle abgeblühten Triebe abschneidest. Sonst denkt sie: „Job erfüllt“ und ruht sich aus. Die beste Züchtung halbhoher Stauden der letzten Jahre: Geranium Rozanne. Den Storchschnabel Rozanne hätte ich gern erfunden bzw. gezüchtet, denn dann wäre ich jetzt reich. Von einem Siegeszug geradezu caesarischen Ausmaßes kann man bei diesem Geranium sprechen. Rozanne bedeckt mit einer Pflanze locker einen Quadratmeter und fühlt sich nur im Blühmodus wohl. Selbst im Halbschatten. Ihre Blütenfarbe ist ein …

Hortensien und Weinranken: 2-Sekunden-Deko

Die langen Triebe von wildem Wein oder Clematis hast du dir ja bestimmt schon mal zu einem Kranz oder einer Kugel zusammengedreht: Dann stimmt das mit den zwei Sekunden. Denn dann legst du einfach eine Hortensieblüte rein und erfreust dich bis zum Frost an der im wahrsten Sinne flotten Shabby-chick-Deko. Wenn du die Ranken bisher immer nur auf den Kompost oder in den Laubsack gepackt hast, solltest du ab jetzt mit dem Drehen und Winden anfangen. Oder das deine Kinder oder Enkel machen lassen – irgendwie müssen die kleinen Biester ja beschäftigt werden. Dann hast du immer was zum Verschenken oder Dekorieren: mit den Fruchtständen der Lampionblume, mit Reagenzgläsern drin für alle Arten frischer Blumen – ich liebe die Christrosen im Winter – oder oder oder. Große Kugeln aus Ranken sehen in den nächsten Monaten übrigens auch ganz toll im immer konturenloser werdenden Beet oder auf dem Rasen aus.

Kleingärten: begehrt und bedroht

Über Gärten in der Stadt, ein Herzblut-Thema vieler Menschen, den fehlenden Willen der Politik, diese zu erhalten, und die Hoffnung auf Veränderung. Kleingärten sind schwer angesagt, launige Artikel werden darüber geschrieben und begeistert gelesen, es sind sich alle einig, dass wir in Berlin diese grünen Flächen brauchen, sie zu unserer Tradition dazugehören und für eine lebenswerte Zukunft unabdingbar sind. Gärten sind erwiesenermaßen erwünscht und für die Natur unerlässlich. Konkret gibt es hier 150.000 Kleingärtner plus vielleich 5 – 10 Personen drum herum – Oma, Opa, Freunde, Kinder usw. – da kommen wir schnell auf eine Million Menschen in dieser Stadt, die mit den Gärten in Berührung sind und Erholung aus ihnen schöpfen. Von den vielen Spaziergängern ganz zu schweigen. Zeigt bei einer Einwohnerzahl von rund 3,5 Millionen eine beachtliche Relevanz. Es ist daher kaum verwunderlich, dass der Bürgerentscheid um den Erhalt der Gartenanlage Oeynhausen zu so einem sensationellen Ergebnis von 77 % oder fast 85.000 Ja-Stimmen geführt hat. Das sind nicht alles nur Leute, die im direkten Bezug zur Kolonie stehen, die Zustimmung ging durch …

Aster frikartii Mönch

Stauden jetzt pflanzen: Das sind die besten

Welche Stauden die besten und auf jeden Fall meine Lieblinge sind, verrate ich dir hier. Alles echte ‚Langspielplatten‘, wie Karl Foerster zu sagen pflegte. Nachdem wir durch das herrliche Wetter lange gar nicht gemerkt haben, dass schon Herbst ist, erinnern nun die ersten trüben Tage daran, dass es mit der Muße vorbei sein muss: Pflanzzeit für Stauden! Jetzt kannst du deine eigenen Stauden teilen und die kräftigsten Stücke wieder einsetzen. Sie wachsen schnell wieder an. Du kannst dir ja aber auch mal was gönnen und eure Beete mit ein paar schicken Neuerungen pimpen. Besonderes Augenmerk habe ich bei meinen Favoriten auf eine lange Blütezeit gelegt, die im Hochsommer beginnt und auch den Herbst nicht fürchtet. Dann musst du jetzt nämlich nur einmal ran und hast über Jahre monatelang Ruhe und Freude. Der 1. Platz geht an Aster frikartii ‚Mönch‘. Diese aparte, natürlich wild anmutende Aster habe ich im Foersterschen Garten in Potsdam-Bornim zum ersten Mal gesehen. Da blühte sie im Juli blauviolett und so grazil, dass es eine Freude war. Mit ihren ca. 70 cm …

Lohnt sich das Dahlienfeuer im Britzer Garten?

Überall die Plakate: Dahlienfeuer. Britzer Garten. Lohnt sich ein Besuch dort? Wie sind die Herbstblüher präsentiert und was ist sonst noch los? 10.000 Dahlien in rund 300 Sorten auf 2.200 qm – das ist doch mal eine Ansage. Mutter und Tochter haben sich an einem schönen Herbstfeiertag in den Britzer Garten aufgemacht, um zu schauen, ob man den verlockenden Plakaten „Dahlienfeuer“ trauen darf und ob das wirklich heiß wird. Die Bedingungen waren exzellent: Kaiserwetter und die Damen in Spaziergeh-Laune. Die Tochter bekam das obligatorische Eis, die Garten-Testerin meinte, sich im Gegenzug die Freiheit grenzenloser Foto-Stopps erkauft zu haben. Denn der Britzer Garten hat mich wieder begeistert. Ich kann voller Überzeugung sagen: Ja, ein Besuch lohnt sich wirklich, hier gibt es tolle Motive. Und zwar nicht nur wegen der aufgepflanzten Dahlien, die in dieser Masse ja auch leicht etwas Massiges haben, sondern vor allem wegen der Landschaft. Richtig gelesen: 1985 wurde der Britzer Garten im noch geteilten Berlin als Bundesgartenschau-Gelände errichtet und bietet auf 90 Hektar nicht nur sehr schöne gärtnerische Anlagen, sondern Natur pur. Wasserflächen …

Immer falsch angezogen bei der Gartenarbeit

Über kaputte Hände, dreckige Schuhe, Laufmaschen, Ziehfäden. Hast du bei der Gartenarbeit auch immer das Falsche an? Oder noch nicht das Richtige? Ich bin ständig falsch angezogen, wenn ich im Garten bin. Vielleicht ist es ein Zeichen von Überschwang, von Ungeduld allemal: Dass ich bereits einen Großteil der Grabearbeiten erledigt habe, wenn mich Sand und Steinchen in den goldenen Schuhen mit Lochmuster daran erinnern, dass ich nicht die Gummistiefel an den Füßen habe. Alles dreckig, Mist. Aber zum Glück haben sie keinen Schaden genommen … bisher. Oder dass ich die edlen Gartenhandschuhe hätte anziehen wollen, fällt mir erst dann auf, wenn die ersten Kratzer die Haut rot zerfurchen. Nun aber schnell die Hände waschen und dann rein in die Handschuhe. Nur, dass es dann eigentlich schon zu spät ist. Ich denke, dies sind Situationen, die alle Gartenbegeisterten kennen: Man legt sofort los. Die Pflanzen schreien aber auch geradezu danach, eingebuddelt zu werden. Und hier nur dieses kleine Pflänzchen, das zupfe ich mal eben. „Gehe niemals an einem Unkraut vorbei“ – das lehren uns die Engländerinnen. …

Kaufst du noch alles oder swapst du schon?

Klamottentausch-Parties oder Sämereien-Börsen – zu tauschen und zu teilen ist schwer angesagt. Swap schwappt rüber aus den USA und ist so alt wie die Welt: Gib du mir deins, ich geb dir meins. Ach so: tauschen. Ja, to swap, so heißt das neue Zauberwort. Kaufrausch war gestern, heute schaut nicht nur die Political Correctness auf den Wert der Dinge und besinnt sich neu. Viele, besonders junge Leute achten verstärkt darauf, was sie wie konsumieren. Es steht hoch im Kurs, nicht nur höher zu wollen, oder schneller, weiter, neu. Daher finde ich es einen großartigen Ansatz, meine zu groß gewordenen Stauden nicht wie früher auf den Kompost zu kippen, sondern vor den Gartenzaun zu stellen und andere Menschen damit zu beglücken. Oder Sämereien zu tauschen. Auch das Zuviel an Pflaumen, Birnen, Äpfeln kommt raus – so viel schälen kann ich gar nicht, wie vom Baum plumpst. Und zack: Es dauert nur wenige Minuten, dann ist alles weg. Nicht verstohlen eingepackt, sondern offen – und meist mit einem Klönschnack dazu – mitgenommen. Und das Prinzip zieht weiter …